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Alexander-von-Humboldt-Schule sagt Info-Veranstaltungen für Fünftklässler und Oberstufenschüler ab – Infos im Netz oder persönlichAufrechterhaltung des Präsenzunterrichts hat oberste Priorität

LAUTERBACH (ol). Mit mehr als 35 Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner hat der Vogelsbergkreis einen neuen Schwellenwert auf der Corona-Ampel überschritten. Zahlen, die nicht nur der Politik, sondern vielen Einrichtungen Sorgen bereiten. Auch die Schulleitung der Alexander-von-Humboldt-Schule zieht nun die Konsequenzen aus den steigenden Infektionszahlen und sagt die für die nächste Zeit geplanten Info-Veranstaltungen für Eltern ab.

„Wir haben uns entschieden, auf sämtliche Informationsveranstaltungen im Präsenzmodus zu verzichten“, gibt Schulleiterin Gitta Holloch in einer Pressemitteilung der Schule bekannt. So fallen nun – neben bereits abgesagten schulischen Veranstaltungen – auch die Informationsveranstaltungen für die angehenden Fünftklässler sowie die kommende Einführungsphase der Oberstufe aus. „Wir werden daher auch nicht an Informationsveranstaltungen in anderen Schulen teilnehmen, um das Gymnasium vorzustellen“, ergänzt die Schulleiterin und verweist darauf, dass die Entscheidung in enger Abstimmung mit der benachbarten IGS Schlitzerland erfolgt, welche sich angesichts des Infektionsgeschehens zu den gleichen Maßnahmen entschlossen hat.

Holloch wie auch Dr. Ingeborg Krause, Schulleiterin an der IGS Schlitzerland, bedauern natürlich sehr, auf den persönlichen Kontakt mit Eltern und zukünftigen Schülerinnen und Schülern verzichten zu müssen. Alle nötigen Informationen sollen jedoch im Netz auf den Websites der Schulen bereitstehen: „Wir haben bereits viel digitales Informationsmaterial zu dem gymnasialen Bildungsweg im Allgemeinen und zu unserer Schule auf der Website eingestellt“, so Joachim Gerking, stellvertretender Schulleiter, „und natürlich stehen wir jederzeit für persönliche Fragen telefonisch oder im Einzelgespräch bereit.“

Auch der Schnupperunterricht fällt in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer, dennoch: „Wir bieten auf Wunsch gerne an, interessierte Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern nach dem Unterricht durch die Schule zu führen, damit sie sich ein Bild verschaffen können.“

Oberste Priorität ist die Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts

„Wir möchten in diesen Zeiten alles tun, um Begegnungen zu minimieren und Ansteckungen zu vermeiden und sowohl unsere Schülerschaft als auch die Lehrkräfte gesund zu halten“, erläutert Studienleiter Karsten Krämer die Entscheidung der Schule: „Oberste Priorität hat die Weiterführung des Präsenzunterrichts.“ Daher fallen auch die geplanten öffentlichen Oberstufen-Informations-Abende aus. Auch hier sind Informationen auf der Website der Schule zu finden oder im telefonischen bzw. persönlichen Gespräch mit dem Studienleiter abrufbar.

„Für uns alle ist die rein digitale Lösung nur die zweitbeste, allerdings sind wir froh, diese Möglichkeiten anbieten zu können“, führt Gerking aus. Dies gelte für die Informationsveranstaltungen genauso wie für den Unterricht: „Sollten wir wider Erwarten wieder Distanzunterricht anbieten müssen, sind wir technisch dafür auf jeden Fall gut vorbereitet“, betont der stellvertretene Schulleiter, allerdings sei Präsenzunterricht der ausdrückliche Wunsch sowohl aus der Elternschaft als auch von Seiten der Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Monaten der Krise ihre Schule mit neuem Blick sehen, denn neben reiner Wissensvermittlung spielen Begegnung, Zwischentöne, Gespräche und vieles mehr eine große Rolle im Leben der jungen Leute.

„Was vorher selbstverständlich war, hat einen neue Wert bekommen“, fasst Holloch diesen Eindruck zusammen, den auch die Lehrkräfte teilen. Genau deshalb liegt der Fokus auf dem Wohl der Schulgemeinde, auch wenn dies Abstriche im öffentlichen Leben bedeutet: „Unsere anderen schulischen Veranstaltungen wie das Jahresabschlusskonzert haben wir bereits seit längerem abgesagt, und auch die Gesamtkonferenz in den digitalen Bereich verlegt“, ergänzt die Schulleiterin.

„Dass die Schule bisher keinen Corona-Fall melden musste, zeigt, dass die Schulgemeinde insgesamt sehr verantwortlich mit den Herausforderungen der Pandemie umgeht“, betont Krämer. „Diese gute Basis möchten wir nicht gefährden, sondern mit unseren Maßnahmen das Wohl der Schule – wie der Region insgesamt – weiter stützen.“ Informationen zu allen Fragen rund um die Schule, den gymnasialen Bildungsweg, die Berufsorientierung und Kontaktdaten für persönliche Termine findet man unter www.avh-lauterbach.de.

3 Gedanken zu “Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichts hat oberste Priorität

  1. Das hört man gern, hat doch Prof. Harald Lesch in seiner Sendung „Lesch’s Kosmos“ (ZDF) gerade erst einen kritischen Blick auf die Digitalisierung der Schulen geworfen und anhand zahlreicher Untersuchungsergebnisse nachgewiesen, dass die traditionellen Sozial- und Arbeitsformen noch lange nicht ad acta gelegt werden sollten. Die erfolgreichsten Schulen sind nicht die voll digitalisierten, sondern diejenigen, die der sozialen Interaktion breiten Raum geben, Frontalunterricht abbauen, individuelle Lernwege und auch Fehler zulassen und vielerlei Möglichkeiten bieten, die rein kognitive Unterrichtsarbeit durch sportliche, musische und künstlerische Betätigung aufzulockern. Die digitale Hardware ist demnach für die Qualität der Lernprozesse nicht entscheidend, sondern bleibt „Werkzeug“.

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