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Dr. Wilhelm erlangt weitere Zusatzqualifikation – Beratungsangebot für gesunde und vorerkrankte MenschenNeuerdings auch Sportkardiologie am Alsfelder Kreiskrankenhaus

ALSFELD (ol). Die Liste der Qualifikationen von Dr. Jürgen Wilhelm ist lang: Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Notfallmedizin und internistische Intensivmedizin – und nun kommt Sportkardiologie dazu. Der Arzt am Alsfelder Kreiskrankenhaus (KKH) steckte noch im Dezember mitten im Qualifizierungsprozess – nun ist das Zertifikat eingetroffen, Dr. Wilhelm kann ein weiteres Ziel seiner beruflichen Agenda abhaken.

In der Pressemitteilung des Alsfelder Kreiskrankenhauses heißt es, seit Mai ist es offiziell, denn nach einem umfangreichen Zertifizierungsprozess sind alle Anforderungen erfüllt, die die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie verlangt, um als Sportkardiologe wirken zu dürfen. Neben einem umfangreichen Curriculum muss Dr. Wilhelm spezifische Untersuchungen nachweisen, sich mit verschiedenen spezifischen Krankheitsbildern auskennen und viele Fortbildungsnachweise erbringen.

Dr. Wilhelm geht davon aus, dass er der einzige Sportkardiologe im Kreisgebiet ist – und stellt damit ein besonderes Angebot in den Räumen seiner Praxis im KKH zur Verfügung. Denn das Beratungsspektrum ist breit gefächert: „Im Prinzip richtet sich mein Angebot genauso an Hochleistungssportler, ambitionierte Hobbysportler, wie an Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen, die wieder mehr Sport treiben wollen“, führt der Sportkardiologe aus. Denn grundsätzlich gelte, dass, wenn man auf höherem Level trainieren wolle, oder nach einer langen Pause wieder einsteigen möchte: man sollte neben dem Körper insgesamt auch dem Herzen Aufmerksamkeit widmen. „Denn damit lassen sich Beschwerden und Krankheiten gezielt verhindern, oder zumindest in ihrer Entstehung verlangsamen“, führt Dr. Wilhelm weiter aus.

Im Anforderungskatalog stehen Trainingsprinzipien bei gesunden Sportlern genauso, wie die gezielte Trainingsplanung für Menschen mit Vorerkrankungen am Herzen. „Neben gesunden Sportlern, können also auch Menschen, die an koronarer Herzkrankheit leiden, Sport betreiben – wenn sie das Training angepasst und vielleicht sogar unter Anleitung planen“, sagt Dr. Wilhelm.

Sport und Training als Therapie der Herzschwäche

In der Vergangenheit sei man lange davon ausgegangen, dass man beispielsweise mit einer Herzinsuffizienz nicht mehr Sport treiben sollte. „Dieser Ansatz hat sich verändert, denn mittlerweile ist gezieltes Training und Sport eine Behandlungsform oder Therapie der Herzschwäche“, sagt der Experte. Ob mit Stent oder Bypass: „Die Dosis des Trainings muss gezielt gesteuert werden, um den bestmöglichen  Effekt für den Patienten zu erzielen“, ergänzt Dr. Wilhelm.

Zum Curriculum gehört auch das Wissen über die Auswirkungen von Höhe und Hitze auf den Körper. „Wenn man zum Beispiel zum Bergsteigen möchte, oder beruflich in klimatisch besonderen Ländern unterwegs sein muss, kann es sinnvoll sein, sich vorher untersuchen zu lassen“, sagt Dr. Wilhelm. Genauso empfehle er aber auch den Check beim Sportkardiologen, wenn eine sportliche Herausforderung ansteht. „Habe ich mir als Einsteiger einen Marathon als Ziel gesetzt, sollte man vorher gemeinsam mit einer fachlichen Meinung auf den Trainingsplan sowie auf die körperlichen Voraussetzungen schauen“, merkt der Facharzt an.

Auch dem plötzlichen Herztod könne man mit einer sportkardiologischen Untersuchung vorbeugen, denn dabei können Veränderungen am Herzen festgestellt werden, die ein Risiko hierfür darstellen. „Bei einer kardiologischen Diagnostik könne zum Beispiel zwischen einem erkrankten oder einem ‘Sportherz’ unterschieden werden. Auch degenerative Veränderungen können nachgewiesen werden, die eine Anpassung des Trainings nötig machen“, fügt der Facharzt an.

Eine sportkardiologische Untersuchung beim frischgebackenen Experten wird zurzeit von den Krankenkassen nicht übernommen, „trotzdem kann ich nur jedem raten, dieses Angebot in Erwägung zu ziehen, denn mit klaren Werten ins Training einzusteigen oder das Training gezielt anzupassen, hilft später Probleme zu vermeiden“, sagt Dr. Wilhelm abschließend.

Ein Gedanke zu “Neuerdings auch Sportkardiologie am Alsfelder Kreiskrankenhaus

  1. Welchen Wert hat diese Ausbildung für das Krankenhaus und die Patienten wenn niemand mehr aufgenommen wird? Vor ein paar Tagen scheiterte mein Versuch hier einen Termin zu bekommen schon an der VOZIDA! Wir nehmen keine Patienten mehr an, vielleicht haben sie Glück in Lauterbach!

    In Hersfeld hingegen wurde man gut beraten und auf Grund meiner Schilderung eine Möglichkeit gesucht und gefunden. Dies sogar innerhalb einer Woche. H

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