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BUND Kreisverband Vogelsberg zum Weiterbau der A49Die A49: Ein Relikt veralteter Verkehrspolitik

VOGELSBERG (ol). Als „anachronistisch und nicht mehr nachvollziehbare Ressourcenverschwendung“ bewertet der BUND Kreisverband Vogelsberg, dass Bund und Land daran festhalten wollen, die A49 weiterzubauen. Um den Klimawandel zu stoppen, müssten alle verfügbaren Investitionsmittel, Baukapazitäten und – fachkräfte dafür eingesetzt werden, das Schienennetz und den ÖPNV auszubauen.

„Den Autoverkehr durch weiteren Fernstraßenbau zu fördern, ist nicht mehr zu verantworten“, schreibt der BUND weiter in seiner Pressemitteilung. Die Wirtschaft im Vogelsbergkreis könne auf ein gut ausgebautes Straßennetz zurückgreifen. Die A49 würde nicht die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe verbessern, sondern nur weiteren Lkw-Transitverkehr und die damit verbundenen Umweltbelastungen in die Region holen.

Gegen die mangelhafte Planung der A49 gebe es seit Jahren Widerstand, der unlängst vor Gericht verhandelt wurde. Philipp Balles führt dazu aus: „Die Begründung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig ist hier eindeutig: Ja, die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie wurden nicht eingehalten. Und ja, die Planung der A 49 hätte im Jahr 2020 so keine Chance mehr auf Genehmigung.“ Gerade durch die Gerichtsentscheidung sei der Widerstand gegen das Autobahnprojekt A49 legitimiert.

Der Bund führt weiter aus, dass wider besseren Wissens die „Wasserversorgung für 500.000 Menschen gefährdet werden“ soll – in einem Areal, in dem Landwirtschaft mit Beweidung von Grünland aus wasserschutzrechtlichen Gründen nicht mehr genehmigt werde. Die Wasserversorgung sei aufgrund des Klimawandels und des mangelhaften Umgangs mit den Ressourcen ohnehin schwierig. „Das gefährdet die Landwirtschaft, die Lebensgrundlage von uns allen. Nach Auffassung des Gerichts darf die Autobahnplanung nur deshalb umgesetzt werden, weil ein Großteil der Strecke bereits gebaut und die fehlerhaft Planfeststellung bereits gerichtsfest genehmigt worden sei. Die Argumentation ist für uns nicht nachvollziehbar“, schreibt der BUND in der Pressemitteilung.

Alternativen zur Bausünde A49-Weiterbau liegen laut BUND Vogelsberg auf der Hand: „Ausbau und Elektrifizierung der regionalen Bahnlinien mit einem Stundentakt von früh bis spät, um den ÖPNV attraktiver zu machen, und im Güterverkehr brauchen wir statt neuer Fernstraßen neue Gleisanschlüsse wie zum Beispiel beim Holzwerk Pfeifer in Wallenrod aktuell in Bau“, so Sabine Füg vom BUND Vogelsberg.

Das Leipziger Gericht habe keine Verpflichtung zum Weiterbau der Autobahn ausgesprochen. Es habe festgestellt, dass die Planung heute nicht mehr genehmigungsfähig wäre. „Das bestärkt uns in unserem Engagement“, so Sabine Füg. „Wir rufen alle Vogelsbergerinnen und Vogelsberger auf, sich mit uns gegen den Weiterbau der A49 zu engagieren. Wir fordern alle verantwortlichen Politikerinnen und Politiker dazu auf, endlich für eine klima- und menschengerechte Verkehrspolitik zu sorgen, statt an einem Projekt festzuhalten, dass fast ein halbes Jahrhundert alt ist, aber jeder vernünftigen Begründung entbehrt.“

6 Gedanken zu “Die A49: Ein Relikt veralteter Verkehrspolitik

  1. Schauen sie sich die Autobahnen doch einmal an,links und rechts von der Fahrbahn . Alles Schwarz mit dem Abrieb der Reifen und Bremsen und durch die zunahme der Lkw in den letzten Jahren vergiften wir uns sebst.

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  2. Bitte hört unbedingt auf Kinder für politische Zwecke abzubilden. Ganz egal ob für oder gegen diese Autobahn, aber das geht gar nicht!!!!

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  3. Ich bin gebürtiger Vogelsberger und nach etlichen Jahren in der Ferne zurück gekehrt. Ich wünsche mir die Fertigstellung der A49 so wie der absolute Großteil der Menschen hier in der Region.

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    1. @Vogelsberger

      Sie wären besser da geblieben wo Sie zuletzt gewesen sind. Welche Mehrheit? Woher stammen Ihre Ergebnisse. Ich kann das Gejammer der Befürworter nicht mehr hören. „Entlastung für die Anwohner der B 62 muss her“! Wo haben Sie in den letzten Jahrzehnte gelebt? Gab es da noch keinen Verkehrslärm? Jedenfalls sind mir keine öffentlichen Proteste bekannt. Was für eine Solidarität innerhalb einer Region. Man will den eigenen Verkehrslärm an den Nachbarn weitergeben. Wir im Westkreis sollten uns vom Raum Alsfeld distanzieren und mehr Richtung Giessen/Marburg orientieren. Solche Nachbarn braucht kein Mensch.

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  4. Die Autobahn darf nicht gebaut werden ,ein weiter so wie in den letzten 30 Jahren geht nicht.Wir machen unseren Lebensraun kaputt.Schauen sie auf die Autobahn ein Lastzug hinter dem anderen ein Wahnsinn,da sollten sie mal links und rechts die Pflanzen Untersuchen die sind Schwarz vom Abrieb und Diesel.Wir haben schon soviel mist gebaut wenn wir es nich bald ändern sehe ich Schwarz.

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