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Umwelt- und Mobilitätsverbände ADFC, BUND und VCD: vorhandene Abstellplätze zu wenig, schlecht geeignet und falsch platziertMehr und bessere Parkplätze für Fahrräder in Alsfeld

ALSFELD (ol). Den Fortschritt der Bauarbeiten auf dem Alsfelder Marktplatz nehmen die Kreisorganisationen der Umwelt- und Mobilitätsverbände ADFC, BUND und VCD zum Anlass auf ein besonderes Problem der Fahrrad-Infrastruktur in der Stadt aufmerksam zu machen: Abstellplätze für die Zweiräder. Es seien zu wenige, die vorhandenen schlecht geeignet und nicht da platziert, wo sie gebraucht würden, heißt es in einer Presseinformation.

„Die Parkplätze für die Autos sind bereits auf dem sanierten Marktplatz gekennzeichnet. Für Fahrräder sind lediglich vier Stellplätze geplant. Wir hoffen, dass es noch mehr werden und die Gestaltung den Anforderungen moderner Radverkehrsplanung entsprechen“, meint Mirjam Kneußel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Wer das Geschehen an den Gastronomiebetrieben am Marktplatz in den letzten Jahren beobachtet hat, musste feststellen, dass eine erhebliche Zahl von Gästen mit dem Fahrrad kam. Der Bedarf für Stellplätze gehe deutlich über die vorgesehenen vier Stellplätze hinaus, heißt es weiter.

„Am Marktplatz bietet sich der Stadt eine hervorragende Möglichkeit, für jeden erkennbar zu zeigen: Alsfeld ist eine Fahrradstadt. Das bedeutet nicht nur genügend Fahrradabstellplätze, sondern auch eine gute Qualität“, ergänzt Philipp Balles vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Radfahrern sei das sichere Parken ihres Zweirads wichtig, das heiße: Es muss eine gute Möglichkeit vorhanden sein, das Fahrrad sicher anzuschließen. Das gelte heute umso mehr, als immer mehr Radler mit teuren Elektro-Fahrrädern unterwegs seien.

Die klassischen „Speichenklemmen“, die an vielen Stellen in der Stadt, zum Beispiel an manchen Schulen, vorhanden seien, sollten der Vergangenheit angehören. Ein positives Beispiel sei der einsame, etwas versteckte Fahrradparker am Schwälmer Brunnen, der neben seiner Funktionsfähigkeit auch die stilvolle Anpassung an das Fachwerkstadtumfeld biete. An der Stadtbücherei und am Mainzer Tor, wo der Fahrradparker oft von Autos zugestellt wird, gibt es ebenfalls diese Variante, an die sich der Fahrradrahmen mit einem festen Schloss leicht befestigen lässt.

Neben der zu geringen Zahl finden die Umwelt- und Mobilitätsverbände problematisch, wo in der Stadt Fahrradparkmöglichkeiten vorhanden seien. Das Projekt zum „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ (ISEK) habe diese in einer Karte zusammengestellt, wobei sich zeige, dass wenig Verbindung zu den von den Verbänden ins Gespräch gebrachten Hauptrouten für den Radverkehr gegeben sei. „Zu einem attraktiven Radverkehr in der Stadt gehört auch die sinnvolle Platzierung von Abstellplätzen, da wo sie gebraucht werden, also an Stellen der Alltagsaktivitäten mit Bezug zu Fahrradrouten, die dorthin führen“, erläutert Gerhard Kaminski vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Dabei seien manche Geschäfte bereits auf einem guten Weg. So biete der Herkules-Lebensmittelmarkt sogar überdachte Fahrrad-Parkplätze. Hier fehle es an dem sicheren Fahrradweg dorthin.

Das positive Beispiel für die Abstelleinrichtung biete jedoch eine gute Gelegenheit, bei anderen Gewerbetreibenden oder Hauseigentümern dafür zu werben, ihm nachzueifern. Mit Wettbewerben für den fahrradfreundlichen Betrieb oder den fahrradfreundlichen Vermieter hätten andere Kommunen schon vorgemacht, was möglich sei, so die Alsfelder Umwelt- und Mobilitätsverbände.

Außerdem seien an geeigneten Orten sichere Abstellmöglichkeiten erforderlich, die ein länger dauerndes Abstellen ermöglichen, zum Beispiel mit abschließbaren Parkboxen. Dafür kämen vor allem Übergangstellen zum Bus- und Bahnbetrieb, insbesondere der Bahnhof in Betracht. Aber auch die Idee einer „Fahrradgarage“ in Verbindung mit Serviceangeboten in der Altstadt habe „großen Charme“. Dafür habe das ISEK-Konzept drei leerstehende Fachwerkgebäude benannt. „Insbesondere das Gebäude an der Hofstatt finden wir wegen seiner Lage für diese Nutzung interessant und würden uns freuen, wenn sich die Stadt im Rahmen der weiteren Nahmobilitätsplanung zu einer genaueren Prüfung entschließen könnte,“ so die Verbandsvertreter abschließend.

4 Gedanken zu “Mehr und bessere Parkplätze für Fahrräder in Alsfeld

  1. Nun erhebt also erst einmal die Radverkehrs- (sprich: Drahtesel-)Lobby ihre Stimme, um im Rahmen der Alsfelder Marktplatzsanierung ein stimmiges Gesamtkonzept für das Abstellen muskelbetriebener Zweiräder einzufordern. Anschließend warte ich auf die Entwürfe (natürlich einschließlich Ladesäulen für etwa vorhandene Elektroantriebe!) für leichte und schwere Motorräder mit und ohne Beiwagen, für Skateboards (unerhört, diese in einen Skatepark in den Erlen auszulagern, wo es dann sogar eigene Fahrradparkplätze – hört, hört! – geben soll), ferner für Kickboards, Tretroller, E-Scooter jeglicher Trendrichtung, Hundeschlitten-Gespanne, Segways und demnächst vielleicht noch Flugtaxi-Drohnen. Und wo bitte soll man sein konventionelles Reittier (Pferd, Ochs, Esel, Lama) anbinden oder den Maremma-Herdenschutzhund bei vom Wolf gefährdeten Schafherden?
    Ehe sich an jeder Neugestaltung öffentlicher Plätze bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen der multipel-mobilen Bevölkerung entzünden, sollte man mal über ein zukunftsfestes Gesamtkonzept zur Neuaufteilung des Verkehrsraums nachdenken, wie es derzeit für zahlreiche Innenstädte in der Diskussion. Hierbei geht es vor allem – man höre und staune! – um die Sicherheit der Fußgänger angesichts der explosionsartigen Vermehrung (allein Radverkehr 50%!) immer neuer Fortbewegungsmittel. Frage: Wie überlebe ich unversehrt den Fußweg zu meinem den öffentlichen Verkehrsraum unzulässigerweise privatisierenden Kraftfahrzeug?

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  2. Das ist der richtige Weg!
    So geht moderne Verkehrs Planung. Ausreichend Parkmöglichkeiten für Fahrräder, E- Bike, und Roller,Ausbau von Fahrrad Schnellwegen aus den Stadtteilen in die Stadt.
    Ausbau der schnell Ladestationen für die E- Mobilität.
    Alsfeld ist auf dem richtigen Weg!
    Für die nähere Zukunft, sollte man so weit wie möglich die Innenstadt Autofrei gestalten, damit man den Aufenthalt in der Stadt genießen kann, und zum Wohle der Bürger die dort wohnen.

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  3. Zu wenig Parkplätze ??? Warum ??? Wenn ich durch Alsfeld Fahre sehe ich immer Freie Parkplätze.
    Ich sage mal so : Ich stelle mir jetzt Jemanden vor der Kinder hat. Und diese Person Frage ich : Bringst du deinen Kindern bei das es zu Viele Ökos gibt ??? Oder sagst du zu ihnen “ Achte auf deine Umwelt “
    Dann stelle ich mir einen Auto Fahrer vor und frage ihn : Ist es nötig mit dem Auto überall hin zu fahren ??? Oder kann mann auch mal mit dem Fahrrad in die Stadt ?
    Also , ich finde die Idee mit dem Fahrrad Abstellplatz eine Tolle Idee.
    Jetzt Stelle ich mir die Zukunft vor : Da sehe ich einen Alsfelder Junge der Inzwischen Rentner ist und seine Enkel ihn Fragen : OPA , wer war früher Eigentlich Schuld das die Umwelt kaputt ist ? Du OPA , Im Kindergarten haben wir BÜCHER mit Gesunde Bäume gesehen , Gibt es die Eigentlich noch ?
    Und , nein ICH sitze nicht im Hambacher Forst auf dem Baum wegen der A 49.!!!

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  4. Absoluter Blödsinn. Für die Ökos wird schon viel zu viel gemacht… Parkplätze sind wirklich zu wenig …

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