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Ebenfalls für die SPD-Kreistagsliste nominiertGrebenhains Bürgermeister Sebastian Stang tritt in die SPD ein

GREBENHAIN (ol). Die SPD in Grebenhain hat im Rahmen einer Mitgliederversammlung am Freitagabend ihre Kandidaten für die SPD-Kreistagsliste nominiert. Die Überraschung des Abends war dabei der Parteieintritt und die Nominierung des Grebenhainer Bürgermeisters Sebastian Stang. Ulrich Höhn, der als Ortsvereinsvorsitzender die Versammlung leitete, zeigte sich höchst erfreut darüber, dass sich der 43-jährige Stang den Sozialdemokraten angeschlossen habe.

In der Pressemitteilung der Vogelsberger SPD heißt es, neben Stang wurden Höhn, selbst langjähriges Kreistagsmitglied und Vorsitzender der Gemeindevertretung, sowie der Fraktionsvorsitzende der SPD in Grebenhain Maximilian Ziegler für den Parteitag zur Listenaufstellung im Oktober nominiert. Der 60-jährige Betriebswirt Ulrich Höhn, der als Prokurist bei Fehl & Sohn Gebäudetechnik in Freiensteinau arbeitet, und der 28-jährige Wirtschaftsingenieur Maximilian Ziegler, der bei einem großen hessischen Mittelständler zurzeit beim Neubau des Terminal 3 in Frankfurt mitarbeitet, sind beide als stellvertretende Vorsitzende im Kreis für die SPD aktiv.

Patrick Krug, der als SPD-Kreisvorsitzender der Versammlung beiwohnte, freute sich sehr, dass die Grebenhainer SPD mit Stang, Höhn und Ziegler drei starke Kandidaten aus allen Altersstufen in das Rennen für den Kreistag schicke. Er begrüßte den Beitritt von Sebastian Stang zur SPD, der als kompetente und engagierte Persönlichkeit eine wichtige Verstärkung für die Kreis-Partei bedeute.

„Als Bürgermeister habe ich in den letzten Jahren erfahren müssen, dass die kommunale Selbstverwaltung und Gestaltungsräume immer stärker geschrumpft sind und durch Vorgaben von Land und Bund erschwert werden. Umso wichtiger ist es daher, innerhalb einer Region zusammenzustehen, denn als einzelne Gemeinde oder Bürgermeister kann man nichts mehr erreichen. Daher wuchs in mir der Wunsch, mich auch oberhalb der örtlichen kommunalpolitischen Ebene zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen“, sagte Sebastian Stang am Abend zu den Gründen seines Parteieintritts

Dabei seien für ihn die Grundwerte der SPD – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – die Grundpfeiler jedes politischen Handelns. Nachdem er 2019 sein Interesse an der Kreispolitik mitzuarbeiten öffentlich gemacht habe, sei die SPD auf Orts- und Kreisebene auf ihn zu gekommen und habe ihm das Angebot der Zusammenarbeit gemacht. „Über dieses Angebot habe ich mich auch deshalb sehr gefreut, da es auch belegt, dass wir in Grebenhain unsere politischen Differenzen beigelegt haben und gemeinsam nach vorne schauen wollen. Wichtig ist mir dabei, dass ich auch weiterhin als Bürgermeister für alle Fraktionen gleichermaßen in unserer Gemeinde da sein werde, denn unabhängig von der großen politischen Ausrichtung/Überzeugung jedes einzelnen, habe ich die Erfahrung gemacht, dass man auf der untersten Ebene unserer Demokratie in aller erster Linie als Mensch über die parteipolitische Ebene hinaus gefordert ist“, so Stang weiter.

Mit seinem Engagement in der SPD möchte er gerne mit seine Fähigkeiten auf der kreispolitischen Ebene einbringen und dabei auch den Interessen des Hohen Vogelsberges stärkeres Gewicht verleihen. Dabei liegen ihm vor allem die Themen Schule, Gesundheitsversorgung, generationengerechte Zukunftsentwicklung, Straßen und Landwirtschaft sehr am Herzen.

„Im Ortsverein möchte ich mich in der Mitgliederwerbung und der Nachwuchsgewinnung für die politische Arbeit einsetzen. Wir müssen hier noch früher ansetzen, jüngere Menschen für die politische Arbeit zu begeistern, indem wir Ihnen zeigen, dass es sich lohnt, sich für andere Menschen zu engagieren, und man auch sehr konkret im Kleinen etwas zur Verbesserung beitragen kann“, so Stang abschließend.

4 Gedanken zu “Grebenhains Bürgermeister Sebastian Stang tritt in die SPD ein

  1. „OL“ sucht doch immer nach neuen Video-Formaten. Das wäre doch mal eins: „Kommunalpolitiker zeigen ihr Parteibuch“ und beantworten dazu Reporterfragen. Zum Beispiel: „Warum gerade diese Partei?“ Oder: „Müssen Mitglieder anderer Parteien jetzt den Wohnort wechseln?“ Da könnte man dann so inhaltsreiche Sätze hören wie: „Daher wuchs in mir der Wunsch, mich auch oberhalb der örtlichen kommunalpolitischen Ebene zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen“. Oder:
    „Dabei seien für ihn die Grundwerte der SPD – Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität – die Grundpfeiler jedes politischen Handelns.“ Auch des politischen Handelns anderer Parteien? Da könnte man ja mal nachbohren.
    Und mancher könnte manches lernen, z.B. wie man „politische[n] Differenzen bei[ge]legt […] und gemeinsam nach vorne schauen“ kann oder „die Erfahrung [ge]macht, dass man auf der untersten Ebene unserer Demokratie in aller erster Linie als Mensch über die parteipolitische Ebene hinaus gefordert ist“. Frage: Liegen die „parteipolitische Ebene“ und die „unterste Ebene unserer Demokratie“ jetzt auf derselben Ebene? Knifflig, knifflig.

    Eine zweite Video-Serie könnte sich etwa um Partei-Karrieren drehen. Arbeitstitel: „Mein erstes Buch – Das Parteibuch“. Oder: Erfolgsmenschen verraten ihr Geheimnis: „Erst als ich dieses Buch gelesen hatte, ging es mit der Karriere aufwärts!“

    P.S.: Ist eigentlich das CDU-Parteibuch wirklich schwarz?

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  2. …treiben also Bürgermeister zum Eintritt in die Sozenpartei. Schuld seien die Vorgaben von Land und Bund. Regieren im Bund nicht die Sozialdemokraten seit Urzeiten in einer Groko mit? Und macht es Sinn, in einer Region den oppositionellen Schulterschluss mit einer Partei zu suchen, die in eben dieser Region den Landrat stellt? So ganz plausibel erscheint mir das nicht!

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    1. Er meint doch seine eigenen, beruflichen, Gestaltungsspielräume. Wahrscheinlich will er irgendwann mal rund ums Landratsamt die Hecken schneiden.

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  3. Sooo sieht also ein SPD-Parteibuch aus! Gut, dass man das mal gesehen hat. Ziemlich groß angesichts des sich auf ganzer Linie durchsetzenden Scheckkarten-Formats. Sozialdemokraten haben eben ein großes Herz und entsprechend große Brusttaschen, in die man so ein Parteibuch stecken kann. Man könnte es ja auch – ähnlich wie das früher verbreitete Einstecktuch am Sakko – oben immer ein wenig überstehen lassen. So weiß jeder gleich, wann er den Hund an die kurze Leine nehmen oder die Kinder ins Haus schicken muss (Scherz!).

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