Gesellschaft0

Schülerinnen und Schüler der Astrid-Lindgren-Schule sagen „Tschüss“ zu den ViertklässlernKonfetti, Fähnchen, Pompons: Abschied von der Hoppetosse

GREBENAU (ol). Eigentlich gehen in der Woche vor den Sommerferien die Großen der Astrid-Lindgren-Schule von Klasse zu Klasse und verabschieden sich aus der Grundschule. Eigentlich verteilen sie dabei kleine Leckereien an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler. Eigentlich drücken sie ihre Paten aus der Eingangsklasse noch einmal ganz fest. Und eigentlich gehört auch ein Gottesdienst für die Kinder und die Schulgemeinde zum Abschied von der Grundschulzeit. Eigentlich.

Denn in diesem Jahr ist alles anders. Und dennoch: Aus der Ersatzveranstaltung für die scheidenden Viertklässler ist am letzten Schultag vor den Ferien eine tolle Aktion geworden, die vielen Kindern in Erinnerung bleiben wird und die das Zeug zu einer neuen Tradition hat. Schon der erste Blick auf den „Limonadenbaum“ vor der Schule und die „Hoppetosse“, um die herum die Viertklässler jahrelang auf die Busse gewartet haben, wies daraufhin, dass dieser Tag etwas ganz Besonderes werden würde, heißt es in der Pressemitteilung der Schule.

Statt Limonade allerdings hingen Postkarten im Baum: „Das Leben ist schön“, stand darauf oder „Hab keine Angst. Ich komme immer zurecht“ – Zitate von Pippi Langstrupf, dem stärksten Mädchen der Welt, dessen Werte, seine Stärken für die Schwachen einzusetzen, den Schulalltag in Grebenau mitbestimmen. Jedes Kind der scheidenden vierten Klasse durfte sich später eine Postkarte davon mit auf den Weg nehmen. Genauso wie eine kleine Schultüte, die in passender Anzahl auf dem Grund der Hoppetosse bereitlagen. Dazu hatten die Patenkinder aus der Eingangsklasse Handabdrücke für ihre großen Paten angefertigt. Doch das war noch längst nicht alles.

Denn als die Schulglocke zum letzten Mal für dieses Schuljahr läutete, da hatten alle Schülerinnen und Schüler – von der Eingangsstufe bis zur dritten Klasse – ein langes Spalier aufgestellt, laute Musik ertönte und mit Fähnchen, Pompons und jeder Menge Glitzerkonfetti wurden die Großen verabschiedet. Derart gefeiert fiel ihnen der Abschied von ihrer Grundschule gleich etwas weniger schwer, wenngleich einige von ihnen gerne noch weiter in der kleinen, gemütlichen Gründchenschule geblieben wären.

Von der Eingangsklasse bis zur dritten Klasse standen sie Spalier für ihre scheidenden Mitschüler. Fotos: Traudi Schlitt

Doch Abschiede gehören zum Leben und bergen Neuanfänge, wie die Kinder nun wieder einmal erfahren. Auch sie hatten sich im Vorfeld eine schöne Abschiedsaktion für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ausgedacht: Selbstgebastelte Kartons mit kleinen Gummibärchentütchen hatten sie vor die Klassen gestellt. Für ein letztes Gespräch auf Distanz mit ihren Patinnen und Paten hatten sie eigens Dosentelefone gebastelt, die diese nun als Erinnerung mit nachhause nehmen durften.

Von den Schulpatenkindern gab es besondere Erinnerungen.

Die Viertklässler selbst hatten am Ende eine ganze Tüte mit Schul-Souvenirs eingesammelt. Darin befand sich noch ein selbstgestaltetes Heft mit Erinnerungen aus der Grundschulzeit und das Buch „Du bist einmalig“, das den Kindern nahebringt, dass der Wert eines Menschen nicht von der Meinung anderer abhängt. Oder, wie Pippi Langstrumpf sagen würde: „Glaubst du nicht, dass man Seeräuber und Eine-wirklich-feine-Dame gleichzeitig werden kann?“ Was sie alles werden können, das können die Kinder nun woanders ausprobieren, denn nach einer letzten Fahrt auf der „Hoppetosse“ brechen sie nun auf zu neuen Ufern.