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Vogelsberger AfD meldet sich zu den Kamax-Ereignissen zu Wort„Die SPD soll nicht den Unternehmen den schwarzen Peter zuschieben“

ALSFELD (ol). Dass die Kamax ihr Werk in Alsfeld schließen will und dass es auch in Homberg zu „Personalanpassungen“ kommen soll, ist eine Ankündigung, die bei der Vogelsberger SPD auf Ärger und Unverständnis trifft – das teilten die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung mit. Nun meldet sich auch die Vogelsberger AfD zu den Kamax-Ereignissen zu Wort und ist der Ansicht, dass die SPD Mitverantwortung am Stellenabbau bei Kamax trage.

„Wir verfolgen seit Wochen den Niedergang des Automobilzulieferers Kamax. Größter Arbeitgeber im Vogelsberg. Kamax wird bis Sommer 2021 sein Werk in Alsfeld schließen. Hinzu kommen die bis Ende des Jahres andauernde Kurzarbeit und Entlassungen in Homberg/Ohm von rund 100 Mitarbeitern sowie in den europäischen Standorten. Dies geht aus einem Schreiben der Geschäftsleitung vom 18. Juni 2020 hervor, welches der AfD vorliegt“, schreibt die AfD.

Als Gründe gibt die Geschäftsleitung an, Zitat: “Wir werden durch die Transformation der Automobilindustrie sowie durch die Corona-Pandemie gleich doppelt hart getroffen.“
„Wer bislang glaubte, dass die Umstellung auf das „Elektroauto“ keine Arbeitsplätze kosten wird, sollte nun seine Augen öffnen. Die erheblichen Auswirkungen der ‚Corona-Krise‘ auf die Wirtschaft sind unstreitig und alarmierend“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Bei Kamax führe die Geschäftsleitung nun aber unmissverständlich vor, dass die „Transformation“ der Automobilindustrie, wie es gerne schönmalerisch umschrieben wird, Arbeitsplätze kostet. Es ist aus Sicht der AfD sehr zu bezweifeln, dass eine gleiche Anzahl an neuen Arbeitsplätzen im “E-Mobilitäts-Bereich“ entstehen werden oder gar, dass die Mitarbeiter in die neuen „E-Bereiche“ übernommen werden können.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hatte laut Pressemitteilung noch im März vollmundig verkündet, dass die „Corona-Krise“ keine Arbeitsplätze kosten würde. Die Realität spreche jedoch eine andere Sprache. „Fehleinschätzungen, keine Strategien, Geldentnahme aus allen Löchern, um solche woanders stopfen zu wollen. Vollmundige Erklärungen. Über allem steht der Irrglaube, ein reiches Land zu sein. Unsere Schlüsselindustrien wurden nach und nach vernichtet. Der Irrglaube an „erneuerbare Energie“, die Wahnvorstellung, das Verkehrswesen quasi per Ansage auf „Elektro“ umstellen zu können, ist der nächste Schritt zur Aufgabe des Standortes Deutschland“, macht MdB Uwe Schulz aus dem Wahlkreis 173 Gießen/Alsfeld deutlich.

Die Vogelsberger SPD erklärte jüngst in einer Pressemeldung ihren Ärger über die Vorgehensweise der Kamax-Geschäftsführung. „Die SPD soll nicht den Unternehmen den schwarzen Peter zuschieben. Die SPD hat durch ihr politisches Wirken in den letzten Jahren vielmehr massiv zum Verfall der Autoindustrie in Deutschland beigetragen und präsentiert sich in der aktuellen Krise planlos und unternehmensfeindlich. Die SPD im Vogelsbergkreis macht sich damit in höchstem Maße unglaubwürdig.“, ergänzt Kreissprecher Gerhard Bärsch.

„Die betroffenen Beschäftigten müssen eine Perspektive erhalten. Die energiepolitische und ideologische Verdammung des Verbrennungsmotors muss sofort beendet werden. An der Automobilindustrie hängen unzählige Zuliefererfirmen und deren Mitarbeiter, die nun für die verfehlte Energie- und Wirtschaftspolitik der Bundesregierung die Konsequenzen zu tragen haben. Wir fordern eine Abkehr von der ideologischen Verkehrswende und einen Einstieg in eine kluge Energiepolitik mit einem gesunden umweltschonenden Energiemix als Basis. Die AfD steht an der Seite der Beschäftigten und betroffenen Unternehmen“ , so Schulz und Bärsch.

18 Gedanken zu “„Die SPD soll nicht den Unternehmen den schwarzen Peter zuschieben“

  1. In erster Linie ist die Auto Industrie in Deutschland selber schuld an ihrem desolaten Zustand!
    Betrug und katastrophale Fehl-Entscheidungen des Management bei den Auto Herstellern, sind verantwortlich für die Lage in der sie sich heute befinden, und keine Wirtschafts oder Umwelt Politik der SPD 🌹.
    Das mit der E- Mobilität und Mobilitätswende, sowie der Klima-freundlichen Industrie wegen des Klimawandels, scheint noch nicht jeder verstanden zu haben.
    Und zur AFD spart man sich am besten jeden Kommentar, die haben von nichts die geringste Ahnung, braucht man sich nur die Reden im Bundestag ansehen das A steht für Ahnungslose!

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    1. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Gerade was die Wirtschafts- oder Umweltpolitik der SPD angeht, von der Sozialpolitik gar nicht zu reden. Wie wenig Grund wir haben, die faulen Kompromisse der Sozen zu verteidigen, zeigt sich doch gerade in der unglaublichen Verstrickung des einstigen Vizekanzlers und SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in die miesen Geschäfte des Fleischwarenmilliardärs Tönnies (https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2020/Gekauft-Sozialdemokrat-Gabriel-beriet-Fleischmogul-Toennies,toennies138.html)! Besonders empörend: Wie die kleinen Leute verarscht und belogen werden, um ihnen vorzugaukeln, wie sehr die SPD sich um ihre Belange kümmert. Und am Ende hat sich wieder mal für die nächsten 5 Jahre nichts geändert, nur der SPD-Bonze hat sich die privaten Taschen gefüllt. Aber natürlich könnte man auch jede andere der sog. „Volksparteien“ oder bürgerlichen Parteien hernehmen. Siehe Philipp Amthor Co.
      Die Jahrzehnte lange Sparpolitik hat dafür gesorgt, dass es in keinem Bereich der Gesellschaft noch wirksame Kontrollen gibt. Über die Jahre ist erst die Fähigkeit zur staatlichen Überwachung der Einhaltung bestehender Gesetze und Vorschriften verloren gegangen und danach auch der Wille hierzu. Die Staatsdiener werden mehr und mehr demotiviert, weil der Dienstherr sie bestenfalls mit billiger Rhetorik unterstützt. Das frisst sich von ganz oben (Bundesbehörden) bis hin zum/zur kleinen Zugbegleiter*in und Fahrkartenkontrolleur*in durch. Jüngstes Beispiel: https://www.hessenschau.de/panorama/wie-zugbegleiter-unter-hessenticket-betruegern-leiden-,hessenticket-betrug-100.html

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  2. Schwarzer Peter – roter Peter – grüner Peter – blauer Peter… Das Peter-Prinzip (siehe https://www.youtube.com/watch?v=2r_u1F3IQNU) macht jeden Peter zum Horst oder zum Karl-Heinz. Das dicke Eigentor zählt nicht. Peter Krug stand im Abseits und war vorher noch – wie üblich – von Miesepeter Peter Blau schwer gefoult worden.
    Und dank Virus haben jetzt alle Ziegenpeter oder Mumps. Mit Wumms. Da kann Krug der AfD so lange in die Hände spielen bis er bricht. Die fängt ihn trotzdem nicht. Den Ball. Ick ruf jetz ma den Peterwagen, wa?

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  3. Kommentar – abendland – 22:03

    Ich habe einen wichtigen Industriezweig vergessen, der ebenfalls fast platt gemacht wurde: Die Energieerzeugung.
    Wir hatten einen hervorragenden Energiemix bestehend aus den fossilen Brennstoffen und der Kernenergie. Grundlast und Regellast waren aufeinander abgestimmt. Jetzt nicht mehr.

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    1. Wir hatten auch mal eine hervorragende Forscherelite, bestehend aus Werher von Braun, dessen Raketen meistens beim Start schon explodierten und ihr Ziel nie trafen. Und danach kamen die Fossilien aus der Kernkraftforschung mit ihren Sackgassen-Konzepten ohne Zwischen- und Endlager. Und dann kamen Tschernobyl und Fukushima.

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  4. Das sind doch mal wohl durchdachte umweltpolitische Forderungen! Was mich betrifft, beende ich „die energiepolitische und ideologische Verdammung des Verbrennungsmotors“ unverzüglich zu Gunsten „eine[r] kluge[n] Energiepolitik mit einem gesunden umweltschonenden Energiemix als Basis“. Denn die Automobilindustrie ist wahrlich arm dran. Jetzt auch noch (der rechte) Arm ab, nein, dass geht wirklich nicht. Da ist die SPD für ihr „politisches Wirken“ – immerhin scheint es – im Gegensatz zur AfD – ein solches ja gegeben zu haben, massiv zu kritisieren, weil sie „massiv zum Verfall der Autoindustrie in Deutschland beigetragen“ habe und sich „in der aktuellen Krise“ – gemeint ist wohl diese Grippewelle – nun auch noch „planlos und unternehmensfeindlich“ präsentiere.
    Nun, da hat man aber lange den Speichel und den Urin gesammelt, um die Sozen mal so richtig unter Beschuss zu nehmen. Spucken ist im Moment etwas ungünstig (wegen dieser Gesichtsmasken), aber Anpinkeln geht immer. So lange der Vorrat reicht und bis die Wadenstrümpfe feucht werden.
    Was nicht reicht, ist wie üblich der AfD-Vorrat an politischen Argumenten oder konkreten Kritikpunkten. Das ist ja das Heimtückische an den Roten. Obwohl sie an allem schuld sind, lassen sie sich nie genügend zuschulden kommen, dass man sie dafür im Angesicht des tausendjährigen Vogelschisses mal so richtig zu der von ihnen gescheuten Verantwortung ziehen kann. Beispiel Volkswagen. Vom Führer eindringlich be-führ-wortet. Nun in den Klauen kommunistischer Niedersachsen. Doch während A.H. in der Verbrennung ein durchgängig wirkungsvolles Prinzip erkannt hatte, wollen die Sozen jetzt plötzlich mit Batterieautos um die Häuser fahren. Und die Autoindustrie muss hilflos zusehen, wie sie nicht nur den technologischen Fortschritt verschlafen hat, sondern einen Großteil der nicht rechtzeitig in neue Technologien investierten Gewinne für Strafzahlungen und Entschädigungen an hintergangene Aufsichtsbehörden und betrogene Kunden abführen muss.
    Aber wenn Wolfsburg einen Schnupfen bekommt, das lehrt die Geschichte, kriegt die Welt von Wolfsburg bis zur Wolfsschanze und vom Mars bis an die Murmel die Grippe. AfD und Pandemie… Wie reimt sich das z’sammen? Die AfD hält sie für Vogelschiss. Die SPD glaubt, dass sie nicht schuld dran is. Da findet man keinen Kompromiss. Ja, so reimt sich das zusammen, ja so reimt sich das zusammen…

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    1. „AfD und Pandemie… Wie reimt sich das z’sammen? Die AfD hält sie für Vogelschiss. Die SPD glaubt, dass sie nicht schuld dran is. Da findet man keinen Kompromiss. Ja, so reimt sich das zusammen, ja so reimt sich das zusammen…“

      Köstlich!!!

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  5. Abgesehen von der energie- und umwelt-politisch eminent schädlichen Rolle, die das „Elektroauto“ spielen wird, verkennen die geisterfahrenden Altparteien, allen voran die grün-linken,dass analog dem Boom mit traditionell angetriebenen Fahrzeugen, auch bei „Elektroautos“ aus dem asiatischen Teil der Welt eine erhebliche Konkurrenz erwachsen wird, insbesondere durch China.
    Während die Benziner und Diesel aus komplexen Baugruppen bestehen, deren Zusammenspiel und Optimierung deutsches Ingenieurwissen erfordert, wird die Massenproduktion von e-Autos für die Hochtechnologieländer China und Japan überhaupt keine Probleme darstellen. Dies wird eine enorme Anzahl von Arbeitsplätzen kosten.
    Es ist eine Verhöhnung des deutschen Arbeiters sondergleichen, wenn einerseits, insbesondere durch die Politik der mitregierenden SPD, nacheinander wichtige Standbeine wie chemische Industrie, pharmazeutische Industrie und jetzt die Autoindustrie massiv benachteiligt werden und jetzt so getan wird, als seien die Unternehmer diejenigen, die gegen den Widerstand von SPD und Gewerkschaften ihre Unternehmen an die Wand fahren.

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    1. …erreicht in diesem Kommentar ihren vorläufigen (Ver-)Höh(n)epunkt! Wie will man denn China und Japan daran hindern, den Weltmarkt mit preiswerten Elektroautos zu überfluten? Indem man eine Entwicklung, die nicht zu stoppen ist, NICHT VERKENNT? Na gut. Verkennen wir sie also nicht, die Gefahr aus Asien. Und was machen wir jetzt? Dritter Weltkrieg? Totale Einfuhr-Blockade? Sämtliche deutsch Häfen verminen? Einsatz der deutschen U-Boot-Waffe gegen Öltanker? Ein tödlicher Virus, der sich über das Stromnetz verbreitet und alle E-Mobilisten dahin rafft? Zur Vergeltungswaffe umgebaute Aluhüte? Wer kauft denn dann im Ausland noch deutsche Waren!? Und mangels eigener Ölquellen fahren wir dann wahrscheinlich wieder mit Holzvergaser, denn um Öl einzukaufen, brauchte man ja die Devisen aus dem Export. Hören Sie doch auf zu spinnen!

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      1. Schade, Zahlen, Daten, Fakten sind das nicht. Ich muss mal etwas Schmunzeln:
        Sie haben wohl gerade selbst einen Aluhut auf?

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    2. @ abendland 23.06.2020 um 17:03 Uhr

      Zahlen, Daten, Fakten
      Zeigen Dir den Nackten

      Sie bringen nur „alternative Fakten“ ohne jegliche Daten und Zahlen. Damit setzen Sie nur Behauptungen in die Welt. Mit der Methode kann man bestenfalls Präsident der Doofen in den USA werden. Was Trump twittert, erweist sich auch sofort als Lüge, sobald man den Daten- und Fakten-Check macht.
      Daten und Fakten besitzen für sich im übrigen keinerlei Aussagekraft. Schon der Nachweis, dass sie aus seriösen Quellen oder Messungen stammen, ist ungeheuer schwierig und kann nur im wissenschaftlichen Diskurs von möglichst vielen ausgewiesenen Fachleuten geführt werden, die sich auf die entsprechenden Methoden einigen müssen. Also backen Sie mal schön kleine Brötchen, denn Sie haben keine Ahnung, sondern nur ein unwissenschaftliches Weltbild.

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    1. Blödsinn! Wieso sollte man etwas bauen wollen, was der Markt ganz offensichtlich nicht haben will? Die Kunden stimmen per Kaufentscheidung ab und entscheiden sich nach wie vor für effiziente Verbrenner statt für unausgereiften E-Schrott. Die Zulassungszahlen zeigen sehr deutlich: E-Autos sind ein Nischenprodukt als Drittwagen für umweltaffine Lattemacciato-Helikoptermuttis. Aber keinesfalls die Zukunft der Mobilität.

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      1. Parkten die nicht noch vor kurzem ihren fetten SUV vor Bioläden und Waldorfschulen?
        Die nächste Aufrüstungsstufe ist wahrscheinlich die Flugtaxi-Drohne. Und der kleine e-mobile Stadtflitzer fährt autonom hinterher. Nur so, weil er’s kann.

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  6. Ich wünschte es wäre nicht so, aber hier hat die AfD tatsächlich einen Punkt. Patrick Krug hat der SPD ein dickes Eigentor geschossen. Statt pseudowichtig die Backen aufzublasen und das Ergebnis der eigen Politik zu kritisieren, sollte er besser selbst aktiv werden: Zum Beispiel sich innerhalb der SPD für starke Unternehmen und Industriearbeitsplätze einsetzen. Und gegen naive Ideologiemärchen vom günen E-Auto und Randgruppenromantik, die die SPD zunehmend lächerlich erscheinen lassen. Krug ist lange genug dabei um solche Fehler eigentlich nicht mehr zu begehen. Er spielt aber der AfD durch seine Fehler einfach in die Hände. Ein trauriges Schauspiel und peinlich für die einstmals so stolze Vogelsberger SPD…

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  7. Für totale E-Mobilität fehlt vor allem an Stromleitungen. Damit die Autos nach Feierabend alle gleichzeitig geladen werden können braucht jedes kleines Parkhaus ein Anschluss mit Mittelspannung mit 40.000 Volt. Wenn es wie bei DSL Ausbau vonstatten geht, dann dauert es 200 Jahre um Deutschland flächendeckend für E-Mobilität zu erschließen. Damit eine Familie ihre 3 Autos gleichzeitig laden kann.

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