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Forderung des BUND an den Vogelsberger Kreistag im WortlautKeine A49, Tempo 30 innerorts sowie ein Radverkehrs- und ÖPNV-Konzept

VOGELSBERGKREIS (ol). Am heutigen Dienstag tagt in 2020 zum ersten Mal wieder der Vogelsberger Kreistag. Das ist für den BUND Kreisverband Vogelsberg Anlass, die gesammelten Unterschriften für die Ausrufung des Klimanotstands zu übergeben. Er erwartet, dass der Kreistag nach den Klimaereignissen der letzten Jahre und Monate Maßnahmen ergreift, um den menschengemachten Klimawandel zu bremsen: Keine A49, keine B254n, ein kreisweites Radverkehrskonzept, ein grundsätzliches Tempo 30 innerorts und ein kreisweites ÖPNV-Konzept. Die Forderung des BUND Vogelsberg im Wortlaut.

„Sehr geehrte Kreistagsabgeordnete, Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter,

Unsere Forderung ist: Den Klimanotstand auszurufen! Dadurch verpflichtet sich der Kreis, alle künftigen Entscheidungen der Bekämpfung des Klimawandels unterzuordnen.

Seit Januar gestalten wir alle das neue Jahrzehnt. Durch Gesetze, Regelungen, Investitionsentscheidungen und Diskussionen werden die Randbedingungen für die gesellschaftliche Gemeinschaft aktiv gestaltet. Sie haben dabei einen nicht unerheblichen Handlungsspielraum. Im Rahmen der „Fridays for future“-Proteste haben wir Unterschriften gesammelt um auf die dramatische Situation des Klimawandels und Artensterbens hinzuweisen. Und damit Ihnen, als politische Verantwortliche, ein deutliches Signal zu senden: Für verantwortungsvolles Handeln!

Sehr überrascht sind wir, dass noch in 2019 die Mehrheit der Abgeordneten im Vogelsberger Kreistag der Meinung war, einen Klimanotstand im Vogelsberg auszurufen sei nicht nötig! In der Bildsprache übersetzt heißt das, es ist Feueralarm, aber warum sollten wir im Vogelsberg auf Kreisebene Maßnahmen ergreifen, um das Feuer zu löschen. Nach dem Motto: Sollen doch die anderen ran. Der Klimawandel ist eine große Herausforderung für alle von uns. Wir fordern, dass der Vogelsbergkreis hier seiner Pflicht nachkommt, der jungen Generation eine lebenswerte Welt zu bewahren. Ein „weiter so“ kann es nicht geben. Gerade die Forst- und Landwirte im Vogelsberg haben in letzter Zeit mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen.

Wir erleben ein Artensterben gigantischen Ausmaßes. Nicht nur bei uns in Deutschland schwindet die Vielfalt an Tieren und Pflanzen drastisch! In Brasilien, Russland und Australien brennen Wälder und damit alles was lebt! Der Glaube daran, dass durch ein immer mehr und immer schneller der Wohlstand wächst, hat sich angesichts der immer stärker spürbaren Umweltauswirkungen als falsch herausgestellt.

Position zur Energiewende: Im Vogelsberg wird bereits heute mehr Strom aus Wind und PV und Biogas erzeugt als irgendwo anders in Hessen. Pro Einwohner werden in vielen Gemeinden 10.000 kWh erzeugt, manchmal sogar erheblich mehr. Auf den Vogelsberger Flächen wird somit ein erheblicher Anteil des regenerativen Stroms in Hessen erzeugt. Die Frage ist nicht ob die Energiewende kommt, sondern vielmehr wie sie gestaltet wird und wer davon profitiert. Wichtig für die Akzeptanz ist doch: Die Region muss davon profitieren, wenn die Menschen vor Ort den optischen Schaden haben! Die Gewinne sollen in der Region bleiben und nicht an internationale Investoren fließen.

Position zur Verkehrswende: Wir brauchen einen ökologischen und sozial gestalteten Verkehr in unserer Region. Wir brauchen wirkliche Alternativen zum Auto! Bahn und Bus, Radfahren und zu Fuß gehen müssen attraktiver werden. Dazu müssen vernetzte Konzepte auf Kreisebene her, mit guten Abstimmungen auch zu anderen Kreisen. Die Lösungen des vergangenen Jahrhunderts können nicht die Antwort sein auf die zukünftigen Herausforderungen. Wir fordern neue und attraktive Bahnen statt neuer Autostraßen!“

14 Gedanken zu “Keine A49, Tempo 30 innerorts sowie ein Radverkehrs- und ÖPNV-Konzept

  1. Die Polizei oder das Ordnungsamt sollte jetzt zügig den Wald von den Baumbesetzern räumen lassen. Mehr als 2 Personen werden es sicher sein. Und damit ist dies zur Zeit verboten . Sollte es für die Räumung an Personal Mangeln stelle ich mich gern freiwillig bereit . Aber da werden ja bei den Baumbesetzern alle Augen zu gedrückt , aber wehe der brave Mann steht mit 2 Nachbarn beim Bierchen zusammen da gibt es gleich Ärger. Also raus mit den Heinis aus dem Wald und fertig .

  2. Was machen jetzt eigentlich die Baumbewohner im Dannenröder Forst, wo doch keine Menschenansammlungen mit mehr als 1 Person ab gestern erlaubt sind?
    Werden die Baumhäuser jetzt geräumt? Dürfen die A49-Gegner jetzt noch in den Wald gehen und die Aktivisten versorgen? Rein rechtlich müsste diese Ansammlung von mehreren Personen ja aufgelöst werden, oder sitzt jetzt jeweils nur noch 1 Person im Baum!? Wie schützen die sich vor dem Virus und was passiert, wenn einer von denen positiv ist? 2 Wochen Quarantäne in 20 mtr. Höhe wären sicherlich nicht so prickelnd, ohne Klo und Klopapier. Also, was ergibt sich hier zukünftig ?

  3. @Dummschwaetzer

    Sinnlos auf diesen Kommentar näher einzugehen. Ich verzichte auf eine Erklärung. Die Verwendung von Fremdwörtern bedeutet nicht automatisch das Vorhandensein von Sachverstand.

  4. @Nur ein Beobachter

    Ich mache Ihnen gern ein Kompliment für Ihre sehr reflektierte Antwort. Vieles von dem was Sie geschrieben haben kann ich sofort ‚unterschreiben‘.

    Danke für Inhalt und Stil Ihres Beitrags.

  5. @“Nur ein Leser“
    Ich nehme es mal als Kompliment an, sollte es so eins sein.
    Sie haben Recht, ohne Internet war ein „Schnupfen“ ein „Schnupfen“.
    Mit Internet ist es heute ein „Krebsgeschwür“ in der Nase.
    Und das Schlimme daran ist, die Menschen glauben es noch.
    Sie haben Recht! Ich bin kein Störenfried, ich schaue mir alles mit einem gewissen Abstand an, und Urteile dann.
    Ich bin auch in einem Alter, wo ich mir den Lauf der Vergangenheit anschauen kann.
    Beispiel:
    Klar es ist Wärmer geworden, ich stampfe nicht mehr wie früher durch 30 cm Neuschnee, und muss auch nicht bei 25 Grad minus (wenn die Kiste überhaupt ansprang) an die Arbeit fahren. Die Temperaturen steigen aber nicht seit „Greta“ in Höhe, sondern seit Jahrhunderten (auf unserem Kontinent)
    Das am Nord- und Südpol, das Eis zurückgeht, ist nicht von der Hand zu weisen, aber dass unsere Weltmächte schon in den „Startlöchern“ stehen, um die dortigen Fossilen Rohstoffe (nicht nur Fossilen Rohstoffe) zu fördern, hört man selten. ….. Fossilen Rohstoffe, wie kommen die da hin?
    Fakt ist einfach: Es gibt zu viele Menschen auf dieser Welt! Solange aber ein paar wenige das Geld in den Händen halten, wird sich nichts ändern. Was mich daran beruhigt, ist die Tatsache, dass sie auch ohne Dienstmädchen nicht weiter kommen.
    Auch der Corona Virus spielt da eine Rolle, woher er auch immer kommt. Ich bin mal gespannt, ob bei VW, Ford, BMW, Audi, usw. ganze Werke geschlossen werden. Zurzeit macht man ja nur die kleinen Mittelständler „platt“.
    Es geht doch nur noch ums Geld…..und sonst nix mehr! Aber es rächt sich für den Menschen, und nicht für die Tiere! Die werden uns überleben, egal in welcher Form!

  6. „Was stört sind viele der heutigen Menschen“. Was für ein kraftvoller Spruch. Sie gehören wohl nicht zu den Störenfrieden vermute ich mal. Ja, ja, früher war alles besser, so gar die Kommentare. Was waren das noch Zeiten als es kein Internet habe.

  7. Bitte Kommentar in der OZ von heute Morgen lesen. Mehr Straßen führen zu einem höheren Verkehrsaufkommen. Ich kenne keine Stadt die nicht über zuviel Verkehr klagt. Ernst gemeinte Frage:
    Warum hat man die B 62 nicht schon vor Jahrzehnten an Alsfeld vorbei geführt?P

    1. Mehr Straßen führen zu mehr Verkehr? Wo lernt man denn einen solchen Humbug? Glaubst du wirklich daran? Bauen Straßen Autos, die dann auf ihnen fahren?

      Wer so einen Unsinn verzapft hat noch nie etwas zwischen dem Unterschied von Korrelation und Kausalität gehört.

  8. Sehr geehrte Kreistagsabgeordnete, Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter,
    ich fordere den sofortigen Weiterbau der A49 um die Menschen die im Umkreis der A5 wohnen zu entlasten. Auch wir wollen „leben“ gesund leben . Wir brauchen die Entlastung der A49. Für mich sind die Forderungen die A49 nicht zu weiter zu bauen reines Eigeninteresse nach dem Motte was schert mich der Lärm,Schmutz,LKW Verkehr des Nachbarn. Also sofortiger Weiterbau.

  9. Ach, ich habe noch etwas zu schreiben für die „Weltverbesserer.
    Verzichtet auf eure: Handys, Autos, Kühlschräke, Internet, Heizung, Amazon, Akkus, Waschmittel, Klospülung, Elektroherd, Urlaub, Unterwäsche aus Fernost, Fahrräder mit Akkus, Glas, usw., dann wird es uns schon besser gehen.
    Tiere brauchen das alles nicht, deswegen sind sie uns immer einen Schritt voraus.

  10. Was redet ihr für ein Blödsinn!
    Luchs und Wolf fühlen sich hier wieder heimisch!
    „Artensterben gigantischen Ausmaßes“: Gott sei Dank, sonst könnten wir uns hier nicht unterhalten!
    Singvögel werden immer mehr, und sie haben gar keinen Grund mehr nach „Süden“ zu fliegen.
    Durch die „Erwärmung“ wird das Futterangebot (Insekten) immer grösser.
    Ich freue mich über jedes „Grad“ wo es wärmer wird, dadurch ist in meinem Garten mehr los.
    Persönlich habe ich durch die „Erwärmung“ weniger CO2 ausgestoßen.
    Musste weniger heizen, brauchte mein Auto morgens nicht 10 min warmlaufen lassen.
    Es wird doch alles besser, wir verbrauchen doch weniger CO2.
    Wo liegt das Problem?
    „Soderle“, jetzt noch ein Aufruf an all die Weltverbesser! Zeigt es uns, wie ihr „Blödmenschen“ auf all euren Luxus verzichten wollt! Dann müsst ihr auch diese Plattform ausschalten, da sie sehr viel CO2 verbraucht.

    Was stört in dieser Welt, ist halt viele der heutigen Menschen!

  11. Es ist legitim, wenn Umwelt-Kiddies und Greta-Jünger vor lauter „Klimanotstand“ nicht in den Schlaf kommen.

    Es ist albern, wenn dies auch Erwachsene tun. Sie sollten klüger sein. Klimanotstand im Vogelsberg? Albern!

  12. Keine A49 = keine Entlastung für Ortschaften und weiterhin Umwege die zu höherem Ressourcen Verbrauch führen, hat das mal jemand gegen gerechnet?

    Tempo 30 = Kann man froh sein wenn man 30kmh überhaupt erreicht in Alsfeld, damit wäre dann die Grüne Welle erledigt (wenn sich die Gelegenheit mal bietet)

    ÖPNV = Fahren ab wo ich nicht bin und fahren hin wo ich nicht hin will und zu Zeiten wo ich sie nicht brauche, sowas lohnt nur in Großstädten ansonsten Fahren die nur so gut wie leer rum (Siehe Alsfelder Stadtbus)

    Mit dem Thema Fahrradwege könnte ich mich noch anfreunden wobei das hier in Alsfeld platzbedingt fast unmöglich wird.

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