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Arbeitsplatz auf Abruf im Alten Postamt in AlsfeldFlexibel erfolgreich

ALSFELD. On-Demand. Alles auf Abruf, nur wenn man es braucht. Die Amerikaner haben es anscheinend mit den Trends, die nach Deutschland überschwappen. Seit einigen Jahren bekommt ein Arbeitstrend aus den USA auch immer mehr Bedeutung in Deutschland: Co-Working ist das neue Buzz-Word – und das findet man im Alten Postamt in Alsfeld.

Die „neue Arbeitsform“, die zum Beginn des Jahrzehntes auf der anderen Seite des Atlantiks Fuß fassen konnte, scheint der Messiahs der Freelancer, Freiberufler, kleinere Start-Ups und digitale Normaden zu sein. Aber was versteckt sich genau hinter dem Co-Working und wieso kommt diese Arbeitsform solchen Arbeitnehmern gerade gelegen?

Zerpflückt man das Wort einmal in seine Bestandteile, dann wird schnell klar, was genau hinter Co-Working steckt. Co, vom lateinischen „mit-, zusammen, völlig“ kommend, wird kombiniert mit dem englischen Wort für Arbeit. Zusammen arbeiten, heißt es also. Aber wer arbeitet mit wem?

Co-Working findet in sogenannten Co-Working Spaces statt. Die kann man sich vorstellen wie eine Mischung aus einem voll ausgestatteten Großraumbüro und einem Hotel. Bei den Spaces hat man die Möglichkeit, sich nach Tages-, Wochen- oder Monatsangeboten einzumieten. Man kauft sich quasi sein Büro all-inklusive auf Zeit.

Ein Vorteil daran: Die Spaces sind meisten günstiger als die Kosten für ein eigenes Büro. Das ist aber keineswegs der Grundgedanke von Co-Working. Vielmehr geht es dabei ums Networking. Schon wieder eines dieser Buzz-Words. Beim Networking geht es an sich um das, was viele Geschäftsleute auf Messen, Kongressen und anderen Treffen schon tun lange: Kontakte knüpfen und halten. Grundsätzlich arbeitet man in den Spaces zwar an verschiedenen Projekten, dennoch ziehlt man darauf ab, eine Community zu gründen.


Das geht natürlich nicht ohne gemeinsame Grundwerte, weswegen man bestimmte Werte teilen sollte, wenn man sich dem Co-Working verschreiben möchte. Ganz wichtig dabei: Die Offenheit gegenüber Neuem, neuen Menschen und neuen Erfahrungen. Sich gegenseitig helfen, Ressourcen schonen, voneinander lernen, miteinander arbeiten. Das ist der Sinn  hinter dem neuen Trend Co-Working.

Und der Trend findet nicht nur Einzug in den Metropolen des Landes, sondern auch immer mehr auf dem Land, wie zum Beispiel im Alten Postamt in Alsfeld. Auch da ist es möglich, sich als Freiberufler, Freelancer oder etwas ähnliches ein Büro auf Zeit zu mieten.

 

Altes Postamt Alsfeld

Ludwigsplatz  1
36304  Alsfeld
Telefon: (06631) 705440
Fax: (06631) 705488
info@altes-postamt-alsfeld.de
https://www.altes-postamt-alsfeld.de


5 Gedanken zu “Flexibel erfolgreich

  1. …dass ich bereits im Rentenalter bin! Zu meiner Zeit gab es noch überwiegend tarifgebundene Jobs. Selbst für Studenten- und geringe Teilzeitbeschäftigungen wurden Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Lediglich ein paar Gemeinnützige wie das Jugendherbergswerk zahlten Hungerlöhne. Dafür gab’s dann aber was zu futtern und günstige Wohnmöglichkeiten. Dank auskömmlicher Rente muss ich nicht mehr in die Alte Post, sondern genieße die Entschleunigung. Gestern war „Tag des Nichts(tuns)“, wo man sich bewusst der Muße hingeben konnte/sollte. Kommt übrigens auch aus den USA (https://www.kuriose-feiertage.de/tag-des-nichtstuns-in-den-usa/). Es ist eben nicht alles schlecht im Reich des Bösen!

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    1. Einerseits finde ich die Veränderungen in der Arbeitswelt, so wie sie in dem Konzept „Co-Working“ und „Networking“ hier anklingt, recht spannend. Andererseits erscheint mir der Umgang mit diesen Veränderungen, die ich als „dramatisch“ einstufe, in dem ArtiKel allzu unreflektiert. Wenn ich diese jungen Gesichter sehe und dazu diesen locker-flockigen Text lese, kommt mir das ein Stück weit wie Gehirnwäsche vor. Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Position verschwimmen völlig. Auch die Folgen dieses Arbeitens ohne langfristige Ausbildung, langfristige Arbeitsverträge und langfristige Lebensplanung werden einfach ausgeklammert. Im akademischen Bereich haben wir schon diese vollständige Auflösung. Der akademische Nachwuchs vagabundiert heute von einem kurzfristigen Lehrauftrag zum anderen durch die ganze Welt und wird teilweise gezwungen, ohne Vergütung zu arbeiten, nur um bestimmte akademische Qualifikationen durch zu lange Unterbrechungen nicht zu verlieren. Wer keine reichen Eltern hat oder zur glücklichen Erben-Generation gehört, kann sich eine universitäre Karriere überhaupt nicht mehr leisten oder wird sklavisch abhängig von seinen akademischen Ausbildern. Wollen wir das? Es wird doch immer darüber geklagt, dass die Jugend ihrer Zukunft beraubt werde; durch den demografischen Wandel, die Umweltzerstörung usw. Nur da belastet man die nachfolgenden Generationen leichtfertig mit Millionen Menschen, die während des Arbeitslebens bereits krank werden (https://www.sueddeutsche.de/karriere/jobunsicherheit-wenn-arbeit-krank-macht-1.3319579) und für deren Alterssicherung die Allgemeinheit aufzukommen hat.
      Heute wurde in der Hessenschau ein Konzept für lebensnahe Lerninhalte vorgestellt (https://www.hessenschau.de/tv-sendung/schule-fuer-das-leben,video-112278.html).
      Aber die schöne neue Arbeitswelt war da gar nicht eingepreist. Da wurden die Probleme der Elterngeneration aufgearbeitet: Wie mache ich meine Steuererklärung. Was ist ein Bausparvertrag. Das soll die jungen Generation auf „das Leben“ vorbereiten? Vollkommen irre!

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  2. Nicht alles ist gut was über den großen Teich kommt,es bringt neue abhängigkeiten.

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  3. …brauchen die Kinder das Arbeitsleben nicht weiter ernst nehmen und können als Freelancer, Freiberufler, kleine Start-Upper und digitale Normaden dem stylischen Co-Working frönen. Am besten zieht man ganz in das Mietbüro und schkläft unter dem Schreibtisch, denn eine Wohnung kann man sich natürlich mit „Gehalt on demand“ nicht mehr leisten und ein eigenes Auto zu unterhalten wäre uncool.
    Und damit das Leben in Buzzyland noch mehr Spaß macht als ohnehin schon nicht, stellt man auch noch die völlig falsche Frage: „Und wieso kommt diese Arbeitsform solchen Arbeitnehmern gerade gelegen?“
    Zerpflückt man diese Buzz-Frage einmal in ihre Bestandteile, dann wird schnell klar, dass von Arbeitnehmern im klassischen Sinn gar nicht gesprochen werden kann, sondern eher von prekär Beschäftigten, Tage- ach was – Stundenlöhnern, die statt in einer Firma in einer Mischung aus Stundenhotel und Mietbüro arbeiten; und zwar „on demand“ = gelegentlich.
    Hinter Co-Working steckt immer Buzz, der gewiefte Trend-Unternehmer. Er hat im Gegensatz zum Old-School-Dummdumm-Unternehmer der untrendigen Vergangenheit, der noch I-N-V-E-S-T-I-E-R-T-E (hahahahaha), bevor er mit dem Geldverdienen anfing, begriffen, dass es auch anders geht.
    Statt ein eigenes Firmengebäude zu errichten oder anzumieten, bucht er stunden-, tage- oder wochenweise etc. einen Co-Working Space, eine Mischung aus Großraumbüro und Stundenhotel. Da warten dann schon die passenden Stunden-, Tage oder Wochenlöhner, um Werbe-Emails abzusenden oder irgendwelche anderen 08/15-Arbeiten zu erledigen, denn von so einem „fliegenden Klassenzimmer“ kann man ja nicht erwarten, dass da hochqualifizierte Mitarbeiter vorgehalten werden, die komplexen Aufgaben oder solchen gewachsen wären, die hochgradiges Expertenwissen erfordern.
    Und wenn die gelegentlichen Arbeitsaufträge des Buzz-Unternehmers abgearbeitet sind, geht im Co-Working-Space die Alte Post ab. Denn „grundsätzlich arbeitet man in den Spaces zwar an verschiedenen Projekten, dennoch ziehlt man darauf ab, eine Community zu gründen.“ Sprich: Man macht Party oder gründet Selbsthilfegruppen für Rechtschreibschwache, damit man „ziehlt“ nicht mit „h“ schreibt.
    Und irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, wo die Eltern ein fettes Erbe hinterlassen, von dem die Freelancer, Freiberufler, kleinen Start-Upper und digitalen Nomaden (der heißt vielleicht Norman, schreibt sich aber trotzdem „digitaler NOMADE“!) dann leben können. Das ist gleichzeitig das Ende der aktiven Laufbahn und der Beginn der Altersbezüge. Denn eine nennenswerte Rentenanwartschaft lässt sich so natürlich nicht erwerben. Des einen Tod ist eben nach wie vor des anderen Brot. Buzzi, buzzi.

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  4. „Die Amerikaner haben es anscheinend mit den Trends, die nach Deutschland überschwappen.“
    Nee, nee – umgekehrt wird ein Schuh draus! Die Deutschen haben „es“ – nämlich ein Problem – mit den Trends, die von den USA nach Deutschland überschwappen. Neoliberalismus, wahrheitsleugnender Konstruktivismus und „alternative Fakten“ in Donald Trumps Twitter-Gewitter, all das ist nicht trendy und Lifestile, sondern einfach nur eine unsere Gesellschaft zersetzende Sch****!!! Und von „Co-Working“ und „Net-Working“ on demand führt der Weg ganz stylish in die Altersarmut. Der Messiahs [schreibt man das so?] der Freelancer, Freiberufler, kleineren Start-Ups und digitalen Normaden heißt Peter Zwegat und ist von seinem trendigen Co-Working-Job beim Bezahl-TV sichtlich gezeichnet (https://www.tz.de/tv/peter-zwegat-wie-schlimm-geht-es-ihm-auffallend-veraendert-zurueck-im-tv-zr-12578845.html). „Gemeinsame Grundwerte, die man teilen sollte…“, ich lach mich schlapp! Buzz-Wording ist das neue Waterboarding für hirnlose Schnösel*innen. Erstmal alles in die Tonne und dann die gegelte Birne hinterher! Kommentar: „Über wenig lässt sich so hübsch lästern wie über das allgegenwärtige Schlagwort-Massaker der Marketingbranche, die sich damit so gerne unverbindlich, selbstverliebt und worthülserisch gibt“ (siehe Link in der Überschrift).
    Und aus diesen Worthülsen bastelt man sich dann seine „Werte“ und wartet am Ende des Arbeitslebens, dass ein selbst nur teilzeitbeschäftigter Peter Zwegat einen „raus aus den Schulden“ holt. Working on demand (oder besser: Jemand ist immer working, aber nur selten bin ich es!)ist eine Seuche, die Arbeitszusammenhänge zerstört, um Löhne und Gehälter (und anschließend die Altersversorgung!) auf ein Minimum zu reduzieren. Selbst in Jugendämtern hat dieser Buzz-Dreck Einzug gehalten. Deshalb werden ja notorischen Kinderschändern von den Ämtern Pflegekinder vermittelt, weil es keine dauerhaften Zuständigkeiten und Arbeitszusammenhänge mehr gibt. Ich überlasse es dem Kabarettisten Dietmar Wischmeyer, die „Generation flexibel erfolgreich“ auf ihre schöne buzzige Zukunft vorzubereiten: https://www1.wdr.de/mediathek/av/video-satire-deluxe-wischmeyers-neujahrsansprache-100.html

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