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Diesjährige Studienreise des BezirkslandfrauenvereinsEine interessante Reise in die Toskana

ALSFELD (ol). Die diesjährige Studienreise des Bezirkslandfrauenvereins Alsfeld führte in die Toskana. Das schon traditionelle Frühstück gab Gelegenheit sich in der Gruppe, zu der auch einige Gäste aus dem Kundenkreis des Reisebüros Favaro gehörten, näher kennenzulernen und gemeinsam auf die Fahrt einzustimmen.

Nach dieser Rast ging es laut Pressemitteilung der Bezirkslandfrauen weiter bis zum dem ersten Etappenziel Trient. Leider hatte die Gruppe keine Zeit, alle zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Altstadt zu besichtigen, denn am nächsten Morgen ging es weiter über Verona, Modena, Bologna, Florenz bis nach Lucca. Dort angekommen wurden die Landfrauen und Gäste schon von einer Stadtführerin erwartet, die ihnen die Sehenswürdigkeiten der Stadt nahebrachte.

Auf der im 16. Jahrhundert erbauten Stadtmauer begann die Führung. Sie ist noch vollständig erhalten und umschließt mit einer Länge von knapp vier Kilometern die Altstadt. Auf ihr, der Mura di Lucca, befindet sich seit etwa 1825 ein mit Bäumen bepflanzter, breiter Rundweg, der nicht mit Autos befahren werden darf, sich wunderbar zum Spazieren gehen und Radfahren eignet.  Auch besteht die Möglichkeit, sich auf den bereitgestellten Bänken auszuruhen.

Durch die Porta San Pietro führte der Weg der Gruppe in die Altstadt von Lucca mit ihren Kirchen und den vielen interessanten Türmen. Nachdem das Wissen um die Sehenswürdigkeiten erweitert war, hatten die Hessen noch genug Zeit zur freien Verfügung, in der sie das original italienische Eis oder auch einen original italienischen Cappuccino genießen konnten.

Der Provinzhauptstadt Siena galt die Besichtigung am nächsten Tag. Sie gilt als eine der schönsten Städte der Toskana, so die Stadtführerin, und rivalisiert schon seit Jahrhunderten mit Florenz, seit 1995 auch als UNESCO-Welterbe. Nach dem Stadtrundgang blieb Zeit, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und auf der Piazza del Campo zu verweilen. Dieser Platz sei für die traditionellen, alljährlichen Pferderennen, den Palio, bekannt, der schon seit dem Mittelalter eine große Bedeutung für die Stadt hat.


Im „Manhattan der Toskana“

Der Nachmittag gehörte dem „Manhattan der Toskana“, der Stadt der Türme San Gimignano. Das Städtchen liegt auf einem Hügel in einer wunderschönen Landschaft. Dort findet man heute über zehn Geschlechtertürme, die früher von Adelsfamilien erbaut wurden und gleichzeitig Statussymbol waren. Wer den höchsten Turm erbaut hatte, galt als die angesehenste Familie. Seit dem 16. Jahrhundert durften auf Befehl des Großherzogs Cosimo I. de’ Medici keine neuen Gebäude mehr errichtet werden. So fühlte man sich stets in dem Städtchen schon ein bisschen in die  Vergangenheit versetzt. Auch das führte dazu, dass San Gimignano 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurde.

Mit dem Zug fuhr die Gruppe aus dem Vogelsberg in die Hauptstadt der Toskana, Florenz.  Im 14. und 15. Jahrhundert begann die Blüte dieser Stadt. Es siedelten sich dort viele Künstler und Gelehrte, wie Michelangelo, Leonardo da Vinci und Galileo Galilei, an, und  so wurden dort Maßstäbe für Kunst und Kultur gesetzt. Im 16. Jahrhundert stieg die reiche Familie der Medici zu einer Großmacht auf und prägte die Stadt wie keine andere Familie. Das wurde bei den Ausführungen der Reiseleiterin sehr deutlich. Dieser Name tauchte immer wieder in ihren Informationen auf. Nach der interessanten Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, auch hier immer mit sachkundigen Ausführungen der Stadtführerin, blieb genügend Zeit, die kulinarische Seite der Stadt kennenzulernen.

Ein weiteres Ziel der Reise war die Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder), wie der Domplatz in Pisa im Volksmund genannt wird. Wieder mit viel Information angereichert lernte man das bekannteste Bauwerk und Wahrzeichen Pisas, den Schiefen Turm, aber auch die Taufkirche und den Dom kennen. Der Turm wurde als freistehender Glockenturm zum Dom gebaut. Als die dritte Etage errichtet war, begann er sich zur Seite zu neigen. So ruhten die Bauarbeiten 100 Jahre und wurden dann mit geringerem Neigungswinkel fortgesetzt um die Schieflage auszugleichen.

Ein Aufenthalt in der Kleinstadt Vinci

Nach einer weiteren Unterbrechung des Baus wurde dann nach fast 200 Jahren die Glockenstube fertiggestellt. Ab 1990 wurde der Campanile für Besucher gesperrt weil die Neigung zu groß wurde. Nach vielen Überlegungen wurde das Gebäude dann an der Neigungsseite um etwa 44 Zentimeter gehoben. Seit 2001 ist er wieder für Besucher freigegeben und hat „nur“ eine Neigung von ungefähr fünf Metern. Nach Expertenansicht ist der Schiefe Turm von Pisa die nächsten 300 Jahre lang sicher.

Auf der Rückfahrt zum Hotel gab es in der entzückenden Kleinstadt Vinci einen Aufenthalt. Sie liegt nicht nur in wunderschöner Landschaft am Südhang des Monte Albano, sondern ist auch ein Ort mit Geschichte. Hier wurde der berühmte Künstler und Universalgelehrte Leonardo da Vinci am 15. April 1452 geboren. In diesem Jahr ist sein 500. Todestag, und die Gemeinde rüstete sich, um diesen festlich zu begehen. Nach erholsamen Stunden in Vinci begann am nächsten Tag die Rückreise aus der Toskana bis in die Hauptstadt des Trentino, Trient. Doch wurde die Busfahrt in Malcesine unterbrochen und die Gruppe fuhr auf dem Gardasee bis Riva di Garda per Schiff. So konnten die Reisenden vor dem Rückreisetag die imposante Landschaft zum Abschied vom Wasser aus bestaunen.



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