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2.000 Unterschriften sollen gesammelt werdenOnline-Petition der A49-Gegner gestartet

VOGELSBERG (ol). Das Aktionsbündnis „Keine A49“ hat eine Online-Petition gestartet – gegen den Bau der A49 natürlich. Man stelle sich „gegen die Zerstörung eines intakten Natur-, Arten- und Trinkwasserschutzgebiets zugunsten eines Verkehrskonzepts, das in Zeiten der Klimakrise grundsätzlich überdacht werden muss“. 2.000 Unterschriften sollen dabei gesammelt werden und am Ende dem hessischen Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir überreicht werden.

„Ausbaustopp A49: Rettet den Dannenröder Forst und Herrenwald!“ unter diesem Titel ist die Online-Petition gestartet. Darin fordert das Aktionsbündnis „Keine A49“ den sofortigen Rodungsstopp im Dannenröder Wald und Herrenwald sowie den Baustopp für den Ausbau der Autobahn A49. Man stelle sich gegen die Zerstörung eines intakten Natur-, Arten- und Trinkwasserschutzgebiets zugunsten eines Verkehrskonzepts, das in Zeiten der Klimakrise grundsätzlich überdacht werden müsse.

Außerdem fordere man die Einhaltung der Klimaziele, den Schutz des Waldes und eine Neuausrichtung bestehender Verkehrskonzepte unter Einbezug der Schienen. Man kämpfe für ein starkes Mittelhessen, das Wirtschaft und Ökologie in Einklang bringe. Im Folgenden werden die Forderungen der Online-Petition im Wortlaut wiedergegeben.

Die Forderungen der Online-Petition im Wortlaut

„Das Aktionsbündnis „Keine A49“ hat das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen unter der Führung von Minister Tarek Al-Wazir dringend dazu aufgefordert, den Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Autobahn A49 aus dem Jahr 2012 zurückzunehmen. Unserer Meinung nach gibt es mehrere Gründe, die das Ausbauvorhaben fragwürdig erscheinen lassen:

In erster Linie geht es uns um den Klimaschutz. Der Beschluss konnte 2012 die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Bedeutung des Waldes als CO2-Speicher nicht berücksichtigen. Heute wissen wir umso mehr, dass der Wald in Zeiten der Klimakrise existenziell ist. Schon aus diesem Grund muss unserer Meinung nach der Rodungsstopp sofort erlassen werden. Die Aussagen der Autobahngesellschaft DEGES, wonach die Rodung des Waldes durch 750 ha Aufforstung wieder ausgeglichen werden, schlicht falsch.

Die Wiederaufforstungsmaßnahmen werden erst nach Jahrzehnten ihre volle Wirkung als CO2- Senke entfalten können. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der sinkenden Grundwasserspiegel müssen wir aber befürchten, dass ein Großteil der Aufforstungsmaßnahmen nicht greifen werden. Deshalb: Einen über 250 Jahre alten Wald zu erhalten, ist viel zielführender und effektiver als Rodungen und Ersatzpflanzungen!

Des weiteren sehen wir grundsätzliche Rechtsverstöße gegen den Planfeststellungsbeschluss. Dazu zählen erstens Verstöße gegen die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese legt einen europaweiten Gemeinschaftsrahmen für den Schutz und die Bewirtschaftung des Wassers fest. Oberflächengewässer und Grundwasser sollen demnach geschützt und eine Verschlechterung unbedingt verhindert werden. Zweitens sehen wir eine mögliche Unwirtschaftlichkeit des OPP-Verfahrens. Minister Al-Wazir muss prüfen, ob das Projekt nicht zu Lasten des Steuerzahlers geht. Drittens mahnen wir Fehler bei den Ausgleichsmaßnahmen an, insbesondere bei den so genannten CF-Maßnahmen.

Sollten diese Maßnahmen unrechtmäßig und unwirksam umgesetzt worden sein, muss sofort ein Baustopp erlassen werden. Unmoralisch finden wir viertens die Tatsache, dass die Europäische Kommission entgegen allen fachlichen Gründen den Schutz des FFH-Gebietes aufgehoben hat. Aktuell läuft hier ein Petitionsverfahren gegen die Entscheidung durch die EU-Kommission.

Mehr Straßen bringen mehr Verkehr. Die vermeintliche Entlastung des Verkehrs in der Region Mittelhessen ist ein Trugschluss. Schon heute wird in Kassel diskutiert, was man gegen eine völlig überlastete A49 tun kann. Wir befürchten vor allem einen hohen Zuwachs von LKW-Verkehr, so lässt sich keine Klimakrise in den Griff bekommen! Deshalb: Lasst uns über alternative Verkehrskonzepte, insbesondere den Schienenverkehr nachdenken und die Autos und Laster von den Straßen nehmen!

Die Reaktion der Landesregierung ist enttäuschend. Der grüne Minister Al-Wazir besteht entgegen der Bestrebungen auf Bundesebene für den Klimaschutz auf dem Weiterbau der A49 und hat auf ein Einhalten der Planfeststellungsbeschlüsse verwiesen, ohne die neuesten Erkenntnisse, die für eine Neubewertung des Autobahnausbaus unerlässlich sind, in Betracht zu ziehen.

Es ist fünf vor zwölf. Wir fordern die Landesregierung daher eindringlich auf, im Interesse der heutigen und künftiger Generationen zu handeln. Helft uns, mit unserem Anliegen stärker zu werden und unterstützt uns mit eurer Stimme!“

16 Gedanken zu “Online-Petition der A49-Gegner gestartet

  1. An die netten A49-Gegner:
    Sollte die auch aus meiner Sicht erforderliche A49 endlich stehen, dann nutzen Sie diese bitte auch nicht! :) Weil gegen eine A49 sein und am Ende doch nutzen widerspricht sich etwas.

    Ein Aufmarsch gegen den Ausbau der A49…manchen sollte man einfach nicht genug Freizeit schenken :-D

    1. Ein weiterer Experte.
      Baut Straßen und ihr werdet
      Verkehr ernten.
      In seiner Freizeit kann in
      Unserer Demokratie jeder
      Tun was er möchte.
      Sogar Kommentare in diesem
      Forum schreiben.

  2. Deutschland ist zu einem Land von Egoisten geworden und die Politiker kuschen vor kleinen verirrten Gruppen. Die A49 muss umgesetzt werden.

    1. Naturschutz ist wichtig ohne Frage. Aber das Geld das durch die Verzögerung für einen genehmigten Bauabschnitt verschwendet wird kann man besser einsetzen.ich denke das Anwohner in den Dörfern durch denen der Verkehr zu Zeit fließt dankbar für eine Umgehung sind.

  3. Ich sehe in Youtube Videos wie schön die Straßen in China sind.Aber bei uns ist alles Kaputt u.a. wegen diesen nicht nachvollziehbaren Klagen und Sabotagen am Fortschritt.
    Baut die A49 und auch noch daneben die A 50 + A51 !!!!!!!

    1. @Pyromane vom Acker:
      Sagt wer? Der, der seit 20 Jahren von Arbeitslosengeld und anschließend Hartz4 lebt und gar nicht morgens auf die Autobahn muss um an die Arbeit zu kommen??
      Gehen Sie lieber mal Abends bei Zeiten ins Bett, statt sich YouTube-Videos aus China anzuschauen, dann können Sie auch um 8 Uhr beim Jobcenter auf der Matte stehen!

  4. Mir geht das Thema total auf die Nerven. Kann ich gegen die Petition irgendwo unterschreiben. ;-)

  5. Schneller ohne Umwege ans Zoel zu kommen ist am besten. Hört endlich auf gegen getroffene Entscheidungen zu wettern.

  6. Frösche, Molche, Wald, Luftqualität, Trinkwasser, Lärm, und jetzt noch die Klimakrise. Liebe Leute, bleibt doch mal auf dem Boden. Es geht doch einem kleinen Teil der Vogelsberger nur darum das Geschwafel vom Wald als CO2 Speicher zu instrumentalisieren, ist ja zur Zeit in Mode. Aber jeder ,der mal einen Beruf der grünen Branche erlernt hat weiß, daß jede grüne Pflanze mit Hilfe der Fotosynthese CO2 aufspaltet, das heisst, daß sie sich vom CO2 das Kohlenstoffatom klaut und einlagert, und den Sauerstoff an die Luft zurückgibt. Also nicht nur der Wald ist umweltfreundlich, sondern alle anderen Pflanzen genauso. Wenn dann diese Pflanzen verbrannt werden entsteht wieder CO2.
    Unmoralisch finde ich Leute, die ihr Leben lang von den Vorteilen einer funktionierenden Wirtschaft profitiert haben und jetzt so tun als wäre das was ganz Neues. Insbesondere Rentner *innen und Pensionär*innen.

  7. Die eine, die immer lacht.

    Ich kann dem Schreiber oder der Schreiberin mit dem Lachanfall nichts hinzufügen und lache mit.

  8. Die lustigen A49-Gegner und ihrer kindischen Petitionen.

    Der Drops ist gelutscht! Alle rechtlichen Hürden sind geschafft! Das Ding wird gebaut. Und ich find’s schön, wenn „Aktivisten“ Grenzen aufgezeigt werden.

  9. Und schon wieder wird das Klima mit verantwortlich gemacht. Wir brauchen die A 49 nun mal und das ist Fakt. Hoffentlich werden die Dannenröder Klimaschützer auch aktiv, wenn neue Windräder gebaut werden, z.B. im Homberg…….Habe bisher hier noch keinen gesehen als die ersten hier gebaut wurden.

  10. Selten habe ich eine Petition gelesen, die so viele Pseudo-Fakten und Wunschdenken verträumter Öko-Ideologen zusammenwürfelt.

    Mal ein paar Beispiele:
    – 2012 wusste man also noch nicht, dass Wald CO2 bindet? Ich lache mich tot…
    – Die Abholzung eines bestehenden Waldes setzt CO2 frei? Warum? Man muss das Holz ja nicht verbrennen. Ich lache mich tot…
    – 25km fehlende A49 haben was mit dem Weltklima zu tun? Ich lache mich tot…
    – Eine Autobahn von ca. 20m Breite soll etwas an dem Grundwasser einer ganzen Region ändern? Ich lache mich tot…
    – Mehr Straßen bringen mehr Verkehr? Ursache und Wirkung wird bei dieser kindlichen Behauptung wohl verwechselt. Ich lache mich tot…

    Wenn diese Demonstranten doch einfach zugeben würden, dass sie die A49 nicht vor der eigenen Haustür haben wollen. Das wäre ehrlich und ich könnte es komplett nachvollziehen. Aber ständig diese an den Haaren herbeigezogenen Weltklima-politischen Pseudo-Argumente – ich lache mich tot…

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    1. Ich lache auch, aber aus anderen Gründen. In diesem Forum sind nur Experten
      unterwegs, die aber stellenweise durch Ahnungslosigkeit glänzen.
      Die meisten wissen nur, dass sie Auto fahren wollen.
      Ich versuche einmal den Spieß umzudrehen:

      Egoismus: Sie möchten vom Verkehr entlastet werden und wollen mir die Autobahn
      zumuten. Ich aber möchte verhindern, dass sie dauerhaft meinen
      Acker befahren und damit meine Existenzgrundlage zerstören.
      Wer ist egoistisch?

      Die paar Hektar Wald:
      In Deutschland sind knapp 59 Millionen Menschen von Verkehrslärm betroffen
      70%. Die 16.000 Alsfelder fallen da nicht ins Gewicht. Es sind doch nur 0,0007%.

      Wasserversorgung:
      Die Mittelhessischen Wasserwerke versorgen nach eigenen Angaben ca. 500.000
      Menschen mit Trinkwasser und sehen in dem Vorhaben ein großes Gefährdungspotential. Aber auch das sind ja nur Egoisten.
      Der Freund des griechischen Alphabetes wird darüber nur lachen.

      Flächenverbrauch in Deutschland:
      Wir haben in Deutschland rund 50.000 Quadratkilometer Fläche versiegelt.
      Aber was soll`s wir haben ja genug. Nach mir die Sintflut.
      Noch immer werden täglich rund 60 ha versiegelt. Bis 2020 soll lt. Gesetz
      der Landverbrauch auf 30 ha täglich gesenkt werden. Nicht mehr lang bis dahin.
      Aber warum regen wir uns auf, der Mensch lebt schließlich vom Auto fahren und
      nicht von Luft, Wasser und Nahrungsmitteln.

      Wir brauchen den Lückenschluss der A 49 im Vogelsberg:
      Der Landkreis Marburg-Biedenkopf hat fast doppelt so viel Einwohner wie der Vogelsbergkreis und wesentlich mehr Industrie in seinem Kreisgebiet.
      Dafür bis heute noch keinen Autobahnkilometer ganz im Gegensatz zum
      strukturschwachen Vogelsbergkreis. Seit über 40 Jahren haben es die „Marburger
      Lobbyisten“ geschafft die A 49 aus ihrem Kreisgebiet wegzudrücken.

      Dannenröder Demonstranten:
      Die Autobahngegner kommen aus der gesamten Republik. Dahinter stehen
      mehrere Organisationen.

      Eselskarren:
      Die Aktivisten sind ja rückwärts gewandt. Sie haben keine Eselskarren, denn
      so fortschrittlich sind sie nicht. Sie reiten auf dem Hexenbesen.
      Deswegen kommen sie auch so schnell auf die Bäume.

      Ich frage mich immer wieder warum man auf so einen zum Teil recht aggressiven
      und abwertenden Tonfall zurück greifen muss. Es geht doch auch anders.
      Warum bewegt man sich nicht auf einander zu und versucht die Belastungen
      nicht immer wieder auf z. B. den Nachbarn abzuwälzen.

      Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.

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