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Rund 50 Traktoren aus dem Vogelsbergkreis rollten nach BonnLandwirte aus dem Vogelsberg bei Bauern-Demo in Bonn

VOGELSBERG/BONN (ol/pw). Tausende Landwirte haben sich am Dienstag aus zahlreichen Städten in Deutschland auf den Weg nach Bonn gemacht, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu demonstrieren. Auch aus dem Vogelsbergkreis sind zahlreiche Traktoren zur Demonstration nach Bonn gerollt.

Knapp 50 Vogelsberger Traktoren haben sich bereits Dienstagnacht auf den Weg nach Bonn gemacht, um an der Bauern-Demo teilzunehmen. Bis zu 10.000 Landwirte wurden aus ganz Deutschland erwartet. Fast der gesamte Verkehr der ehemaligen Bundeshauptstadt ist zum Erliegen gekommen. Die Landwirte aus dem Vogelsbergkreis waren um Mitternacht in Richtung Bonn gestartet und nach fast elf Stunden Fahrt angekommen.

Die nächtliche Route ging von Angenrod über Kirtorf nach Homberg und von dort weiter in den Landkreis Marburg-Biedenkopf über Landes- und Bundesstraßen nach Bonn. In Gemünden (Rheinland-Pfalz) war ein Sammelplatz, an dem sich die Vogelsberger einem Konvoi mit über 400 Traktoren und einer Länge von rund zehn Kilometern anschlossen.

Für mehr Wertschätzung und gegen das Agrarpaket der Bundesregierung: Tausende Landwirte demonstrierten am Dienstag in Bonn. Foto: Philipp Weitzel

Kurz vor 13 Uhr waren die Vogelsberger am Münsterplatz zur Kundgebung angekommen, nachdem sie die letzten knapp vier Kilometer zu Fuß zurück gelegt hatten. Ihre Traktoren parkten sie nach Anweisungen der Polizei mit etwa 500 anderen Traktoren auf einem Maisacker am Stadtrand.


Aber nicht nur in Bonn demonstrierte man am Dienstag, sondern auch in vielen anderen Städten machten sich die Landwirte samt ihrer Maschinen auf den Weg, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung zu demonstrieren.

„Wir wollen mitgestalten“ und „miteinander reden, statt übereinander“ waren zwei der Kernforderungen der Landwirte. Sie forderten Verhandlungen mit den beiden Bundesministerinnen für Landwirtschaft und Umwelt sowie den führenden und verantwortlichen Nichtregierungsorganisationen.

Konkret ging es ihnen bei den Verhandlungsthemen um praxisnahe, unbürokratische und abgestimmte Rechtsvorgaben, das gesellschaftliche Miteinander sowie die permanent negative Stimmungsmache gegen ihren Berufsstand. Außerdem um den Import von Waren, die nicht den Standards von sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln einhalten. Beispielweise nannten sie für solche Importe das Mercosur-Handelsabkommen mit Südamerika.

Viel Zuspruch für die Landwirte

Die Vogelsberger Landwirte erhielten auf ihrer Fahrt mit durchschnittlich 30 Stundenkilometern sehr viel Zuspruch. Den Traktoren wurde zugehupt, zugejubelt und applaudiert. Mancherorts wurden eigens Transparente für die Traktorenkolonnen angebracht. Die Fahrtroute führte vom Alsfelder Stadtteil Angenrod über den Kirtorfer Stadtteil Ober-Gleen in den Homberger Stadtteil Büßfeld.

Von dort rollte die Kolonne mit Landwirten aus dem Schwalm-Eder-Kreis sowie dem Hersfeld-Rotenburg-Kreis nach Gemünden im Westerwald. Dort fusionierten an einer landwirtschaftlichen Halle mehrere kleine Traktorenkolonnen zu einem fast zehn Kilometer langen Konvoi mit mehr als 400 Traktoren. Einer von mehreren Konvois, die nach Bonn rollten und den Verkehr zeitweise vollständig zum Erliegen brachten.


Zum Hintergrund:

Aufgerufen zu dem bundesweiten Aktionstag hat das Netzwerk „Land schafft Verbindung“, eine Bewegung, die Anfang Oktober spontan entstanden ist. Innerhalb kürzester Zeit haben sich deutschlandweit sowohl Landwirte und „Akteure der grünen Branche“, als auch vor- und nachgelagerte Bereiche der Landwirtschaft zusammengeschlossen. Gemeinsam wolle man „friedliche“ Lösungen finden, die ein Fortbestehen der Landwirtschafts-Branche in Deutschland ermöglicht. So heißt es unter anderem auf der Webseite der Bewegung, dass das Agrarpaket bäuerliche Familienbetriebe gefährdet und die permanente negative Stimmungsmache, das sogenannte „Bauernbashing“ zu Ärger und Frustration bei den Landwirten führt.


Ein Gedanke zu “Landwirte aus dem Vogelsberg bei Bauern-Demo in Bonn

  1. Ich beobachte das Thema seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Bauern haben IMMER was zu meckern. Es gab Bauern-Demos überall im Vogelsberg. Sie jammern und klagen, aber bekommen es nicht hin, daß ihre Abnehmer ihnen mehr Geld zahlen. Seit 40 bis 50 Jahren! Ich nehme das nicht mehr ernst.

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