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Kerstin I. regiert ab sofort in Homberg Ohm„ApfelFest und -flüssig“ lockte viele Gäste in die Ohmstadt

HOMBERG OHM (ol). Zum 31. Mal fand es statt, das Homberger Stadtfest, ausgerichtet als verkaufsoffener Sonntag mit viel Unterhaltung und einem großen Angebot in der Marktwoche und seit einigen Jahren bekannt als „ApfelFest und -flüssig“. Bei herbstlichen Temperaturen und Wetterbedingungen lockt es stets viele Gäste in die Ohmstadt, die auch kleinen oder größeren Regenschauern gerne trotzen.

In diesem Jahr galt das umso mehr, schließlich gab es ja direkt bei der Eröffnung des Stadtfestes um 11 Uhr ein großes Geheimnis zu lüften: Die neue Homberger Apfelkönigin wurde gekrönt: Kerstin Gemmer aus Schadenbach ist die Glückliche, die ihre Heimatregion nun bei allerlei öffentlichen Anlässen vertreten darf – ihr erster Auftritt samt Bad in der Menge ihrer Untertanen ist auf jeden Fall gelungen.

Zu Beginn des Festes begrüßte Michael Metz die Gäste vor der Hauptbühne, der Kamaxbühne. Ihm zur Seite standen mit Bürgermeisterin Claudia Blum und den scheidenden Apfelhoheiten Lea I. und Eva I. Blum betonte in ihrer Ansprache die Bedeutung von guter Zusammenarbeit bei einem solchen Projekt wie der Marktwoche, die neben dem Stadtfest und dem Kalten Markt noch weitere Veranstaltungen beinhaltet. „Hier kann man shoppen, bummeln, Bekannte treffen“, so die Rathauschefin zu den vielen Möglichkeiten, die die Marktwoche bietet.

Die scheidenden Hoheiten Lea I und Eva I. Fotos: Schlitt

Auch wenn sich das Gesicht des Kalten Marktes seit seinen Anfängen vor 466 Jahren sicher verändert hat, folgt man in Homberg Ohm doch einer langen Tradition. Gemeinsam zu feiern und dabei auch die Innenstadt zu beleben, sei ein guter Plan. Blum dankte alle Beteiligten für ihr Engagement und das schöne Programm, das hier als Kooperation von vielen zustande gekommen war.


Die scheidenden Hoheiten Lea I. und Eva I. prophezeiten der neuen Königin, die noch im Verborgenen stand, eine schöne Amtszeit. „Wir sind tollen Menschen begegnet und haben viele Erfahrungen gesammelt“, so ihr Fazit nach zwei beziehungsweisen drei Jahren im Amt. Sie dankten allen Sponsoren und Unterstützern für eine Zeit, die ihnen noch „lange in Erinnerung bleiben wird.“

Kerstin Gemmer, die neue Apfelkönigin

Und dann trat sie auf die Bühne, die neue Apfelkönigin: Kerstin Gemmer, perfekt ausgestattet mit einem wunderschönen apfelroten Kleid, passenden Schuhen, nagelneuer Schärpe und natürlich einem schönen Krönlein, mit dem sie sich nur zu gut in die Reihen der anderen hessischen Hoheiten einreihte, die eigens zu ihrer Krönung nach Homberg Ohm gekommen waren: Naturschutzkönigen Nora aus Lich-Muschenheim, Vena I., Quellenkönigin aus Bad Vilbel, Kürbiskönigin Isabella aus Villingen und Bettina I., Weinkönigin aus Maintal-Hochstadt.

Die neue Apfelkönigin Kerstin.

Sie alle hatten kleine Geschenke mitgebracht, die sie ihren neuen Mitkönigin überreichten, nachdem diese sich in einer ersten Rede freudestrahlend an ihr Publikum gewandt hatte. Sie sei sehr froh, dass der Homberger Gewerbeverein sie ausgewählt habe, so Kerstin I., die auch beruflich in Homberg verwurzelt ist und sich auch bei den zahllosen Sponsoren bedankte, die sie ausgestattet hatten, sei es mit Strümpfen, Schuhen oder dem tollen Kleid, mit Frisur und Make-Up und vielerlei mehr.

Kerstin danke auch ihrer Vorgängerin, von der sie schon viel gelernt habe und die ihr immer mit Rat und Tat zur Seite stünden. „Ihr werdet eure Entscheidung, mich zur Königin zu machen“, nicht bereuen, rief sie glücklich aus und machte sich gleich an ihre erste Amtshandlung: Das Anstechen des Apfelweinfasses und den gemeinsam ersten Schluck des köstlichen Apfelgetränks mit Claudia Blum und Michael Metz.


Viel Programm, viele Genussangebote

Wie alle anderen Gäste stürzte sie sich bald in die Menge. Zuvor jedoch blieben die Gäste noch eine kleine Weile an der Hauptbühne stehen, um die drei Gruppen des Fitnessstudios „Top Fit“ auf der Bühne zu bewundern. Diese geriet bei den dynamischen, rhythmischen Darbietungen ganz schön ins Wackeln und konnte sich damit gleich an die weiteren Showeinlagen des Tages gewöhnen. Mit der Band Aconaqua hielten am Nachmittag nämlich heiße Sambaklänge dort Einzug, und spätestens von ihnen ließ der graue Herbsthimmel sich hier und da erweichen.

„Top Fit“ sorgte für Unterhaltung.

Bei einem Rundgang durch die Stadt schließlich erfüllten sich die Prophezeiungen der Bürgermeisterin aufs Beste: Man konnte an diesem Sonntag nach Herzenslust shoppen, bummeln und Menschen treffen, dazu kamen noch die vielen Genussangebote, die die Stände und lokale Gastronomie vorhielten. Zu kaufen gab es alles, was das Herz begehrte, und natürlich war auch an die bevorstehende Winter- und Weihnachtszeit gedacht: Felle, Hüte, Socken und jede Menge Weihnachtsgeschenke warteten auf ihre Käufer.

Der Pomologe Alfred Oehler hatte zur Anschauung verschiedene Apfelsorten mitgebracht und bot an, die Äpfel in den Gärten der Besucher einzuordnen. Auch die Homberger Vereine präsentierten sich auf dem Fest: Die Homberger Feuerwehr ließ ihr ihr Löschfahrzeug sehen und ihre Kameraden aus Deckenbach boten heißbegehrte Kartoffelpuffer mit Deckenbacher Apfelmus an. Die Handballer betrieben einen Stand, der Obst- und Gartenbauverein war vor Ort, und der Homberger Turnverein hatte sogar ein sportliches Angebot für Kinder zusammengestellt. Das Homberger Blasorchester spielte in Pfeile Hof auf, darüber hinaus stellten sich zahlreiche Firmen vor.

Gala, Arlet oder doch Pinova?


Lustig wurde es, als am Nachmittag Clown Ichmael das Stadtfest besuchte, und bei Groß und Klein für strahlende Gesichter sorgte. Und wer nach dem ausgedehnten Bummel durch die schöne Homberger Altstadt, bei der man auch immer wieder der einen oder anderen Hoheit begegnen konnte, noch Zeit und Lust hatte, der ging zum Kaffeetrinken in das Schlosscafé, das natürlich an diesem Tag ebenfalls seine Pforten geöffnet hatte. Dort gab es auch noch die Ausstellung mit Bildern des Homberger Malers Dr. Wilhelm Emil Goetz zu sehen.

Noch mehr Kunst konnte man übrigens in Hombergs Schaufenstern sehen. Dort standen sieben Bilder der Homberger Grundschüler zur Auswahl. Gäste, die sich die Zeit nahmen, an dem Ratespiel des Gewerbevereins und der Abstimmung über die drei schönsten Motive teilzunehmen, hatten nicht nur die Chance über die zukünftigen Motive der Ohmtaler mitzuentscheiden, sondern auch noch Ohmtaler zu gewinnen. Die Teilnahmekarten werden nach der Marktwoche ausgewertet, danach werden die Gewinner bekanntgegeben, die sich noch vor Weihnachten über ihre Gewinne werden freuen können.