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Gemeinde Antrifttal rückt Radwege in den Fokus und beteiligt sich an Initiative "Rücksicht macht Wege breit"Für mehr Sicherheit auf Radwegen

ANTRIFTTAL (ol). Mit weißer Farbe wurden auf dem überregionalen Radweg R2 mehrere Logos auf den Asphalt gesprüht. Sie zeigen einen Landwirt im Traktor und einen Fahrradfahrer. Sie winken einander zu. Darunter steht: „Rücksicht macht Wege breit“. Das hat einen wichtigen Grund: die Gemeinde Antrifttal beteiligt sich an einer Initiative für mehr Verständnis und Rücksichtnahme auf Wirtschaftswegen.

In der Pressemitteilung der Gemeinde Antrifttal heißt es, die Feldwege werden immer mehr von Naherholungssuchenden genutzt. Das führe oftmals zu Begegnungen zwischen Radfahrern und Landwirten. Animiert von der Aktion des Kreisbauernverbandes beteiligt sich auch die Gemeinde Antrifttal an der Initiative, die um mehr Verständnis und Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmern, die die Wirtschaftswege benutzen.

Die Wirtschaftswege im Außenbereich werden von vielen Personen genutzt – und seien oftmals einfach nicht breit genug. Worum es geht, lässt sich am aktuellen Standpunkt sehr gut beobachten. Die asphaltierten Wirtschaftswege seien gewöhnlich 3,50 Meter breit. Rechts und links sind die Bankette aufgeschottert, um die Fahrbahn zu verbreitern. Landwirte mit schweren Maschinen nutzen die Straßen, hinzu kommen zahlreiche Autos, die wohl nicht alle auf der Anliegerstraße fahren dürfen. Bei besserem Wetter seien zudem viele Freizeitradfahrer und Spaziergänger mit ihren Hunden unterwegs. Das biete Konfliktpotenzial.

„Allein die landwirtschaftlichen Fahrzeuge sind zwischen 2,55 Meter und drei Meter breit“, erläutert Antrifttals Bürgermeister Dietmar Krist, „Da kann der Mindestabstand beim Vorbeifahren kaum noch einhalten werden“. Und auch wenn die Spaziergänger zur Seite gingen, werde es oft eng. Etwa wenn sie sich zu beiden Seiten der Straße aufstellten. „Oder sie setzen den Hund auf das Bankett. Und stellen sich selbst auf die Straße, um den Hund zu schützen. Wenn jeder etwas mehr Rücksicht nimmt, ist allen geholfen“, appelliert Krist und hofft, dass sich noch mehr Kreiskommunen an der Aktion beteiligen.

Gerade der überregionale Fernradweg R2, die sogenannte Vier-Flüsse-Tour durch die hessischen Mittelgebirgslandschaften, werde rege genutzt. Die 195 Kilometer lange Radtour beginne im Westen Hessens an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen und führe quer durch das Land bis an die Grenze Bayerns. In Antrifttal führt sie über den Katzenberg am Stausee vorbei nach Alsfeld. Die Gegend rund um den Stausee sei darüber hinaus auch für Naherholungssuchende sehr beliebt. Zudem mache die Gemeinde Antrifttal mit einem vom Hessischen Verkehrsministerium gesponserten Trailer im Internet auf ihre Radwege aufmerksam, um mehr für die Region und ihre Radwege zu werben.