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Sechsköpfige Delegation aus dem Vogelsberg beim JU-LandestagSebastian Sommer zum neuen Vorsitzden der Jungen Union Hessen gewählt

VOGELSBERGKREIS|HÜNFELD (ol). Gleich zu Beginn des Landestages der Jungen Union Hessen am Pfingstwochenende in Hünfeld wählten die rund 300 Delegierten den 25-jährigen Standesbeamten Sebastian Sommer (Wehrheim/Hochtaunus) zu ihrem neuen Landesvorsitzenden. Er setzte sich bei der Kampfkandidatur mit über 71 Prozent gegen seinen Mitbewerber Yannick Schwander aus Frankfurt durch.

An dem Landesdelegiertentag nahm die Junge Union Vogelsberg unter Leitung ihrer Kreisvorsitzenden Jennifer Gießler mit sechs Vertretern teil. Bei der Vogelsberger Delegation war laut Pressemitteilung der Jungen Union auch der Landtagsabgeordnete Michael Ruhl dabei. Der 34-jährige Herbsteiner vertritt seit Anfang des Jahres den Wahlkreis Vogelsberg/Laubach im Hessischen Landtag und ist der einzige Abgeordnete der CDU-Jugendorganisation im Landesparlament.

Sebastian Sommer löst Dr. Stefan Heck ab

Der neue JU-Chef Sommer löst Dr. Stefan Heck (Amöneburg) nach sechs Jahren an der Spitze der größten politischen Jugendorganisation als Vorsitzenden ab, da dieser aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl stand. Heck ist mittlerweile Staatssekretär im hessischen Innenministerium. Als Ehrengast durfte die Junge Union Hessen den im März gewählten Bundesvorsitzenden der Jungen Union Deutschlands, Tilman Kuban (Niedersaschen), begrüßen. In den weiteren Landesvorstand wurde als Referent der 23-jährige Benedikt Stock aus Hünfeld-Michelsrombach gewählt, der dem gastgebenden Kreisverband Fulda vorsitzt.

Die Delegierten stimmten beim Pfingsttreffen über 165 „Allgemeine Anträge“ ab. Hierbei sprachen sie sich auf Antrag der Jungen Union Vogelsberg auch für die Stärkung der Berufsschulen im ländlichen Raum durch Herabsetzen der Mindestgröße von Berufsschulklassen und gegen eine Verlagerung der staatlichen Finanzaufsicht über die Kommunen von den Landräten zu den Regierungspräsidien aus.

Als inhaltlicher Höhepunkt der Veranstaltung durften die jungen Christdemokraten den Ministerpräsidenten und Landesvorsitzenden der CDU Hessen, Volker Bouffier, in Hünfeld begrüßen. Bouffier bedankte sich in seiner Rede für das große Engagement während des Europawahlkampfes und verdeutlichte, wie wichtig die Junge Union für die CDU sei. Der 67-jährige gestand jedoch auch ein, dass während des Wahlkampfes Fehler seitens der Mutterpartei gemacht wurden, die zu dem schlechten Wahlergebnis beigetragen hätten.


Bouffier äußerte die Forderung nach Regeln im Umgang miteinander im Internet. In Bezug auf den Tod des ermordeten Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und den darauf gefolgten Hasskommentaren im Netz, forderte Bouffier die Sanktionierung solcher Äußerungen mit Bußgeldern, um entschieden gegen solch unerträglichen Umgang miteinander vorzugehen. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, zitierte Bouffier das Grundgesetz und dies gelte auch im Umgang miteinander in der virtuellen Welt.


2 Gedanken zu “Sebastian Sommer zum neuen Vorsitzden der Jungen Union Hessen gewählt

  1. Auweia! Da schaut sie (scheinbar) aufgeweckt in die Kamera, die Junge Union des Vogelsbergkreises. Und MdL Michael Ruhl (34) ist ja auch noch Mitglied dieser Jugendgruppe. Die Jugend – unsere Zukunft. Aber gilt das wirklich auch für diese Partei-Junioren der Union, deren Generationen-Auftrag nach eigenem Bekunden darin besteht, immer noch etwas „konservativer“ zu sein als die Altvorderen der Union? Mittlerweile wird „Retro statt Rezo“ schon von der (aufgeklärten) Generation 50-Plus belächelt; wie neulich erst auf der Philcologne in dem Disput zwischen Robert Habeck (49) und Harald Welzer (60) (https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/audio-habeck-und-welzer-diskutieren-die-zukunft-100.html) über dringend notwendige gesellschaftliche Veränderungen.
    Es ist schon frappierend, wie da zwei ältere Herren in erfrischend jugendlicher Sprechweise vor Publikum über die „Zymiaks der Union“ lästern, die schon immer alt gewesen seien. Entscheidende Erkenntnis: Die Meinungsführerschaft der politischen Parteien bei der politischen Willensbildung des Volkes existiert nicht mehr. Die wichtigsten Meinungsbildungsprozesse spielen sich außerhalb der Parteien ab. Siehe „Fridays For Future“. Und selbst Christian Lindners neoliberale 1-Mann-FDP, die den Zeitgeist der Selbstoptimierung und Individualisierung zu verkörpern schien wie keine andere, sieht bereits wieder unfassbar alt aus. Ist auch die gerade erst unter großem Beifall der Fachwelt vorgestellte Theorie einer „Gesellschaft der Singularitäten“ bereits wieder Makulatur, mit deren Hilfe der Kultursoziologe Andreas Reckwitz (48) einen Prozess der „Singularisierung“ und „Kulturalisierung des Sozialen“ beschreibt, wie er sich seit Beginn des 21. Jahrhunderts als Gegenmodell zu allen „solidarischen“ Gesellschaftsentwürfen in Ökonomie, Arbeitswelt, digitaler Technologie, Lebensstilen und Politik abspiele?
    Schaut man sich die hier angetretene Jugendvertretung einmal ganz unvoreingenommen an, so wird man eine qualifizierte Diskussion politischer und gesellschaftlicher Zukunftsfragen auf dem erforderlichen Niveau in diesem Kreis wohl kaum erwarten.

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  2. …steht nicht zufällig im Konjunktiv, wie neulich ein Kabarettist witzelte. Mal abgesehen davon, dass die rechten Kommentare zur Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke absolut verwerflich sind und die in den Knast gehören, die so etwas veröffentlichen, hätte man sich eine Rücksichtnahme auf die Würde des Menschen auch anlässlich der Tarnung von CDU-Schwarzgeldern als „Jüdische Vermächtnisse“ (eine Verhöhnung der Holocaust-Opfer!) oder der Kaltstellung pflichtbewusster Steuerfahnder mittels falscher amtsärztlicher Gutachten im Rahmen einer „von Oben“ verordneten Verschonung reicher Steuersünder (sog. hessische Steuerfahnder-Affaire) gewünscht.

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