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Hessisches Umweltministerium müsse einen Managementplan zum Thema Wölfe in Hessen auflegenFDP will den Wolf zum Thema im Kreistag machen

VOGELSBERG (ol). Die Kreistagsfraktion beschäftigte sich auf ihrer jüngsten Sitzung mit der Vorbereitung der nächsten Kreistagssitzung. Dabei wurde beschlossen, einen dringlichen Antrag zum Thema Wolf bei der nächsten Kreistagssitzung am 4. Juni einzubringen. „Das Hessische Umweltministerium muss endlich handeln und einen Managementplan zum Thema Wölfe in Hessen auflegen“, fordert der Fraktionsvorsitzende Mario Döweling.

In der Pressemitteilung der FDP-Kreistagsfraktion Vogelsberg heißt es, es könne angesichts von hohen Wolfsbeständen in benachbarten Bundesländern wie Niedersachsen und bestätigten Wolfssichtungen und eventuellen Rissen in der Rhön und im Vogelsberg nicht sein, dass man hier untätig bleibe und Landwirte und Viehhalter im Stich lasse. „Es muss klar geklärt werden, ob es Zuschüsse für Herdenschutzmaßnahmen und Entschädigungen bei Wolfsrissen gibt“, fordert Döweling.

Zudem sei zu prüfen, ob man den Wolf nicht im Zuge der fälligen Fortschreibung des Hessischen Jagdgesetzes dem Jagdrecht unterstelle, was ein Eingreifen bei so genannten „Problemwölfen“ erleichtere. Auch wenn hier der Bundesgesetzgeber reagiert habe, gebe es hier hohe verwaltungsrechtliche Hürden, da der Wolf derzeit eben nicht dem Jagdrecht unterliege. Auch wenn ein Abschuss eines zu Schaden gehenden Wolfes selbstverständlich die allerletzte Option bleiben müsse.

Sachliche Debatte gefordert

Gleichzeitig fordert die FDP eine sachliche Debatte über mögliche Lebensräume für Wölfe in Hessen. „Man muss das sachlich und politisch diskutieren, ob und wo wir den Wolf in Deutschland und Hessen haben wollen“, erläutert Mario Döweling. Für alle größeren Schalenwildarten wie Rot- und Muffelwild gebe es klar definierte Populationsgebiete, nur beim Wolf lasse man derzeit recht blauäugig eine unkontrollierte Verbreitung zu und nehme mögliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft in Kauf. Die FDP hofft auf ein deutliches Signal aus dem Kreistag nach Wiesbaden.

Ein weiteres Thema ist aus Sicht der Freien Demokraten das Vorgehen des Kreises beim Auftritt meldepflichtiger Krankheiten wie zum Beispiel Masern, vor allem an den Schulen im Kreisgebiet. Die FDP hat hierzu eine entsprechende Anfrage gestellt. Auch die Versorgung von Angehörigen im Einsatz verletzter oder gar verstorbener Feuerwehrleute liegt der FDP am Herzen. „Hier gibt es eine Gesetzeslücke, die im Sozialministerium auch bekannt ist, aber offensichtlich in Kauf genommen wird“, erläutert Mario Döweling.


„Da es aus unserer Sicht nicht sein kann, dass Menschen, die im Katastrophenfall ihr Leben für die Allgemeinheit riskieren nicht vollumfänglich abgesichert sind, hoffen wir auch hier mit einer breiten Mehrheit des Kreistages Druck auf die Verantwortlichen in Wiesbaden auszuüben“, sagt der Fraktionsvorsitzende.


9 Gedanken zu “FDP will den Wolf zum Thema im Kreistag machen

  1. Nicht nur die FDP versucht, ihr politisches Geschäft mit der Angst zu machen. In Deutschland gibt es keine erheblichen Schäden durch Wölfe, das ist objektiv nachweisbar, interessiert aber niemanden. Die Berufsschäfer werden von der Gesellschaft nicht ordentlich entlohnt, die Hobbyschäfer wollen oder können sich nicht intensiver um ihre Tiere kümmern. Dass allein in Hessen jedes Jahr mehr als 15.000 Schafe und Ziegen durch Vernachlässigung, Krankheiten und Unfälle ums Leben kommen, will auch niemand wissen. Die 15 Schafe, die der Wolf reißt, sind der Aufreger. Zumal sich in diesen Fällen bisher fast immer herausstellt, dass die Tiere unzureichend gesichert waren. Alle haben Angst und regen sich auf, aber die Tiere werden dann trotzdem schlecht geschützt auf die Weide gestellt. Der Schuldige ist ja dann schnell ausgemacht:es war der Wolf, wer sonst? Und Politiker, die dummes Zeug von sich geben, obwohl sie es besser wissen könnten/müssten, handeln verantwortungslos.

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  2. Es stimmt, wir brauchen ein Wolfsmanagement. Daher hat das Hessische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie anno 2015 einen diesbezüglichen Plan erstellt. Hier der Link:

    https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/wolfsmanagementfuerhessen.pdf

    Besonders interessant Seiten 19ff, wo die Entnahme von Wölfen, die Nutztiere reißen, bereits geregelt ist.
    Einen Managementplan zum Wolf gibt es in Hessen seit 2015 – er kann auf der Internetseite des HLNUG runtergeladen werden. Dort sind bereits unter bestimmten Umständen Entnahmemöglichkeiten für Wölfe vorgesehen.

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  3. Es stimmt, wir brauchen ein Wolfsmanagement. Daher hat das Hessische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie anno 2015 einen diesbezüglichen Plan erstellt. Hier der Link:

    https://umwelt.hessen.de/sites/default/files/media/hmuelv/wolfsmanagementfuerhessen.pdf

    Besonders interessant Seiten 19ff, wo die Entnahme von Wölfen, die Nutztiere reißen, bereits geregelt ist.

    Es wäre zu begrüßen, wenn Sie sich mit dem gleichen Elan dafür einsetzen würden, dass sämtliche Ausgaben, die wolfsabwehrende Maßnahmen wie Zäune und Herdenschutzhunde für den Weidetierhalter bedeuten, aus Landesmitteln übernommen würden.
    Noch mehr wäre es jedoch willkommen, wenn Sie sich um weitaus dringendere Probleme kümmern könnte, wie zum Beispiel den CO2-Ausstoß, das Artensterben, Bodenversiegelung, Pestizide in der Landwirtschaft – aber bitte sachlich. Die Hysterie, die von manchen Seiten derzeit geschürt wird, ist ebenso fehl am Platze wie blinder Aktionismus.

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  4. Waschbären richten viel mehr Schaden an, haben sich überproportional vermehrt und stehen trotzdem unter Schutz.
    Politik: Entschädigt die betroffenen Tierhalter angemessen. Das Geld dazu nehmt von dem was ihr mit Eurem Unvermögen täglich aus dem Fenster werft. Das reicht für diesen Zweck dann Jahrhunderte.
    Verkehrte Welt

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  5. Einen Managementplan zum Wolf gibt es in Hessen seit 2015 – er kann auf der Internetseite des HLNUG runtergeladen werden. Dort sind bereits unter bestimmten Umständen Entnahmemöglichkeiten für Wölfe vorgesehen. Allerdings fehlen Angaben zu Präventionszahlungen im Herdenschutz, lediglich über HALM kann sich ein Nutztierhalter unter bestimmten Vorraussetzungen einen kleinen Zuschuss für die Aufwendungen der Zaunkontrolle holen.Einen festen Anspruch auf Entschädigungszahlungen gibt es ebenfalls nicht, es werden jedoch in der Regel Zahlungen bei Nutztierverlusten von geschützten Tieren vorgenommen. Hier besteht tatsächlich Nachholbedarf. Im Jagdrecht hat der Wolf als streng geschützte Tierart allerdings nichts verloren…..

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  6. In keinem Land der Welt funktioniert etwas wie eine Koexistenz mit den Großraubtieren ohne Bejagung. In Italien geht man von jährlich rund 300 illegal geschossenen oder vergifteten Wölfen aus. Frankreich hält derzeit den traurigen Rekord 2018 mit 15.000 gerissenen Schafen, Pferden, Eseln, Ziegen, Rindern, Lamas und Gatterwild. Verschollene und verletzte Tiere nicht mitgerechnet, auch nicht Familienhunde und Hauskatzen. 2019 bereits wieder über 1200 Opfer. In zehn Jahren über 70 im Kampf gegen die Wölfe zerfetzte Herdenschutzhunde! Nicht mal in Sibirien wird man der Plage ohne Abschüsse Herr. Die Jakuten haben dreitausend von dreitausendfünfhundert Wölfen zum Abschuss freigegeben. Und dort ist es keineswegs so dicht besiedelt wie in Deutschland. Schweden macht Schutzjagden, duldet landesweit nur so viele, wie allein in Brandenburg sind. Und das soll hier klappen bei dichtester Besiedlung mit der weltweit höchsten Anzahl Wölfe pro Quadratkilometer?

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  7. Dass die FDP mit Arten-, Umwelt- und Klimaschutz nichts am Hut hat ist ja nix Neues. Auch nicht deren Nähe zur Jägerschaft. Jagd ersetzt keinen Herdenschutz! Wenn das Jagdrecht angepasst werden soll dann bitte alle geschützten Tierarten da raus nehmen.

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