Kultur0

Belinga Belinga und Aziz Kuyateh bei der Veranstaltungsreihe der Flüchtlingsinitiative in Gemünden 6. AprilVeranstaltungsreihe geht mit musikalischer Lesung zu Ende

NIEDER-GEMÜNDEN (ol). Am 6. April geht die laufende dritte Staffel der Veranstaltungsreihe der Flüchtlingsinitiative Gemünden mit einer musikalischen Lesung zu Ende. Zu Gast sind dabei Belinga Belinga und Aziz Kuyateh.



Acht Veranstaltungen unterschiedlichster Art fanden bislang in Gemünden statt. Es startete mit einem Vortrag von Stephanie Binder über ihre Arbeit mit Geflüchteten in Syrien, Libanon, Jordanien, Irak und der Türkei sowie einer hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion über die Flüchtlingssituation im Vogelsberg.

Dann wurden die Filme „Iuventa“ über das gleichnamige Rettungsschiff im Mittelmeer und eine Komödie über Monsieur Claude gezeigt. Auch folgten Konzerte mit dem Paul-Simpson-Project an Weihnachten in Burg-Gemünden und den drei Gitarrenvirtuosen von Guitar3 in der kleinen übervollen Kirche in Rülfenrod. Höhepunkt war sicher das Konzert zur Eröffnung der Gemündener Kulturwochen mit der 94-jährigen Esther Bejarano und der Microphone Mafia in der vollen Kirche in Nieder-Gemünden.

In der Veranstaltungsankündigung der Flüchtlingsinitiative Gemünden heißt es, dass nun also der Abschluss mit einer musikalischen Lesung von Belinga Belinga und Aziz Kuyateh in der Kirche Nieder-Gemünden ansteht. Erst im Herbst werde die Flüchtlingsinitiative Gemünden ihre Veranstaltungsreihe fortsetzen.

Deutschsprachige Lesung mit Musik auf der Kora

Jean-Felix Belinga Belinga sei im zentralafrikanischen Land Kamerun geboren und aufgewachsen. Später studierte er Evangelische Theologie, Philosophie und Musikwissenschaft. Schreiben habe er jedoch erst in Deutschland angefangen, wo er seit mittlerweile 30 Jahren lebt. Heute sei er Referent für Interkulturelle Bildung im Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Er schreibe Kurzgeschichten, Romane, Gedichte, Essays und Märchen.

In den Prosatexten spiegelt sich die Welt, in der er aufgewachsen ist. Man begegne dem südkamerunischen Alltagsleben in vielfältigen und vielschichtigen sozialen Spannungen, die die Gegenwart vieler afrikanischen Völker kennzeichnen. Die deutschsprachige Lesung werde begleitet von Aziz Kuyateh mit Musik auf der Kora.

Kuyateh sei nicht nur Musiker – Griot nennt man seinen Beruf in seiner Heimat Gambia.  Die Griots seien die Bewahrer der Geschichte. In Afrika sage man: Wenn ein Griot stirbt, stirbt ein Teil der Geschichte Westafrikas. In ihren Liedern werden die wichtigsten Ereignisse des Landes an die nachfolgenden Generationen weiter gegeben. Als Griot sei Aziz Kuyateh in erster Linie ein Meister der Kora, dem Sitar ähnlichen Saiteninstrument mit dem Klang einer Harfe.

Los geht es mit der musikalischen Lesung am 6. April um 20 Uhr in der Evangelischen Kirche in Nieder-Gemünden. Der Eintritt sei frei, aber der Veranstalter, die Flüchtlingsinitiative Gemünden, freue sich über Spenden.