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KOLUMNE des Aurum Geschäftsführers Manfred Schnell„Was bewegt die Aktienmärkte?“

ANZEIGE | ALSFELD (ol). Wann steigen die Zinsen endlich? Was bewegt eigentlich die Aktienmärkte und wie steht es um den aktuellen Goldpreis? Manfred Schnell, Geschäftsführer von Aurum Vermögensmanagement in Alsfeld hat Antworten darauf. Eine Kolumne des Wertpapierspezialisten und Vermögensmanager im Wortlaut.


„Die amerikanische Zentralbank FED hat nach einigen kleinen Zinsschritten nach oben eine Kehrtwende um 180 Grad gemacht. Nach etwas schlechteren Wirtschaftsdaten in den USA wurde ein möglicher Zinsstopp und sogar mittelfristig wieder Zinssenkungen oder eine erneute Ausdehnung der Geldmenge nicht ausgeschlossen. Dies kann längerfristig zu anziehender Inflation führen. Die Europäische Zentralbank EZB sieht trotz ihrer Null-Zins-Politik auch keinen Grund, an der Zinsschraube zu drehen.

Die unterschiedlichen Länder in der EU lassen hierzu aktuell keinen Spielraum. Wirtschaftlich schwache Länder, hier ist besonders Italien zu nennen, vertragen aktuell keinen Zinsanstieg. Durch die steigenden Zinsen könnte das Bankensystem wieder in eine Stresssituation kommen. Höhere Zinsen führen zu Ausfallrisiken auf der Kreditseite. Daher wird es vorerst zu keiner signifikanten Zinserhöhungen kommen. Allein in Deutschland haben die Sparer durch die Zinspolitik der EZB circa 38 Millarden Euro im letzten Jahr weniger an Zinsen erhalten.

Was bewegt die Aktienmärkte?

Weltweit wächst die Wirtschaft 2019 mit circa 3,5 Prozent, in Europa wird mit 1,5 Prozent Wachstum gerechnet. Die Aktienmärkte gerieten im Jahr 2018 und besonders im Dezember durch die Politik unter Druck. Der Handelskrieg durch Trump und das politische Chaos durch den geplanten Ausstieg der Briten aus der EU sorgten dafür. Die amerikanischen Zentralbank FED nimmt den Fuß vom Gas! Sie will die Zinsen vorerst nicht weiter anheben. Durch eine weitere Ankurbelung der US-Wirtschaft durch Steuergeschenke bekamen die Aktien im Januar wieder Aufwind. Präsident Trump möchte eine bessere Konjunktur im Wahljahr 2020 haben.

Die britische Premierministerin May rudert aktuell bei den Austrittsverhandlungen aus der EU zurück. Im Gespräch ist eine Verschiebung des Termins oder sogar eine neue Abstimmung der Bevölkerung über den Brexit. Dies entlastet die Aktienmärkte. Die Börse jedoch bildet nicht die Vergangenheit ab, sondern immer die Zukunft. Viele Anleger haben sich mit Investitionen in den Aktienmarkt zurückgehalten. Ein Wiedereinstieg dieser Investoren kann zu einem weiteren Anstieg der Aktienmärkte in den nächsten Wochen und Monaten führen. Anleger sollten im Laufe des Jahres 2019 auf mögliche neue Zinsentscheidungen der FED achten. Auf den deutschen Steuerzahler könnten neue Herausforderungen zukommen, denn seitens der deutschen Politik wird eine Fusion zwischen Deutsche Bank und Commerzbank diskutiert.

Goldpreis deutlich erholt

Bemerkenswert ist, dass die Zentralbanken im vergangenen Jahr wieder 652 Tonnen Gold kauften. Dies ist die größte Menge seit 1971. Hiervon profitieren auch Minenwerte und insbesondere der Goldpreis legte über acht Prozent innerhalb eines Jahres zu.

Die Inflationsrate lag in Deutschland 2018 bei 1,9 Prozent. Die Spareinlagen verlieren durch die niedrigen Zinsen jährlich an Kaufkraft. Durch ausgewogene strategische Ausrichtung in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Währungen und Rohstoffe können Sparer langfristig gegensteuern.“

 

Disclaimer: Der obige Marktkommentar gilt nicht als Finanzanalyse i.S.d. § 34 b WpHG und spiegelt lediglich die Meinung des Verfassers wider. Insbesondere stellt der Marktkommentar weder eine Anlageberatung noch eine Aufforderung zum Erwerb oder zur Veräußerung von Finanzinstrumenten dar. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken.

 

Anmerkung der Redaktion: Die Kolumne spiegelt nicht zwangsläufig die Meinung von Oberhesssen-Live wider. Der Verfasser und redaktionell Verantwortliche ist:
Aurum Vermögensmanagement GmbH
Manfrad Schnell
Bürgermeister-Haas-Str. 5, 36304 Alsfeld

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