Gesellschaft0

„Sing and Swing“ mit Oberstufenchor und Bigband der Albert-Schweitzer-Schule sorgte für BegeisterungVon der Unvergänglichkeit guter Musik und Freude am Singen und Spielen

ALSFELD (ol). Sie können es einfach – die Oberstufenschülerinnen und -schüler der Albert-Schweitzer-Schule, die mehrheitlich Bigband und Oberstufenchor besetzen, sind in Sachen musikalischer Professionalität eine feste Größe an dem Alsfelder Gymnasium. Erneut bewiesen sie das vor wenigen Tagen, als sie unter dem Motto „Sing and Swing“ für große Begeisterung sorgten.

In der Pressemitteilung der Albert-Schweitzer-Schule Alsfeld heißt es, und das sowohl anlässlich der Vormittagsveranstaltung für die Schulgemeinde als auch am Abend, an dem sich Eltern, Freunde, Ehemalige und viele Musikinteressierte aus Nah und Fern in der Aula des Oberstufenstandortes an der Musik und dem Gesang erfreuten.

Unter der Leitung von Martin Wilhelm für die Bigband und Thomas Walter für den Chor hatten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Stücke einstudiert, die sich gegenseitig aufs Beste ergänzten und ein breites musikalisches Spektrum präsentierten. Der Chor bestach durch eine Auswahl, die zunächst sehr klassisch war: Mit dem Stück „Amazing Grace“, an dessen Anfang Alina Beritz mit einem Solo glänzte, bot der Oberstufenchor einen feierlichen Auftakt, den die Sängerinnen und ihre drei männlichen Chorgenossen später mit den Spirituals „Michael row the boat ashore“ und „Joshua fit the battle“ furios fortsetzten, nicht zuletzt auch mit dem Gospel-Mesh-Up „Walk in Jerusalem / By an‘ by“.

Solistin Alina Beritz eröffnete den Konzertabend gemeinsam mit dem Chor. Fotos: Traudi Schlitt

Hochprofessionell einstudiert

Am Klavier, begleitet von Arno Pausch, bestach der Chor durch eine großartige Präzision und Vielstimmigkeit, die sich ganz offenbar mit der Sangesfreude paarte, die man den Sängerinnen an den Gesichtern ablesen konnte. Das gute Miteinander war zu spüren, der Funke sprang über – ganz besonders bei dem nur gesungenen „James Bond Theme“, ein gelungenes Beispiel für das im Jazz bekannte Scat-Singing, bei dem Tonsilben ohne Wortbedeutung die Melodie ergeben – hier jedoch nicht improvisiert, sondern hochprofessionell einstudiert und wunderbar dargeboten.


Diese musikalische Steilvorlage nutzte die Bigband für eine hinreißende Version von „Skyfall“, dem James-Bond-Song von Adele, den hier die Sängerin Salome Hofmann präsentierte. Im Wechsel mit dem Chor hatte die Bigband im ersten Block bereits für viel gute Stimmung gesorgt. Mit „Sing Sing Sing“ am Anfang ihres Programms unterstrichen sie instrumental eine tragende Säule des Abends, nämlich den Gesang, und das tat die derzeit beste Schul-Bigband Hessens swingend und groovend.

Sängerin Salome Hofmann sorgte für eine weitere Solostimme im umfangreichen Programm.

Dass man auf diese Weise auch Samba spielen kann, zeigten die Musikerinnen und Musiker mit dem Stück „So Danco Samba“, ein Lied, das selbst eingefleischte Fans der Band noch nicht allzu oft gehört haben. Sehr bekannt dagegen, aber immer wieder gern gehört, ist „Beyond the sea“, der Soundtrack aus dem Film „Findet Nemo“, der so schön gechillt daherkommt, wie ein lässiger Tag im Meer.

Moderiert wurde der Abend, der ganz allein diesen beiden Formationen gehörte, von einer Musikerin, Carla Dietz, einem Musiker, Fabian Planz, und zwei Sängerinnen, Leonie Donath und Melina Müller. Mit ihrer frischen Art unterstrichen sie, dass sie selbst große Freude an ihren Stücken und auch an dem Konzert hatten – und genau diese Freude teilten sie auch nach der Pause noch eine ganz Weile mit ihrem Publikum.

Zurück aus der Pause mit einem Gute-Laune-Kracher

Die Bigband hatte mit dem ewigen Beatles-Klassiker „Can’t buy me love“ einen richtigen Gute-Laune-Kracher aus der Pause mitgebracht, um mit dem bekannten Fusionjazz-Stück „Birdland“ einen Big-Band-Standard zu bringen, den jeder Jazz-Fan kennt. Etwas unbekannter, aber nicht weniger schön: die instrumentale, lässige Version des Simon-and-Garfunkel-Stücks „Bridge over troubled water“, das einmal mehr die Expertise und den hohen Anspruch der Bigband unterstrich, in der sich auch immer wieder Soloinstrumente Gehör verschafften.


Gut besetzt: der Oberstufenchor unter der Leitung von Thomas Walter.

Mit zwei Pop-Balladen brachte der Chor seinen Gesang von der eher klassischen Literatur der ersten Hälfte in die Moderne – oder zumindest deren Anfänge: „Don’t stop beliving“ aus den 80er-Jahren hatte der junge Chor neu aufgelegt und zeigte eindrucksvoll, wie gut dieses Pop-Stück auch in einer Chorbearbeitung funktioniert. Gleiches gilt für die Ballade „Beautiful“ von Christina Aguilera, die die Sängerinnen und Sänger sehr gefühlvoll interpretierten, ein Spiel aus verschiedenen Stimmlagen und gesungenen Dialogen, das diesem Stück eine ganz andere, ungewöhnliche Anmutung verlieh.

Sehr viel peppiger wurden die Damen des Chors bei dem Stück „Ex’s and Oh’s“, bei dem sie auf ihre männlichen Sänger verzichtete, ist das Lied von Elle King doch ein reines Frauen-Power-Ding, das jede Menge Spaß macht. Mit „Maybe we’ll meet again“ läutete der Chor den Abschluss ein – ein gesungenes auf Wiedersehen, sehr getragen, fast schwermütig. Doch bevor es allzu traurig wurde, legten Band und Chor noch einmal gemeinsam los: „Something’s gotta hold on me“ spielten sie gemeinsam, unterstützt von Sängerin Salome Hofmann.

Geballte musikalische Power auf der Bühne der Aula in der Krebsbach: Bigband und Oberstufenchor beim Finale.

Damit hatten sie ein Stück ausgewählt, das die ganze Bandbreite des Konzerts noch einmal unterstrich: 1962 erstmals von Etta James gesungen, ist es den jungen Leuten heute von Christina Aguilera bekannt und stellt damit die Unvergänglichkeit richtig guter Musik unter Beweis. Dass genau davon das Publikum nach diesem mehr als geglückten Konzertabend mehr hören wollte, war nicht verwunderlich. Und dass besonders die Bigband ein großes Repertoire für alle möglichen Zugaben hat, das rundete den Abend in der Aula der Krebsbach einmal mehr auf hervorragende Art und Weise ab.