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„Glauben Sie an sich, wenn Sie schreiben!“: Bärbel Schäfer lobte die Gewinner für ihr Buch „Gesammelte Werke“16-Jährige Anna Wecker aus Ulrichstein bei den Preisträgern des Jugend-Literaturpreises der Ovag

VOGELSBERG (ol). 23 Gewinner gibt es beim diesjährigen Ovag-Jugend-Literaturpreis, doch nur die drei Besten durften ihre Geschichten bei der Präsentation des Buches „Gesammelte Werke“ in dem die preisgekrönten Texte der jungen Autoren nachzulesen sind, selbst vor dem Publikum vorlesen. Eine davon ist die 16-jährige Anna Wecker aus Ulrichstein mit ihrem Werk „Das Leben in der Hölle auf Erden“.



Zunächst aber zurück zum Anfang. „Sie haben mich staunen lassen, Sie haben mir ihre Welt mitgeteilt, Sie haben mir neue Aspekte näher gebracht, die ich so noch nicht kannte. Wir – Sie und ich – teilen die Leidenschaft für das Wort und für das Schreiben.“ Voll des Lobes für die 23 Gewinner des Ovag-Jugend-Literaturpreises war jetzt in der Hauptverwaltung des Energieversorgers die aus Fernsehen und Rundfunk bekannte Moderatorin, Journalistin und Schriftstellerin Bärbel Schäfer.

Laut Pressemitteilung des Energieversorgers sei der Anlass für ihre Lobrede die Präsentation des Buches „Gesammelte Werke“ in dem die preisgekrönten Texte der jungen Autoren nachzulesen sind gewesen. Im vergangenen November hatten sie diese bei einem viertägigen Seminar in Bad Kissingen mit renommierten Schriftstellern wie Feridun Zaimoglu gemeinsam lektoriert.

Durch diesen Wettbewerb hätten die Nachwuchs-Schreiber die „erste Luft des Autorenlebens“ geschnuppert. „Genießen Sie diesen literarischen Fahrtwind. Sie werden in Zukunft auch Fehler machen, das gehört dazu, das muss sein. Aber nur Sie können sich zum Schreiben animieren. Und Sie werden wissen, dass zur Kunst auch Können und Handwerk gehört. Glauben Sie an sich, wenn Sie schreiben“, erklärte Schäfer.

Bärbel Schäfer bei ihrer Laudatio. Foto: Ovag

Warum schreiben junge Leute Geschichten?

Mit der Frage, warum junge Menschen überhaupt Geschichten schreiben, setzte sich in seiner Rede der Vorstandsvorsitzende der Ovag, Rainer Schwarz, auseinander. „Sind es eigene Verwundungen, woher immer diese auch rühren mögen, die verarztet werden sollen? Ist es die rein spielerische, poetische, den eigenen Charakter formende Freude am Umgang mit Worten und Sätzen? Das Vergnügen, andere Menschen schlichtweg mit einer ausgedachten Erzählung zu unterhalten?“, fragte er.

Auf dem Weg zur Veröffentlichung, hob Schwarz hervor, hätten für die 14- bis 23-jährigen Preisträger gleich zwei Hürden gestanden. Zum einen zunächst von der Jury aus rund zweihundert Einsendungen aus der Wetterau, dem Vogelsberg und dem Landkreis Gießen überhaupt ausgewählt zu werden und dann der Workshop in Bad Kissingen. In diesem Zusammenhang zitierte er den Slogan des Workshops, ein Wort von Feridun Zaimoglu: „Es gibt nichts Gemeineres als falsches Lob.“

Drei Preisträger trugen vor der Übergabe der frisch gedruckten Bücher ihre Texte vor. Mit den im Westen eher unbekannten ehemaligen Jugendwerkhöfen der DDR, den damit verbundenen Erniedrigungen und Demütigungen, hat sich die 16-jährige Anna Wecker aus Ulrichstein in ihrem Text „Das Leben in der Hölle auf Erden“ auseinandergesetzt. „Es ist überall“ lautet der Titel des Textes der fünfmaligen Preisträgerin 23-jährigen Farnaz Nasiriamini aus Butzbach. Überall – ein vom Freund ins Internet gestelltes Video einer jungen Frau. Ein Thema von bedrückender Aktualität. Schließlich brachte die erst 13-jährige Friedbergerin Anna Merbs das Publikum mit ihrer Persiflage „007 oder das moderne Märchen“ zum Schmunzeln.

Das Buch „Gesammelte Werke“ koste zwölf Euro und könne bei der Ovag unter der Rufnummer 06031/68481113 bestellt werden.