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Evangelische Regionalverwaltung Oberhessen verabschiedet Klaus Dieter Döll und Horst Hofmann in den RuhestandAbschied von zwei Urgesteinen

VOGELSBERG (ol). Wenn eine Führungskraft aus der Finanzverwaltung mit stehendem Applaus in den Ruhestand verabschiedet wird, dann will das etwas heißen – und das hat es auch: Mit Klaus Dieter Döll verabschiedete die Evangelische Regionalverwaltung Oberhessen mit Sitz in Alsfeld und Gießen ein Urgestein des ehemaligen Rentamts, einen Mann, der der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau knapp 38 Jahre die Treue gehalten hatte, davon über 30 Jahre in leitender Position.

Doch nicht nur ihm galt am vergangenen Samstag im Bürgerhaus in Romrod eine feierliche Matinée, denn mit ihm ging nach über zwanzig Jahren eine weitere feste Institution des Standorts Alsfeld: Auch Horst Hofmann, der die letzte Druckerei der Regionalverwaltung betrieben hatte, ging wie Döll zum Ende des letzten Jahres in den Ruhestand.

In der Pressemitteilung des Dekanats heißt es, mit seinem Abschied „geht eine Ära zu Ende“, wie Armin Habermann, Leiter der Evangelischen Regionalverwaltung, durchaus wehmütig erklärte. Gleichzeitig stand die Veranstaltung auch im Zeichen des Neuanfangs: Mit Ralf Schnell wurde der neue stellvertretende Leiter der Regionalverwaltung ins Amt eingeführt, dessen Nachfolge als Leiter der Finanzabteilung tritt Cornelius Helm an.

Warme Abschiedsworte hatte Martina Heyer von den Leitungen der Regionalverwaltungen der EKHN für ihren scheidenden Kollegen. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Begrüßung und Moderation der Feier übernahm Armin Habermann, für die musikalische Untermalung sorgte Sonja Karl am Keyboard. Zugegen waren in Romrod neben vielen aktuellen und ausgeschiedenen Mitarbeitenden der Regionalverwaltung Vertreter der Kirchenleitung der EKHN, Vertreter des Dekanats Vogelsberg und der Evangelischen Kirchengemeinde Alsfeld sowie Freunde, Weggefährten und Familienmitglieder der scheidenden und kommenden Mitarbeiter der Regionalverwaltung.

Ganz klassisch startete diese mit einer Andacht, die Pfarrer Matthias Bink vom Vorstand der Regionalverwaltung ganz auf die Menschen zugeschnitten hatte, um die es an diesem Tag ging, und er attestierte gerade den scheidenden Döll und Hofmann, dass diese ihr Amt mit viel Charisma ausgeübt und in ihrem Berufsleben viel bewegt hätten.

„Dankbar, Teil des Teams geworden zu sein“ – Klaus Dieter Döll in seinen Abschiedsworten.

Abschied von treuen und geliebten Mitarbeitern

Die Verabschiedung seines Mitarbeiters Horst Hofmann ließ sich dessen Chef Klaus Dieter Döll selbstverständlich nicht nehmen. Ein letztes Mal im Amt, dankte Döll Hofmann für dessen Perfektion, die stets hohe Qualität hervorgebracht habe. Oftmals habe der Drucker den Gemeindebriefen erst den letzten Schliff gegeben, nicht selten sei er im letzten Moment mit Rat und Tag eingesprungen. Darüber hinaus sei Hofmann ein liebevoller, sich um viele Belange der Regionalverwaltung kümmernder Mitarbeiter gewesen, der mit seiner guten Laune und nicht zuletzt mit seinem Gesang das Leben in der Alsfelder Dienststelle ungemein bereichert habe. Die Abschiedsurkunde der EKHN überreichte Lothar Nicolai als Vorstandsmitglied der Regionalverwaltung.

Gleich im Anschluss würdigte Nicolai das Verdienst von Klaus Dieter Döll, zunächst mit einem Blick auf die Vita des 64-Jährigen, der nach eineR kaufmännischen Ausbildung, einem Studium zum Betriebswirt und wenigen anderen beruflichen Stationen seinen Werdegang in der Regionalverwaltung 1981 im damaligen Rentamt Nidda begann. 1987 wurde er Rentamtsleiter in Alsfeld, wo er 2004 auch Leiter der Nachfolgeeinrichtung, der Evangelischen Regionalverwaltung, wurde. Als 2014 die Regionalverwaltungen Alsfeld und Gießen zur Regionalverwaltung Oberhessen fusionierten, blieb Döll als stellvertretender Leiter in Alsfeld.

Mit einem Bewerbungsfoto des nun scheidenden Klaus Dieter Döll aus dem Archiv sorgte Oberkirchenrat Timo Keller für viel Freude.

Er sei bekannt gewesen für seine akribische, ergebnisorientierte Arbeitsweise genauso wie für seine vermittelnde Kompetenz, die auch in kniffligen Situationen immer wieder zu guten und tragfähigen Kompromissen geführt habe. Mit diesen Fähigkeiten habe Döll geholfen sowohl die Fusion der Alsfelder und Gießener Verwaltung geräuschlos über die Bühne zu bringen als auch den Übergang der doppischen Buchhaltung in den Dekanaten und Kirchengemeinden mitgestaltet. Dabei habe er geduldig viele Fragen beantwortet, Vorgänge erklärt und nie den Überblick verloren. Neben all dem zeichne Döll sich durch ein außerordentlich gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitenden aus, wie auch in späteren Grußworten noch deutlich wurde.

„Die EKHN verliert einen treuen und geliebten Mitarbeiter“, fasste Nicolai zusammen, auch persönlich wandte der Redner sich mit warmen und wertschätzenden Worten an den scheidenden stellvertretenden Leiter der Regionalverwaltung.

Ralf Schnell und Cornelius Helm seit 1. Januar im Amt

Bereits seit dem 1. Januar im Amt sind die beiden neuen Führungskräfte der EKHN. Sowohl Ralf Schnell als auch Cornelius Helm sind seit einigen Jahren in den Diensten der Regionalverwaltung und erwiesen sich in den Bewerbungsphasen als geeignet für die freiwerdenden Positionen. Sie beide wurden von Lothar Nicolai an diesem Tag offiziell in ihr Amt übernommen.

Ralf Schnell und Cornelius Helm stellten sich ihrerseits der Versammlung vor.

Dass bei so vielen Anlässen, insbesondere den Verabschiedungen von zwei so lang gedienten Personen, viele Redner auf der Liste standen, versteht sich von selbst. Den Anfang machte Oberkirchenrat Timo Keller. Er vertrat die Kirchenverwaltung der EKHN und unterstrich in seinen Worten Klaus Dieter Dölls persönliche Eigenschaften wie Zugewandtheit und Problemlösungskompetenz, besonders mit Blick auf die bereits erwähnte Fusion und die Einführung der Doppik. Für seine sehr launige Rede hatte der Oberkirchenrat in Archiven gekramt und neben einem sehr aufschlussreichen ersten Zeugnis Dölls auch ein frühes Bewerbungsbild gefunden, das er zur Freude aller Anwesenden – einschließlich Döll selbst – präsentierte.

Das Dekanat Vogelsberg vertrat der kommissarische Dekan Dr. Jürgen Sauer. Er blickte weit zurück in die Zeit, als das damalige Rentamt noch die „kassenführende Stelle der Kirchengemeinden“ war und skizzierte viele Veränderungen, die Döll mit den Institutionen durchlaufen hatte. Dabei habe er stets Verantwortung gezeigt und den Willen und die Fähigkeit, Veränderungen mitzutragen. Damit habe Döll es auch vermocht, den Mitarbeitenden Ängste zu nehmen und für sie tragfähige Rahmenbedingungen und Strukturen geschaffen.

Einen bewegenden Abschied mit stehenden Ovationen bescherten die Gäste Klaus Dieter Döll.

„Alle konnten von seinem Erfahrungsreichtum profitieren“

Auch Horst Hofmann würdigte der Dekan in seinen Abschiedsworten. Dieser sei ein langjähriger treuer Partner der Kirchengemeinden gewesen, was im Anschluss auch Pfarrer Peter Remy unterstrich.

Als Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Alsfeld und im Pfarrhaus am Kirchplatz langjähriger direkter Nachbar der Regionalverwaltung habe man viele Jahre geteilt, so der Pfarrer, der in einer gut aufgelegte Rede und auf sehr wertschätzende Art und Weise von beiden Menschen Abschied nahm – nicht ohne die eine oder andere Anekdote, die sowohl das gute Miteinander als auch die Wertschätzung beider Personen unterstrich. An Horst Hofmann gewandt, betonte Remy, dass seine Dienste schmerzlich vermisst würden, ebenso wie sein Gesang und sein aufmunterndes Wesen.

Für die Leitungen der Regionalverwaltungen überbrachte Martina Heyer ein Grußwort. „Alle konnten von seinem Erfahrungsreichtum profitieren“, lobte sie den scheidenden Kollegen, der wertvolle Verbindungen zu allen angeschlossenen Einrichtungen geknüpft habe und auch in scheinbar aussichtslosen Situationen Lösungen gefunden habe.

Armin Habermann, Leiter der Evangelischen Regionalverwaltung Oberhessen, führte durch die Veranstaltung und nahm auch persönlich Abschied von den scheidenden Mitarbeitern.

Ein warmes Willkommen für die neuen, alten Bekannten

Eine „Aufnahme im Seniorenclub“ bot Christel Meincke stellvertretend für alle ehemaligen Mitarbeiten dem scheidenden stellvertretenden Leiter an. Auch ihre Rede machte noch einmal die fachliche Kompetenz und die menschliche Verbundenheit deutlich, die Döll in seiner Person vereinte. Dieselbe Wertschätzung erfuhr Döll auch von den amtierenden Mitarbeitenden, die von Simone Reimer, Jeniffer Peter und Rudolf Küster vertreten wurden.

„Wir verlieren einen wertgeschätzten Kollegen und einen herausragenden Chef.“ Ein warmes Willkommen für „die Neuen“, die doch schon alte Bekannte in der Regionalverwaltung sind, überbrachten danach Thorben Reuter und Mirko Römer an Ralf Schnell und Cornelius Helm, die ihrerseits die Veranstaltung nutzten, sich der großen Runde vorzustellen und sich bei den scheidenden Kollegen zu bedanken.

Klaus Dieter Döll und Horst Hofmann (3. und 4. von rechts) im Kreis ihrer Laudatoren und der neuen Führungskräfte: Lothar Nicolai, Martina Heyer, Timo Keller und Armin Habermann, Cornelius Helm und Ralf Schnell (von rechts nach links).

Das Schlusswort des Tages gebührte natürlich dem scheidenden stellvertretenden Leiter der Regionalverwaltung Oberhessen. Sichtlich bewegt von der großen Resonanz, dankte Klaus Dieter Döll seinen alten Weggefährten und allen Menschen, die in seinem Arbeitsalltag für schöne Begegnungen gesorgt hatten. Er lobte die EKHN als absolut fürsorgenden Arbeitgeber und dankte sowohl der Führungsebene der Regionalverwaltung als auch seinen Mitarbeitenden für ihre Unterstützung und ihren Einsatz. „Ohne Sie hätte vieles nicht geklappt – ich bin dankbar, dass ich diesem Team angehören durfte.“