Rücksicht bei Silvester-Feuerwerk. Archivfoto: aep

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NABU: Laute Knallgeräusche erschrecken Tiere im Wald und GartenNaturschützer bitten um Rücksicht bei Silvesterfeuerwerk

VOGELSBERG (ol). Wie in jedem Jahr wird auch das neue Jahr 2019 vielerorts wieder mit einem lauten Silvesterfeuerwerk begrüßt. Was viele freut, kann für manche Wildtiere im Garten und im Wald, aber auch für Menschen zum Problem werden, warnen Umweltschützer und bitten daher zur Rücksichtnahme. 


In der Pressemitteilung des NABU heißt es, die lauten Geräusche verschrecken viele Tiere. So geraten Gartenvögel durch den Lärm in Stress und verbrauchen bei ihrer Flucht wertvolle Energie. Anschließend benötigen sie oft viel Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen. „Das nächtliche Umherfliegen kostet Vögel unnötig Kraft, auf die sie in langen, kalten Winternächten angewiesen sind“, erläutert der NABU-Landesvorsitzende Gerhard Eppler.

Das gleiche Problem haben Wildtiere im Wald, von denen gerade im Winter viele ihren Stoffwechsel auf ein Minimum reduzieren. Jede Flucht ist deshalb äußerst mühselig. Daher mahnt der Biologe Eppler: „Bitte zünden Sie kein Feuerwerk in der Nähe von Wäldern, in öffentlichen Grünanlagen und in Gärten“. Auch Seeufer und die offene Feldflur sind, so der NABU, keine geeigneten Orte für das Silvesterfeuerwerk.

Auch die vom NABU unterstützte Initiative „Alsfeld Fremdenverkehr“ bittet um Rücksichtnahme beim Böllern – und verweist auf angebliche Gefahren, die durch Feuerwerk freigesetzten Feinstaub entstehen könnten. „Der Grenzwert für Feinstaub für das Tagesmittel von 50 µg/m³ darf an insgesamt 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Erschreckend ist die Höhe der Belastung in der Silvesternacht: Das Umweltbundesamt dokumentierte beispielsweise im vergangenen Jahr in Leipzig um 1 Uhr nachts einen PM10-Stundenwert von mehr als 1.800 µg/m.“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bunte Vogelschar statt Feuerwerk

Für einen bunten Jahreswechsel sei ein Feuerwerk nicht unbedingt nötig, meint der NABU. „Schillernde Farben gibt es in der Natur auch ohne Raketen“, erklärt Eppler. Statt mit lautem Böllern würden die ersten Morgenstunden in 2019 mit Vogelgezwitscher an den Futterplätzen begrüßt werden können. Im Winter sammeln sich dort Rotkehlchen mit ihrer rot leuchtenden Brust, Kohlmeisen und Blaumeisen mit zartem Gelb und Blau, Grünfinken bringen ein herrliches Grün ein.

„In speziellen Futtersilos, die es zum Aufhängen oder für den Boden gibt, bleibt das Futter vor Feuchtigkeit und Keimen geschützt“, sagt Eppler. Als Basisfutter eignen sich Sonnenblumenkerne, die von fast allen Vögeln gerne gefressen werden. Weichfutterfresser wie das Rotkehlchen erfreuen sich zusätzlich an Rosinen und Haferflocken. So werden die heimischen Vögel mit einem leckeren Neujahrsbuffet begrüßt und können gleich zur Stunde der Wintervögel am ersten Januarwochenende bestens beobachtet und gezählt werden.

Stunde der Wintervögel vom 4. bis 6. Januar

Vom 4. bis 6. Januar rufen NABU und LBV zum neunten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, ließen sich auch zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa zogen. Über 136.000 Vogelfreunde haben sich 2018 an der Aktion beteiligt und Zählungen aus über 92.000 Gärten übermittelt – ein neuer Rekord. Mehr Informationen zur Stunde der Wintervögel gibt es hier.