Dr. Mostafa Beizai (links) und Friedhelm Kalbhenn (rechts), der Vorsitzende des Krankenhaus-Fördervereins. Foto: Sabine Galle-Schäfer

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Dr. Beizai informierte im Rahmen der KKH-Vortragsreihe über die Volkskrankheit OsteoporoseAuf die Vorsorge kommt es an

ALSFELD (ol). „Osteoporose ist eine Volkskrankheit, sie kommt, das ist ein ganz natürlicher altersbedingter Vorgang“, sagte Dr. Mostafa Beizai, „behandeln kann man sie nicht, nur verhindern und verzögern.“ Was genau man machen kann, um das Risiko, an „Knochenschwund“ zu erkranken, zu minimieren, das erklärte der Sektionsleiter Wirbelsäulenchirurgie am Alsfelder Kreiskrankenhaus, beim letzten Vortragsabend des Jahres, zu dem wieder der Förderverein des Krankenhauses eingeladen hatte.


In der Pressemitteilung des Fördervereins des Kreiskrankenhauses heißt es, bei Osteoporose handelt es sich um eine Stoffwechselkrankheit, die Knochenmasse, die Dichte, nimmt ab, die Struktur wird porös, die Knochen werden brüchig. Selbst kleinere Stürze, manchmal sogar das Heben oder Tragen von schwereren Gegenständen, können bereits zu Brüchen führen – oft an der Wirbelsäule oder am Oberschenkelhals, erklärte der Mediziner. Viele Patienten merken allerdings zunächst gar nicht, dass sie an Osteoporose erkrankt seien, haben keinerlei Beschwerden – bis die Knochen nicht mehr stabil sind und spontan brechen. Und selbst Brüche werden von manchen nicht bemerkt, dabei gebe es laut Dr. Beizai eindeutige Indizien: chronische Rückenschmerzen etwa oder der typische Rundrücken und damit einhergehend eine abnehmende Körpergröße oder eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit.

Allein in Deutschland leiden sechs Millionen Menschen an Osteoporose, jährlich gebe es rund 330.000 Brüche, davon 160.000 an der Wirbelsäule oder am Schenkelhals. 30.000 ältere Menschen sterben, so die Zahlen, die sich hinter der Volkskrankheit verbergen. Therapien aber, so Dr. Mostafa Beizai, sind vernachlässigt worden. „Die Versorgungssituation ist nicht optimal.“

Der Rat: Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung

Wichtig sei daher vor allem auch eine vernünftige Vorsorge. Da sei zunächst eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu nennen, auf Nikotin, auf Alkohol und Kaffee sollte man verzichten. Dr. Beizai riet dringend zu ausreichender und regelmäßiger Bewegung. „Ein aufrechter Gang ist die beste Therapie.“ Spaziergänge oder Nordic Walking – am besten an der frischen Luft. Denn der Körper benötige neben dem für das Skelettsystem wichtigen Calcium auch Vitamin D. Von daher sollte man mindestens eine halbe Stunde am Tag Gesicht und Arme der Sonne aussetzen – wenn sie denn scheint.

Der Sektionsleiter für Wirbelsäulenchirurgie gab den zahlreichen interessierten Zuhörern zudem ganz praktische Tipps mit an die Hand: Osteoporose-Patienten sollen ihre Medikamente überprüfen, gerade Beruhigungsmittel können Stürze begünstigen. Sie sollten zu Stock oder Rollator greifen und auch die Sehhilfen überprüfen lassen, um ein Hinfallen zu vermeiden. Um rutschige Flächen sollten sie einen Bogen machen, möglichweise auch Teppiche aus der Wohnung entfernen, um ein Stolpern zu verhindern.

Schließlich gebe es noch die Möglichkeit, die Erkrankung mit Medikamenten zu verzögern. Es gibt, so der Experte, mehrere Präparate, die den Knochenabbau hemmen. Wer fürchte, an Osteoporose erkrankt zu sein, der solle sich zunächst an seinen Hausarzt wenden, der ihn zur Knochendichtemessung schicke. Mit den Ergebnissen könne der Patient dann Dr. Beizai am Alsfelder Krankenhaus aufsuchen und die weitere Behandlung besprechen. Da bei der Osteoporose Hormone eine große Rolle spielen, müssen Frauen übrigens schon zehn Jahre früher als Männer damit rechnen, zu erkranken.