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Landrätin Schneider würdigt die Arbeit von Feuerwehren und KatastrophenschutzEin Dankeschön für Hilfsorganisationen

LANDKREIS GIEßEN (ol). Der Landkreis Gießen hat sich bei seinen Einsatzkräften bedankt: Landrätin Anita Schneider würdigte während der Jahresabschlussfeier der Hilfsorganisationen die engagierte Arbeit der Mitglieder von Feuerwehren, Katastrophenschutz und Rettungsdiensten. Die Veranstaltung war zugleich Anlass für Rück- und Ausblick. Außerdem überreichte die Landrätin Zuwendungsbescheide für mehrere Hilfsorganisationen und zeichnete verdiente Einsatzkräfte aus.

In der Pressemitteilung des Landkreis Gießen heißt es, zum achten Mal trafen sich auf Einladung des Landkreises Mitglieder von Feuerwehren, THW, Rettungsdiensten, DRK, DLRG und Verbindungsoffiziere der Bundeswehr zum gemeinsamen Jahresabschluss. Gastgeber war diesmal das THW Gießen, das eine seiner Gerätehallen freigeräumt und festlich geschmückt hatte. „Danke, dass Sie alle für andere Menschen da sind“, sagte Landrätin Anita Schneider in ihrem Grußwort. Sie betonte die große gesellschaftliche Bedeutung des Engagements der Einsatzkräfte, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen, um anderen Menschen zu helfen – auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens.

Starkregen im Mai

Wie wichtig die Kooperation der Organisationen ist, habe sich in diesem Jahr beim Starkregen Ende Mai gezeigt, der innerhalb kürzester Zeit in Gießen und Umgebung erhebliche Schäden verursachte. Unter anderem waren die Notaufnahmen mehrerer Kliniken betroffen. Die Landrätin verwies auf den Bau des Gefahrenabwehrzentrums gemeinsam mit der Stad Gießen, das auch das Feuerwehrtechnische Zentrum beherbergen wird. „Ich hoffe, dass wir in zwei Jahren dort unseren Jahresabschluss feiern können.“

Landrätin Schneider sprach auch Behinderungen und tätliche Angriffe auf Einsatzkräfte an, die bundesweit immer wieder Schlagzeilen machen. Das dürfe nicht toleriert werden, es seien spürbare Konsequenzen nötig. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie solche Erfahrungen nicht machen müssen und gut von Ihren Einsätzen nach Hause kommen“, sagte die Landrätin.

Ehrungen für engagierte Einsatzkräfte: (v. l.) Landrätin Anita Schneider, Julia Trampisch (Vorstand Kreisfeuerwehrverband), Roland Kraus, Wolfgang Then, Holger Schmandt und Bodo Schäfer (alle Kreisbrandmeister des Landkreises Gießen), Michael Klier (Vorsitzender Kreisfeuerwehrverband), Sven Schnitker (DLRG Heuchelheim) sowie Jörg Zachariasz und Thomas Kreuder vom Fachdienst Gefahrenabwehr. Foto: Landkreis Gießen


Eine Bilanz der Arbeit der Hilfsorganisationen im Landkreis Gießen zog Thomas Kreuder, stellvertretender Fachdienstleiter Gefahrenabwehr. Insgesamt trainierten 322 Teilnehmer 2145 Stunden während Übungen und Ausbildungsveranstaltungen des Katastrophenschutzstabes, des Verwaltungsstabes und weiterer Teilbereiche für den Ernstfall. Szenarien waren dabei unter anderem anhaltende und flächendeckende Stromausfälle. Umfangreiche Einsätze waren erforderlich während des Lahn-Hochwassers im Januar, das vor allem Gießen, Wettenberg, Lollar und Heuchelheim traf.

Ein Orkan, eine Weltkriegsbombe und Hochwasser

Orkan „Friedericke“ fegte ebenfalls zu Jahresbeginn über den Landkreis hinweg. Bäume stürzten auf Straßen, auf der A480 bei Beuern sicherte die Feuerwehr einen Lkw-Anhänger, den der Sturm von der Brücke zu wehen drohte. Der Fund einer Weltkriegsbombe in der Rödgener Straße in Gießen im Februar mit der zur Entschärfung nötigen Räumung der Umgebung, Hochwasser in Buseck und Reiskirchen im April sowie im Mai der schwere Zugunfall in Großen-Buseck waren weitere Ereignisse, die zu bewältigen waren. Der Starkregen Ende Mai verursachte innerhalb kürzester Zeit erhebliche Schäden in und um Gießen. Insgesamt waren 1250 Einsatzkräfte aus 18 Kommunen im Einsatz. Hilfe kam dabei auch aus den Nachbarkreisen Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill.

Dem Starkregen folgte die Dürre: Wald- und Flächenbrände verursachten im Laufe des Sommers immer wieder Feuerwehreinsätze. Im Juni rückten die Einsatzkräfte wegen des Brands einer landwirtschaftlich genutzten Halle in Stangenrod aus, im Oktober brannte ein Wohnhaus in Nordeck.

Um in Krisenlagen Vorsorge für seine Einwohner zu treffen, erhielt der Landkreis in diesem Jahr 2650 Feldbetten und Decken vom Land Hessen. Der größte Teil wird künftig bei den Johannitern in Linden aufbewahrt, jeweils 50 stehen in den einzelnen Kommunen parat. Der Rest lagert im Katastrophenschutzlager des DRK. Allein für Ausbildung, Ausstattung und Unterbringung der Katastrophenschutzeinheiten brachte der Landkreis Gießen in diesem Jahr rund 235.000 Euro auf. Auch von Thomas Kreuder gab es ein großes Lob für alle Organisationen: „Ich danke Euch, wir haben wahnsinnig viel geleistet!“

Ein Anlass für Auszeichnungen

Der Jahresabschluss war auch Anlass für Auszeichnungen, die Landrätin Anita Schneider vornahm. Die Bronzene Katastrophenschutz-Medaille für zehnjährige, aktive Dienstzeit gab es für Sven Schnitker von der DLRG Heuchelheim. Das Deutsche Feuerwehrehrenkreuz in Gold ging an Bodo Schäfer von der Feuerwehr Mainzlar sowie Wolfgang Then von der Feuerwehr Watzenborn-Steinberg. Träger des Ehrenkreuzes in Silber sind nun Roland Kraus (Feuerwehr Heuchelheim) und Holger Schmandt (Feuerwehr Watzenborn-Steinberg).


Zugleich überreichte Landrätin Schneider Zuwendungsbescheide für die Summen, mit denen der Landkreis Vorhaben der Hilfsorganisationen unterstützt: 7500 Euro gehen an die Johanniter-Unfallhilfe für Dienstkleidung und Ausbildung. Mit 17.328 Euro unterstützt der Landkreis Gießen den Kreisfeuerwehrverband bei der Instandsetzung des Branddemonstrationscontainers und der Mitgliederwerbung. Gleich mehrere Bescheide gingen an den DRK-Kreisverband Marburg-Gießen: 12.500 Euro für Dienstkleidung, Ausbildung und Mitgliederwerbung; 9200 Euro für die DRK-Wasserrettung; 5000 Euro unterstützen das Bürgertelefon, 3026 Euro kommen der Beschaffung eines Tankbehälters sowie 15.000 Euro dem Führungsfahrzeug Wasserwacht zugute.