Politik0

Junge Union Lauterbach gemeinsam mit Michael Ruhl bei Jäger Gunther SachsAufgaben, Ausbildung und aktuelle Probleme von Jägern

LAUTERBACH (ol). Rund 160 Hektar Waldfläche bejagt Gunther Sachs, der im Alter von 15 Jahren seinen Jagdschein absolvierte, gemeinsam mit seinem Vater. Von ihm habe er das Handwerk seit frühester Kindheit erlernt. Die Junge Union Lauterbach nutzte kürzlich die Gelegenheit, sich gemeinsam mit Landtagskandidat Michael Ruhl bei Gunther Sachs im Zuge einer Revierbesichtigung über die vielseitigen Aufgaben eines Jägers und dessen anspruchsvolle Ausbildung zu informieren.

Gunther Sachs erläuterte laut Pressemitteilung der Jungen Union Lauterbach zu Beginn der Besichtigung, dass er als entgeltlicher Jagdscheinempfänger der Waldgesellschaft Riedesel für das Revier das Jagd- und Verwertungsrecht innehat. Er habe damit neben dem Recht die Jagd im Revier zu betreiben auch das Recht das von ihm erlegte Wild zu verwerten. In der Runde warb Gunther Sachs für das gesunde Wildfleisch, dass im Vogelsberg direkt vom Erzeuger erhältlich ist. „Meine Kinder lieben unsere selbstgemachten Wildschwein- und Rotwildburger“, verdeutlichte der Hobbykoch Sachs und wies auf die abwechslungsreichen und schmackhaften Zubereitungsmöglichkeiten neben den klassischen Gerichten in Form von Wurst, Steaks oder Lasagne, hin.

„Die Aufgaben eines Jägers sind weit gefächert, an erster Stelle stehen grundsätzlich der Schutz, die Förderung und der Erhalt der artenreichen und gesunden Tierwelt. Die Abschöpfung von Ressourcen erfolgt immer, auch wenn manchmal anders dargestellt, unter dem Nachhaltigkeitsgrundsatz.“, erklärte Sachs. Zu den Aufgaben des Jägers gehörten so unter anderem Hegemaßnahmen, wie etwa die artgerechte Fütterung zu Notzeiten, die Anbringung von Wildwarnreflektoren zur Vermeidung von Verkehrsunfällen, die Freilegung von Wildäckern- und Wiesen sowie die Schaffung von Ruhezonen für Wildtiere.

Ein artenreicher, gesunder Wildbestand als Ziel

„Ziel der Hege ist ein artenreicher, gesunder Wildbestand. Sie schließt auch die Pflege und Sicherung der Lebensgrundlagen der Wildtiere – ihres Lebensraums – ein. Bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind laut Hessischem Jagdgesetz durch den Jäger besonders zu schützen“, sagte Sachs. Er habe die Vielfalt der wildlebenden Tiere und Pflanzen in ihrem Naturraum zu erhalten. Das gelte auch, wenn die Tiere nicht zum jagdbaren Wild zählen oder schon seit langem ganzjährig geschont sind, wie beispielsweise Greifvögel oder die in seinem Revier vorkommende Wildkatze oder der Schwarzstorch. „Wir verbringen mehr Zeit und entgeltlichen Einsatz für Hegemaßnahmen, wie die Anlage von Wildäckern, Pflege von Wiesen und die Herrichtung von Reviereinrichtungen, als für die eigentliche Jagd“, verdeutlichte Sachs.

Um diese vielfältigen Aufgaben gewissenhaft vornehmen zu können, bedürfe es einer anspruchsvollen Ausbildung, sagte Gunther Sachs. Die Inhalte der Jägerausbildung hätten sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt, es würde heute umfassender über das Jagd-, Wald-, Naturschutz- und das Tierschutzgesetz sowie die Wildbrethygiene gelehrt. Wichtige weitere Bestandteile der Ausbildung bildeten außerdem die Wissensvermittlung von Ökologie und Wildbiologie sowie die Ausbildung an der Waffe.


Die Ausbildung ende mit einer schriftlichen-, mündlich-praktischen- sowie einer Schießprüfung. Bei allen dieser drei Teilprüfungen müsse der Jägernachwuchs sein Können unter Beweis stellen. Er selber habe eine sehr gute Ausbildung genossen und gibt sein Wissen daher gerne weiter, wie ein Jungjäger dieses Jahr erfolgreich bestätigen konnte, informierte Sachs den CDU- Nachwuchs. So müsse sich jeder Jäger-Nachwuchs bewusst sein, dass das im Grundgesetz verankerte Recht der Unverletzlichkeit der Wohnung aufgrund der Notwendigkeit der Waffenhaltung beschränkt sei, erklärte Gunther Sachs. Das Landratsamt habe jederzeit die Möglichkeit die ordnungsgemäße Aufbewahrung der Schusswaffen in der Wohnung des Jägers zu prüfen.

Aktuelle Probleme der Jägerschaft

Auch über die aktuellen Probleme der Jägerschaft ließen sich die jungen Christdemokraten rund um Michael Ruhl informieren. Als großes Problem sehe man hier unter anderem die Schonzeitregelung für Waschbären, die als invasive Tierart zum Verlust der Pflanzen- und Tierwelt beiträgt. „Der Waschbär ist gebietsfremd und hat unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten und Lebensgemeinschaften. Er tritt mit einheimischen Arten in Konkurrenz um Lebensraum und Ressourcen und verdrängt diese. Deshalb ist eigentlich auch durch die EU- Kommission die strikte Reduzierung invasiver Arten, also auch des Waschbären vorgesehen“, sagte Sachs. „Mit unseren Aufgaben verstehen wir uns als Naturschützer und –nutzer, die in Zusammenarbeit mit den Landwirten und Förstern gemeinsam unsere Landschaft und Tierwelt pflegen und erhalten wollen“, sagte er zum Abschluss.