Kultur0

Filmvorführung mit Livekonzert im Alsfelder Kino am 20. Oktober„Bandsalad“ trifft „Gundermann“

ALSFELD (ol). Ein Wiederhören mit den Puhdys, City und Karat: Zu einem ganz besonderen Filmabend laden am Samstag, den 20.Oktober die Alsfelder Band „Bandsalad“ und das Alsfelder Kinocenter ein. Bevor um 20 Uhr mit „Gundermann“ einer der derzeit meistdiskutierten Filme Deutschlands gezeigt wird, spielt die Band mit den Musikern Jürgen Litzka, Matthias Karle und Bruno Frank Ostrock vom Feinsten.

In der Veranstaltungsankündigung heißt es, Rockmusik aus dem Osten Deutschlands, genauer gesagt, aus der DDR, hat viele Namen, die auch im Westen schon immer bekannt waren und es immer noch sind: Karat, die Puhdys, City und Ute Freudenberg gehören dazu. Nun werden Deutschrock-Fans mit Hang zur Nostalgie sich einen weiteren Namen merken müssen, und der heißt „Gundermann“.

Mit einer filmischen Hommage an diesen Liedermacher und Baggerfahrer, an den Rebell und Spitzel in einem unvorstellbaren System, erinnert der Regisseur Andreas Dresen an einen Mann, dessen Lieder – genauso wie seine Lebensgeschichte – unter die Haut gehen, vielleicht erst beim dritten oder vierten Hören, aber sie tun es und sie bleiben dort.

Was das mit Alsfeld zu tun hat? Eine ganze Menge, denn seit geraumer Zeit gibt es hier eine Band, die Songs aus dem Osten wiederentdeckt hat und auf ihre ganz eigene Art anstimmt. Hinter dem Namen „Bandsalad“ verbergen sich gestandene Musiker, die in der Region längst bekannt sind: Jürgen Litzka, seit vielen Jahrzehnten als Musiker aktiv, unter anderem mit der Band „Halb6“, „Mucho Gambo“ oder in früheren Jahren bei den „Troubadours“, Bruno Frank, ebenfalls sehr lange als Musiker unterwegs und über eine lange Zeit Bandkollege von Litzka bei „Mucho Gambo“, und als Jüngster in der Riege Matthias Karle, unter anderem bekennender Metal-Fan, Schlagzeuger bei „Halb6“ und angefixt vom Ost-Sound, der jetzt die Schlagzeugstöcke gegen die Gitarre getauscht hat.

Die Zeit ging, die Kulthits blieben

Wie kam es dazu, dass diese drei Musiker sich in diesem neuen Musik-Projekt zusammengetan haben? Was macht den Charme des Ost-Rock aus? Und was kann man eigentlich heute noch damit anfangen? „Meine Begeisterung dafür hat viele Gründe“, so Jürgen Litzka, „und sicherlich hat sie auch ganz viel mit Nostalgie zu tun.“ Der Vogelsberg gehörte vor der Wende zu den Zonenrandgebieten. Es gab eine räumliche Nähe zur DDR, und nicht wenige ostdeutsche Bands gaben in der Wendezeit Konzerte in der Region.

Lieder wie „Alt wie ein Baum“, „Am Fenster“ oder „Über sieben Brücken musst du gehen“ waren längst bekannt im Westen, sogar gecovert von Stars wie Peter Maffay. Die Konzerte fanden großen Zuspruch, gerade bei Litzka und Frank, die selbst Musiker waren und schon vorher den Ostrock im Repertoire hatten. „Mit der Band ‚Troubadours‘ hatten wir uns einen Namen als Puhdys-Interpreten gemacht“, blickt Litzka weit zurück in die Achtziger und schnell ist klar, dass diese Songs mit jeder Menge Erinnerungen und Emotionen verbunden sind.

Die Zeit ging, die Kulthits blieben. Noch heute gehören Songs wie „Alt wie ein Baum“ und „Was bleibt, sind Freunde im Leben“ zum festen Bestandteil von „Halb6“-Konzerten. Und natürlich nicht nur wegen des Sounds, sondern auch wegen der Texte, die mit mehr Lebenserfahrung auch mehr an Bedeutung gewinnen.

Wie es zu dem Namen „Bandsalad“ kam

Vor drei Jahren schließlich reifte in Matthias Karle und Jürgen Litzka die Idee, dem Ostrock im Vogelsberg eine neue musikalische Heimat zu geben – natürlich beim gemeinsamen Besuch eines Puhdys-Konzerts im legendären „Tivoli“ in Freiberg, Sachsen – wo sonst? Die Idee wurde weiterentwickelt und bald hatte man auch einen Namen für die neue Band gefunden: Wenn eine Mischung aus Musikern verschiedener Bands einen wunderbaren Salat ergibt, dann ist das Bandsalad – wobei das „d“ am Ende der Tatsache geschuldet ist, dass der deutsche Begriff schon belegt war.

Außerdem passt das Wort, das in den Achtzigerjahren jeden Musikfan kirre machte, heute jedoch nur noch auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Wörter zu finden ist, perfekt – Analogien zur deutschen Geschichte und der vom Aussterben bedrohten Ost-Rock-Kultur liegen auf der Hand. „Dennoch merkten wir schnell, dass diese Musik längst noch nicht vorbei ist, dass es zudem auch Parallelen zu westdeutscher Musik aus der damaligen Zeit mit Künstlern wie Peter Maffay, Marius Müller-Westernhagen & Co. gab. Sie macht etwas mit den Menschen, mit den alten wie mit den jungen, aus Ost oder West. Sie weckt Erinnerungen und Gefühle, sie lässt die Menschen mitfiebern, mitsingen, mitabtanzen – sie ist ein Phänomen“, schwärmen auch Frank und Karle.

Live-Musik trifft auf Kinofilm

Und jetzt auch noch Gundermann. „Fast zufällig bin ich auf diesen Liedermacher gestoßen, natürlich im Zusammenhang mit der Film-Premiere“, berichtet Jürgen Litzka. Das erste Zusammentreffen im Kino in Steinau bei Schlüchtern haute den Musiker um. „Sowohl die Musik als auch die Texte sind einfach der Hammer. Und der Film sowieso“, begeistert sich Litzka. „Mir war schnell klar, dass Gundermann nach Alsfeld kommen muss, und ich bin froh und glücklich, dass Mirko Rehs vom Kinocenter in Alsfeld sich von dieser Idee genauso hat begeistern lassen wie wir.“

Nun also kann man „Bandsalad“ und Guntermann gemeinsam treffen: Am Samstag, dem 20.Oktober, startet um 19 Uhr der Filmabend im Alsfelder Kino mit einem Konzert der Band mit alten Ost-Klassikern und natürlich auch mit Songs von Gundermann.