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Nachhaltigkeitsinitiative "Nähe ist gut" unterstützt Imker im VogelsbergVogelsberger Blütenhonig ab sofort erhältlich

VOGELSBERG (ol). Mit dem 5. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit in der letzten Woche startet die Nachhaltigkeitsinitiative „Nähe ist gut“ offiziell mit dem Verkauf des Honigs aus dem Vogelsberg in zwei ausgewählten Rewe-Märkten.

In der Pressemitteilung der Initiative heißt es, den Auftakt zum Verkauf des Blütenhonigs der neuen Regionalmarke machten die Märkte in der Löbergasse in Alsfeld sowie in der Hansaallee in Frankfurt. Weitere Märkte im Vogelsbergkreis sowie im Raum Frankfurt werden den Honig in Kürze ebenfalls anbieten.

Initiiert haben das Honig-Projekt der Vogelsbergkreis und die Nachhaltigkeitsinitiative „Nähe ist gut“. Die Initiative von Hassia, Schwälbchen und Rewe engagiere sich seit zwei Jahren für den in Hessen und Mitteleuropa einzigartigen Naturraum. Ziel sei es, die gefährdeten Bergmähwiesen im Vogelsberg zu erhalten und ihre Biodiversität zu schützen. Dabei würden Insekten beziehungsweise Bienen eine besondere Bedeutung zukommen, die sich hier im Honig unmittelbar zum Wohl des Menschen manifestiere. Gleichzeitig möchte die Initiative wirtschaftliche Impulse für die Region geben und den Vertrieb regionaler Produkte über die großen Lebensmittelmärkte stärken.

Insgesamt würden sich derzeit sieben Imker mit einer Gesamtmenge von rund einer halben Tonne Honig an dem Projekt beteiligen. Ein weiterer Ausbau sei geplant – sowohl was die Honigmenge angehe, als auch den Vertrieb weiterer Produkte unter der neuen Regionalmarke.

Zum Hintergrund
Die Bergmähwiesen im Vogelsberg bestechen durch ihre einzigartig große Artenvielfalt. Auf einer Fläche von 25 Quadratmetern kommen bis zu 61 Pflanzenarten vor. Viele der Pflanzen stehen unter Naturschutz. Sie bieten Lebensraum für seltene Vogel-, Schmetterlings- und Insektenarten. Dabei ist das Naturwunder erst durch die schonende und naturnahe Bewirtschaftung des Menschen entstanden und wird bis heute bewahrt. Die Landwirte mähen die Wiesen in Jahrhunderte alter Tradition zu ganz bestimmten Zeitpunkten ein- bis zweimal im Jahr und ermöglichen damit die große Pflanzenvielfalt.

Für die Bergmähwiesen ist der Mensch sowohl als Landnutzer als auch als Naturschützer wichtig. Beendet der Mensch die Bewirtschaftung, so verschwindet auch diese einzigartige Natur. Ohne Pflege würden die Flächen verbuschen, verbrachen und schließlich durchsetzungsstarke Pflanzen schwächere Pflanzen verdrängen. Eine zu frühe Mahd oder die Mahd in zu kurzer Abfolge lässt Kräuter und Pflanzenarten verschwinden, die noch nicht samenreif sind und sich so nicht vermehren können. Für die Weidetiere sind die frischen Gräser und Kräuter mit den wertvollen Nährstoffen sowie das gewonnene Heu ein Gourmetfutter.