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FDP-Antrag zur Erhöhung der Beiträge an das Lauterbacher Tierheim abgelehnt„Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Wohl der untergebrachten Tiere sieht anders aus“

SCHLITZ (ol). Die Schlitzer FDP-Fraktion wollte mit einem Antrag zur Erhöhung der Fundtier-Beiträge das Lauterbacher Tierheim unterstützen. So ganz geklappt hat das allerdings nicht: Der Antrag wurde abgelehnt. Es bleibt auch weiterhin bei der jährlichen Spende der Burgenstadt an das Tierheim.


In der Pressemitteilung der Schlitzer FDP heißt es, in der Vergangenheit haben das Tierheim in Lauterbach und der tragende Verein immer wieder mal finanziell unsichere Zeiten – zuletzt 2013/14 – erlebt. Bei einem Besuch der Einrichtungen und Gesprächen mit dem Vorstand des Vereins im Dezember 2016 konnten sich die Mitglieder der FDP-Fraktion Schlitzerland davon überzeugen, in welchem Zustand das Tierheim derzeit sei.

„Die Anzahl der Fundtiere – vor allem Katzen – nimmt stetig zu, der mittel- und langfristige Investitionsbedarf im Tierheim ist hoch“, sagte Dr.-Ing. Katja Landgraf, die auch privat immer wieder das Tierheim besuche. „Da sind freiwillige Spenden keine sichere und verlässliche Grundlage in einem Bereich, der zu den Pflichtaufgaben jeder Kommune gehört“. Nötige Investitionen würden in den nächsten Jahren zusätzlich zum täglichen Versorgungsbedarf auf den Geldbeutel des Tierheims drücken.

„Deshalb sind wir der Überzeugung“, fügte der Fraktions-Vorsitzende Daniel Braun hinzu, „dass die starke finanzielle Abhängigkeit des Heims von Spenden keine ausreichende Sicherheit für die untergebrachten Tiere bietet“.

Beiträge decken gerade einmal 20 Prozent der jährlichen Kosten

Die FDP-Fraktion hatte bereits für den Doppel-Haushalt in 2017/2018 gefordert, den Zuschuss von 0,35 Euro pro Einwohner und Jahr, den die Gemeinde Schlitz derzeit an das Tierheim überweist, in zwei Stufen auf 0,80 Euro in 2017 und  einen Euro in 2018 und allen darauffolgenden Jahren zu erhöhen. In absoluten Zahlen hätte diese Erhöhung zu Mehrausgaben von etwa 4.000 Euro im vergangenen und 6.000 Euro in diesem und in den folgenden Jahren geführt.

„Da sich unser damaliger Kooperationspartner CDU aber nicht langfristig festlegen wollte, haben wir uns für unseren gemeinsamen Antrag zum Haushalt darauf geeinigt, den Zuschuss bei 0,35 Euro pro Einwohner und Jahr zu belassen und die soeben genannten Beträge in 2017 und 2018 als jeweils einmalige Spende an das Tierheim zu überweisen“, erklärte Braun. Das Lauterbacher Tierheim übernehme die Aufgabe der Stadt Schlitz, Fundtiere aufzunehmen und zu versorgen. Die gemeinsamen Beiträge aller Gemeinden, die für das Tierheim in Lauterbach zuständig sind, würden derzeit gerade mal etwa 20 Prozent der jährlichen Kosten begleichen.

Lauterbach als gutes Beispiel

„Die Stadt Lauterbach geht mit gutem Beispiel voran und hat die Beiträge an das Tierheim schon vor Jahren freiwillig auf einen Euro pro Einwohner und Jahr erhöht“, ergänzte Dirk Schäfer von der FDP. Man verlange hier also nichts Außergewöhnliches.

In der Stadtverordnetenversammlung im Juni wurde der Antrag der FDP-Fraktion, die Beiträge der Stadt Schlitz denen der Stadt Lauterbach anzupassen und künftig auf einen Euro pro Einwohner und Jahr anzuheben, leider wieder verwässert. Für die nächsten fünf Jahre sollen wie in 2017 und 2018 zusätzlich zum Beitrag erneut Spenden erfolgen. Die Höhe der jeweiligen Spenden soll in den Haushaltsgesprächen festgelegt werden. „Sicher ist das besser als gar nichts“, stellte Landgraf im Namen ihrer Fraktion fest, „aber eine nachhaltige und langfristige Unterstützung für das Tierheim sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Wohl der untergebrachten Tiere sieht anders aus“.