107 Abiturientinnen und Abiturienten stellten sich zu Beginn der Zeugnisverleihung auf der Bühne der Schule in der Krebsbach auf. Alle Fotos: Traudi Schlitt

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Albert-Schweitzer-Schule verleiht Abitur-Zeugnisse an 107 Absolventen„Viel Glück, Leute!“

ALSFELD (ol). Mit dem Abi in den Händen werden Helden zu Legenden“ – das Motto des diesjährigen Abiturjahrgangs der Albert-Schweitzer-Schule war ambitioniert – kein Wunder, dass auch am Abend der Abiturzeugnisverleihung Heldenmut gefragt war: Wolkenbruchartige Regenmassen, Gewitter und Donner begleiteten den ökumenischen Gottesdienst am Freitagabend in der Walpurgiskirche, und wer danach den Weg zur Feierstunde in dem Standort an der Krebsbach antreten wollte, der konnte zumindest schon mal zeigen, wie er selbst einem solchen Sturm trotzen wollte und wem er auch in dieser Situation noch Hilfe anbot.

Das Motto des Abi-Jahrgangs war auch Thema des Gottesdienstes, den Schulpfarrerin Katja Dörge gemeinsam mit einer Reihe Abiturientinnen und Abiturienten gestaltet hatte. Ein Großteil der jungen Menschen begann mit dem Besuch der Andacht gemeinsam mit Freunden und Familien diesen bisher vielleicht wichtigsten Tag in ihrem Leben. Was ist heldenhaft? Was macht einen Helden aus? Wer kann ein Held sein? Diese Fragen beschäftigten die Abiturientinnen und Abiturienten in einem Poetry Slam und einer Kreativaktion genauso wie die Pfarrerin in ihren Worten und ihrer Predigt.

Gemeinsam mit vielen Schülerinnen und Schülern gestaltete Schulpfarrerin Katja Dörge den Abschiedsgottesdienst. Alle Fotos: Traudi Schlitt

Während die jungen Menschen die Helden der Filme „The Avengers“, die für ihr Motto Paten standen, entzauberten und zu dem Schluss kamen, dass jeder Mensch für irgendwen ein Held sein könne, skizzierte die Pfarrerin es als Aufgabe Gottes, ein heldenhafter Mensch zu werden – einer der sein Leben lebt, der sein möchte, was er ist, der aufrecht geht, Mut und Glauben lebt und der gelegentlich vielleicht auch ein Held ist. Der Abi-Chor und einige Musiker des Jahrgangs rahmten den Gottesdienst feierlich ein – mit dem gesungenen irischen Segenslied ging dieser Teil der Abschlussfeierlichkeiten zu Ende.

Durchschnittsnote des Jahrgangs: 2,1

Zum offiziellen Teil des Abends begrüßte Schulleiterin Annette Knieling dann die Abiturientinnen und Abiturienten und ihre Familien und Weggefährten sowie eine Reihe an Ehrengästen, darunter auch die ehemalige Schulleiterin Elisabeth Hillebrand, in der Aula der Krebsbach. Sie blickte auf die Eltern, die der Schule ihre Kinder für eine lange Zeit anvertraut hatten, und sie dankte den Lehrkräften, die die jungen Menschen bis zum Abitur begleitet haben und sie vielleicht sogar auf ein „Legendenleben“ vorbereitet haben. Fast nebenbei verriet sie später die Durchschnittsnote dieses Jahrgangs: Mit 2,1 und 20 Absolventen mit einer Durchschnittsnote mit 1,5 oder besser zeigte sich dieser sehr erfolgreich.

Lebt euer Leben ganz, verschwendet es nicht! – Schulleiterin Annette Knieling in ihrer Ansprache an die Abiturienten.

Alle Abi-Reden hätten einen Grundton, so Knieling, die erst seit gut zwei Monaten an der ASS tätig ist: „Ein paar Schüler gehen – viel Glück, Leute!“ So hielt sie selbst ihre Rede dem feierlichen Anlass angemessen, doch nicht pathetisch. Für den Einmarsch auf dem roten Teppich hatte sie für ihre scheidenden Schülerinnen und Schüler das Stück „Let’s get loud“ ausgewählt; darin heißt es: „lf you want to live your life, live it all the way and don’t waste it“. Diesen Rat, sein Leben ganz zu leben und nicht zu verschwenden, gab sie den jungen Leuten mit. In der Schule hätten sie dafür Reflexionsvermögen und demokratisches Grundverständnis als Handwerkszeug bekommen. Sie hätten Vorbilder für Courage und Engagement gefunden und Freundschaften geknüpft.

Von Haus aus Deutschlehrerin, gab sie den Abiturientinnen und Abiturienten die Idee der Blauen Blume der Romantik mit auf den Weg. Diese stehe für die Sehnsucht, für etwas Mystisches, sei Symbol für das menschliche Streben, aber auch für Heimat, Sicherheit und Kraft. Als heimische Blaue Blume mit Symbolkraft hatte sie das Vergissmeinnicht ausgemacht und verschenkte an jeden Absolventen eine Tüte mit seinem Samen. „Möge jeder von Ihnen seinen persönlichen blauen Lebenstraum verwirklichen“, rief sie ihnen zu und schloss, wie sie begonnen hatte: „Ein paar Schüler gehen – viel Glück, Leute.“

Treuer musikalischer Begleiter der Verabschiedungsfeier: die Bigband unter der Leitung von Martin Wilhelm.

Ein Tipp und eine Einladung zum Abschied

Bürgermeister Stephan Paule betonte in seiner ebenfalls recht launigen Ansprache, dass die Verleihung der Abiturzeugnisse auch für die Stadt Alsfeld ein großartiges Ereignis sei – die Albert-Schweitzer -Schule sei eine Institution in der Stadt, deren Bildungslandschaft ohne dieses „Flaggschiff“ nicht das wäre, was sie ist. Er blickte aber auch mit etwas Wehmut auf die jungen Menschen im Aufbruch, die nun vermutlich zu großen Teilen die alte, kleine Stadt verlassen werden. Paule verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass einige von ihnen bleiben oder zurückkommen und gab ihnen mit auf den Weg: „Das ist eure Heimat, und eure Heimat heißt euch immer wieder und immer gerne willkommen.“

Die Ehrengäste des Tages (von links nach rechts): Elisabeth Hillebrand, Stephan Paule, Dieter Welker, Thorsten Schäfer, Christof Harwardt.

Im Namen des Elternbeirates überbrachte Thorsten Schäfer Glückwünsche an die Abiturientinnen und Abiturienten. Sie hätten während ihrer Schulzeit wichtige Erfahrungen gesammelt, so Schäfer, sicher auch nicht nur gute. In vielen Situationen hätten ihnen die Eltern und Familien zur Seite gestanden, dazu hätten sie auf engagierte und kompetente Lehrer zählen können, denen Schäfer für ihr Engagement dankte. Er riet den scheidenden Schülerinnen und Schülern, ihr Ziel zu finden: „Ein Ziel muss ein Herzenswunsch sein“, rief er ihnen zu. Mit dem nötigen Können und dem Dürfen käme man ins Tun und könne schließlich sein Ziel erreichen.

Fähigkeiten dafür einsetzen, die Welt ein wenig besser zu machen

„Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ Mit diesem weisen Zitat von Peter Ustinov stimmten Emilia Zulauf und Pauline Georg von der SV die Abiturientinnen und Abiturienten auf ihren Abschied ein. Sie hielten eine sehr erfrischende Ansprache, die viel von dem Schulleben offenbarte und endeten – da eine solche Veranstaltung ja immer auch Anlass für viele kleine und große Zitate ist – mit einem Superheldensatz aus dem Film „The Avengers“: „Jetzt bin ich frei – die Zeit der Ketten ist vorbei!“

Einen Herzenswunsch als Motivation, der zum Ziel führt – das wünschte Schulelternbeiratsvorsitzender Torsten Schäfer den scheidenden Schülerinnen und Schülern.

Dieter Welker, Vorsitzender des Fördervereins der Albert-Schweitzer-Schule, legte seiner Rede einen Aufsatz von Karl Marx zu Grunde – Abiturient im Jahr 1835. Welker appellierte in seiner Ansprache an die Absolventen, ihre Fähigkeiten dafür einzusetzen, die Welt ein wenig besser zu machen, ein Plan, den auch der junge Karl Marx verfolgt hatte. Egoismus und Gemeinwohl sollten gut proportioniert werden, so Welker. War vor fast zweihundert Jahren die Gestaltung eines eigenen selbstbestimmten Lebens nur wenigen vorbehalten, so haben junge Menschen heute eine ausnehmend gute Ausgangslage: Wohlstand, Frieden und Freiheit seien selbstverständlich geworden. Sein Rat an die nun erwachsenen ehemaligen Schülerinnen und Schüler: „Denkt, redet und handelt mit Geduld, Vertrauen und Respekt.“

Preisverleihungen zur Zeugnisvergabe

Zur Verleihung des Sozialehrenpreises der Schule betrat sodann Christof Harwardt, Präsident des Rotary Clubs Alsfeld, die Bühne. Er skizzierte das weltweite soziale Engagement seines Clubs und brach dieses auf die lokale Ebene herunter: Schülerinnen und Schüler könnten mit Hilfe der Rotarier ein Austauschjahr machen – im Zeichen von „America first“ und wachsendem Nationalismus ein notwendiger Gegenpart, der zur Völkerverständigung beitrage. Im Vogelsberg unterstütze man die Tafeln und ein Hospiz; die Stiftung des Sozialehrenpreises der Albert-Schweitzer­ Schule reihe sich in dieses soziale Engagement logisch ein.

Vorgeschlagen waren in diesem Jahr zwei Schüler, die nun beide in den Genuss des mit 300 Euro dotierten Preises kommen: Für seine Aufbauarbeit der Schulsanitätsdienst-AG und seinen dauerhaften Einsatz in diesem Dienst wurde Sebastian Zulauf geehrt. Lorenz Stamm nahm den Preis für sein Engagement in der Technik-AG entgegen, mit der er in den letzten Jahren alle Veranstaltungen der Schule verlässlich unterstützt hat.

Lorenz Stamm (links) und Sebastian Zulauf (rechts) erhielten von Christof Harwardt vom Alsfelder Rotary Club den Schulsozialpreis.

Weitere Preise verlieh im Anschluss Fachbereichsleiter Mario Cimiotti. Die naturwissenschaftlichen und mathematischen Fachverbände loben alljährlich Auszeichnungen für besondere Leistungen aus. In diesem Jahr gingen folgende Preise an folgende Schülerinnen und Schüler:

Den DMV-Abiturpreis Mathematik, verliehen von der Deutschen Mathematiker­ Vereinigung in Zusammenarbeit mit dem Springer-Verlag Heidelberg für exzellente Leistungen im Abiturfach Mathematik, bestehend aus einer Urkunde, einem Buchpreis und einer einjährigen kostenfreien Mitgliedschaft in der DMV, erhielt Christoph Euler. Der Karl-von-Frisch-Preis, eine Auszeichnung des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin für herausragende Leistungen im Fach Biologie, ging an Johanna Schmidt.

Elea Henke und Marius Lang erhielten den GDCh-Abiturientenpreis. Ihn lobt die Gesellschaft Deutscher Chemiker für die jahrgangsbesten Abiturienten im Fach Chemie aus. Er beinhaltet eine aktuelle Buchveröffentlichung zur Chemie, eine Urkunde und eine kostenlose Mitgliedschaft in der GDCh für ein Jahr. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft verleiht den DPG-Buchpreis 2017 als Anerkennung für sehr gute Leistungen im Prüfungsfach Physik, zusammen mit einer einjährigen Mitgliedschaft in der DPG und dem Bezug der Mitgliederzeitschrift Physik Journal. Dieser Preis ging in diesem Jahr an Simeon Reibeling.

Die Preisträger der Auszeichnungen der naturwissenschaftlichen Fachverbände mit Fachbereichsleiter Mario Cimiotti.

20 Abiturienten mit Notendurchschnitt von 1 bis 1,5

Gemeinsam ehrte das Schulleitungsteam sodann die Jahrgangsbesten: 20 Abiturientinnen und Abiturienten glänzten mit einem Notendurchschnitt von 1 bis 1,5. Diese sind: Elea Henke, Johanna Schmidt, Lore Riße, Franziska Theresa Wicker, Christoph Euler, Larissa Josephin Helm, Giulia Roberta Lachnitt, Marius Lang, Henrieke Schäddel, Lorenz Stamm, Anika Wilhelm, Laura Heil, Simeon Reibeling, Laura Stork, Luise Henriette Diewald, Nicole Kersten, Alina Christin Schlitt, Natascha Schwärzel, Elisabeth Marie Turvold und Antonia Elisabeth Wirth.

Die 20 jahrgangsbesten Abiturientinnen und Abiturienten – sie alle hatten einen Durchschnitt von 1,5 und besser.

Für die Jahrgangsbesten ergriffen Elea Henke, Johanna Schmidt und Lore Riße das Wort. Sie zeigten sich etwas wehmütig, dass die Schulzeit sich dem Ende neigt, nicht zuletzt, weil nun das tägliche Wiedersehen mit Freunden vorbei ist. In ihren gutaufgelegten Redebeiträgen wurde deutlich, wie sehr sie ihre Schulzeit doch genossen haben, wie viele schöne, oftmals lustige Erinnerungen sie gesammelt haben. Ihren Berufswünsche aus den Zeiten der Einschulung sei die Erkenntnis gewichen, dass es sehr schwer sei, sich festzulegen, doch dafür sei auch noch Zeit. Heute, so der Tenor, könne man stolz auf das Erreichte sein, und noch einmal dankten alle ihren Familien und ihren Lehrerinnen und Lehrern.

Der große letzte Part des Abends war die feierliche Übereichung der Abiturzeugnisse durch die Tutorinnen und Tutoren, nur kurz und sehr gut unterbrochen von einer Gesangseinlage des Schülers und „The Voice Kids“-Teilnehmers Besim Karpuzi. Viele Tutorengruppen hatte für ihre Lehrkräfte dankende Worte und sehr persönliche Geschenke mitgebracht. Vor zu viel Abschiedsschmerz schützte dann nur noch die Musik der Bigband unter der Leitung von Martin Wilhelm. Sie hatte den Abend schon eingerahmt und fetzte nach dem offiziellen Teil noch einmal richtig los. Auch für sieben ihrer Musiker war dies die Abschiedsvorstellung.

Das Schulleitungsteam und die Damen der Schulverwaltung der Albert-Schweitzer-Schule zeigten sich sehr zufrieden mit dem Erfolg der Abiturientinnen und Abiturienten und der Veranstaltung. Mario Cimiotti, Thomas Weidemann, Doris Roth, Christian Bolduan, Annette Knieling, Holger Palm, Ute Römer und Angela Burdack-Ochs (v.l.n.r.).

Die Abiturientinnen und Abiturienten 2018 nach Tutorengruppen

Tutorin Tina Kester – Leistungskurs Biologie

Svenja Adams, Luna Mei Döring, Luisa Eckstein, Lisa Marie Eckstein, Johannes Kehl, Arina Klingenberg, Melina Marek, Carlotta Räther, Patrick Reinsch, lna Ruppert, Ellen Schander, Evelyn Schander, Alina Christin Schlitt, Johanna Schmidt, Elisabeth Marie Turvold, lsabel Weber, Antonia Elisabeth Wirth, Sebastian Zulauf.

Tutor Daniel Wolf – Leistungskurs Chemie

Anne-Sophie Bottenhorn, Jennifer Anna Damrath, Solveig Elsing, Laura Ricarda Regina Johanna Heil, Larissa Josephin Helm, Elea Henke, Leon Hofmann, Nicole Kersten, Felix Kleintges, Tim Luca Klement, Dennis Koch, Giulia Roberta Lachnitt, Florian Alexander Reibeling, Julian Riegelmann, Mira Rüdiger, Niklas Schuchardt, Niklas Schwenk, Lorenz Stamm, Laura Stork, Franziska Theresa Wicker.

Tutorin Christiane Kasper – Leistungskurs Deutsch

Lina Louise Göring, Nina Johanna Groll, Luca Damian Gutwin, Lena Hippen, Alina lsakow, Jonas Laub, Louise Martina-Luise Ingeborg Lenth, Annabell Marker, Luisa Meinecke, Christian Oldenburger, Jennifer Kelechi Onwukwe, Jonathan Mario Reckling, Henrieke Schäddel, Sophia Schipplick.

Tutorin Miriam Reus – Leistungskurs Englisch

Jane Allendorf, Leyla Bekritska, Sophie Karoline Dickhaut, Agnes Ricarda Dietz, Luise Henriette Diewald, Marcus Döring, Alexander Fröhlich, Leopold Geißler, Stefanie Grebe, Bastian Rene Körner, Johann Konrad Friedrich Kretschmer , Andreas Präg, Lore Riße, Emilie Schneider , Natascha Schwärze!, Franziska Tost, Anika Wilhelm, Lena Wolf.

Tutorin Doris Roth – Leistungskurs Geschichte

Anton Becker, Dennis Becker, Luca Leon Bienko, Pascal Dippell, Christoph Euler, Doreen Fink, Julian Jäger, Dario Knierim, Talea Kömpel, Marius Lang, Fabian Metz, Luca-Andre Naumann, Hendrik Schlitt.

Tutor Mario Cimiotti – Leistungskurs Physik

Philipp Botthof, Gorr Gevorkyan, Paul Matthias Karl, Lukas Köhler, Luis Lämmer, Simon Lerch, Simeon Reibeling, Tim Schilling, Luca Darius Schott, Malena Stieler

Tutorin Alexandra Greifenhagen – Leistungskurs Sport

Till Braun, Artem Klingenberg, Jonas Lämmer, Julian Lang, Jonathan Liebich, Léon Peki, Berno Schlosser, Marcel Sixten Schott, Max Stein, Julian Wicker, Quentin Luca Zulauf.