Die Koalitionäre von CDU und UWA bei einer Probefahrt mit dem seit 2016 in Eigenregie der Stadt betriebenen Stadtbus. Foto: CDU Alsfeld

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Pkw ist im ländlichen Raum wichtigstes Verkehrsmittel - Belastung überwiegend durch überörtlichen DurchgangsverkehrCDU und UWA weisen Kritik von BUND, Deutscher Umwelthilfe und ADFC zurück

ALSFELD (ol). Für CDU und UWA bleibt die Verlagerung des Durchgangs-Schwerverkehrs aus der Kernstadt und den Stadtteilen heraus die einzige nachhaltige Zukunftsperspektive für die Entspannung der Verkehrssituation in Alsfeld. Mit Unverständnis und Kritik reagiert die Koalition allerdings auf die jüngste PR-Aktion von Deutscher Umwelthilfe, ADFC, BUND und VDC in Alsfeld.


Einerseits, und da gebe man den Umweltverbänden durchaus Recht, so CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Heinz, leiste eine Verbesserung des Radverkehrs sicherlich einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität Alsfelds. Andererseits sei es „zu kurz gegriffen“, wenn man, wie manche Verbände, hierin eine Lösung für die Verkehrsfragen der Alsfelder Kernstadt und der Stadtteile sehe.

Denn bei bei der Verkehrsentwicklung in Alsfeld sieht die CDU/UWA-Koalition zahlreiche positive Entwicklungen und keinen Stillstand, sagt UWA-Chef Dieter Welker. Der Vorwurf der Umweltverbände, die der Stadt eine falsche Verkehrspolitik und dem Bürgermeister mit der Forderung nach einer Umgehung ein „Ablenkungsmanöver“ unterstellten, sei streng zurückzuweisen.

Ein von der Stadt mit rund 100.000 Euro jährlich finanzierter Stadtbus, ein nächtliches Tempolimit von 30 km/h für Lkw, mehrere hunderttausend Euro für Sanierungsarbeiten entlang der Ernst-Arnold-Straße – auch für den dortigen Radweg – und der Auftrag für einen Generalverkehrsplan für die gesamte Stadt im Haushalt 2018, alles sehr kostspielige Maßnahmen, seien alles Beispiele dafür, dass die Stadtverwaltung und die CDU/UWA-Koalition die Herausforderungen im Bereich Verkehr sehr ernst nehmen, ergänzte CDU-Vorstandsmitglied Bürgermeister Stephan Paule. Durch noch so gute verkehrspolitische Maßnahmen der Stadt werde man aber den Hauptgrund für starke Verkehrsbelastung, den Schwerverkehr auf den Bundesstraßen 49 und 62 mitten in der Kernstadt, nicht beseitigen. Hier seien größere Lösungen in Abstimmung mit Bund und Land notwendig.

Langfristig ist Schwerverkehrs-Umgehung fast unumgänglich

Erfahrungsgemäß rede man hier aber von mehreren Jahrzehnten, bis Großmaßnahmen zur Ausführung kämen, so Paule. Daher habe man längst entsprechende Fühler ausgestreckt. Auch die Alsfelder Ampelschaltung sei ein von Vielen kritisiertes Ärgernis. Auch wenn sich durch eine neue Schaltung im Jahr 2014 einiges verbessert habe und die Ampeln nun wenigstens nachts abgeschaltet seien, sei man mit Hessen Mobil über eine weitere Optimierung im Gespräch, so Paule in der Pressemitteilung der Koalition.

Lag 1984 auf dem Tisch und wurde nie beschlossen: Ein Generalverkehrsplan für Alsfeld. 2018 ist Startschuß für eine Neuauflage und damit möglicherweise Grundlage für die Planung einer Umgehungsstraße. Foto: CDU Alsfeld

Eine nachhaltig verbesserte Verkehrsführung könne es aufgrund der immensen Belastung durch durchfahrende Lkw jedoch erst geben, wenn sich deren Aufkommen in der Innenstadt deutlich reduziere. Man werde sehen, wie viel Entlastung für Alsfeld der Fertigbau der A 49 und die ab Juli 2018 geltende Lkw-Maut auf Bundesstraßen bringen werde. Ansonsten bleibe für die Stadt langfristig eine Schwerverkehrs-Umgehung unumgänglich. Es sei ein Fehler der 1980er Jahre gewesen, entsprechende Pläne in der Schublade liegen zu lassen. Damals sei in dieser Hinsicht viel versäumt worden. Paule betonte, er setze sich bei den anstehenden Planungen für den Generalverkehrsplan sowie in Gesprächen mit den Entscheidern bei Bund und Land für eine solche Lösung ein.

Auto als wichtigstes Transportmittel darf nicht verteufelt werden

CDU-Vorstandsmitglied Hartmut Koch, gleichzeitig Vorsitzender des Alsfelder Verkehrsvereins, betonte, eine der wichtigsten derzeitigen verkehrspolitischen Herausforderungen Alsfelds seien die Parksituation für Bewohner und Geschäfte in der Innenstadt und die Lkw-Parksituation an den Autobahnausfahrten. Hier gebe es im Bereich der Innenstadt durch das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz, schon gute Lösungsansätze. Auch dass die Stadt die Sanierung des Parkdecks Schnepfenhain auf den Weg gebracht habe, sei sehr gut.

Auf keinen Fall dürfe das Auto als wichtigstes Transportmittel im ländlichen Raum verteufelt werden, wie es in den Pressemitteilungen einiger Umweltverbände anklinge. Für die Menschen im Raum Alsfeld sei der PKW für den wöchentlichen Familieneinkauf, für den Weg zum Arzt und zur Apotheke, Behördengänge und für das Pendeln zur Arbeit oft unverzichtbar, erklärte der UWA-Stadtverordnete Rolf-Peter Stein. Er betonte auch, dass ein weiterer Ausbau der Vogelsbergbahn auch für Pendler wichtig sei, beispielsweise mit einer umsteigefreien Verbindung nach Frankfurt am Main. Das sei aber fraglich, wenn die Bahn in Alsfeld nicht mal einen sauberen Bahnhof mit Toiletten hinbekomme.

Insgesamt waren sich die Politiker von CDU und UWA einig, dass man zusammen mit Bürgermeister Stephan Paule in den wesentlichen Punkten die richtigen Weichenstellungen für den Verkehr in Alsfeld auf den Weg gebracht habe.

2 Gedanken zu “CDU und UWA weisen Kritik von BUND, Deutscher Umwelthilfe und ADFC zurück

  1. Dieser Bus stinkt, die Abgase des Buses sind überhöt, es braucht eine gründliche Motor Inspekttion bzw. einen neue Abgasreinigung.
    Ist mir öfters aufgefallen als es an mir vorbeigefahren ist.

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