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Tourismus im Vogelsbergkreis stand 2017 so gut da, wie noch nieNeue Übernachtungsstatistik vorgestellt

VOGELSBERG (ol). Mit Spannung seien sie erwartet worden: die neuen Zahlen der Übernachtungsstatistik vom Statistischen Landesamt für den Tourismus in Hessen. Leit Pressemeldung wurden sie kürzlich von Tarek Al-Wazir, Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, präsentiert. Und es gebe Grund zum Jubeln, denn landesweit stehe der Tourismus so gut da, wie noch nie.

Rund 15,3 Millionen Gäste hatten im Jahr 2017 die hessischen Beherbergungsbetriebe mit zehn oder mehr Betten und die Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen empfangen. Das sei ein Plus von 5,1 Prozent bei den Gästeankünften im Vergleich zum Jahr 2016 und ein Plus von 4,6 Prozent bei den Übernachtungen.

Sogar noch über dem Landesdurchschnitt liegen die Zahlen für den Vogelsbergkreis. „Wir freuen uns, dass wir mit der Übernachtungszahlen wieder das Niveau der absoluten Hochzeiten Anfang der 1990er Jahre erreichen“, sagte Roger Merk, Geschäftsführer der Region Vogelsberg Touristik, mit einem äußerst zufrieden Blick auf die Zahlen. Damals, kurz nach dem Mauerfall, erlebte die Region einen wahren Urlaubsboom, der dann in den folgenden Jahren wieder zurückgegangen sei.

„Unsere Schärfung des Profils der Vulkanregion Vogelsberg, die bessere Zielgruppenansprache und unsere Konzentration auf Themenschwerpunkte trägt langsam Früchte und erhöht den Bekanntheitsgrad der Urlaubsregion“, sagte Merk als Erklärung für die guten Zahlen.

Konkret seien es 7,9 Prozent mehr Übernachtungen und 9,6 Prozent mehr Ankünfte in 2017 im Vergleich zum Vorjahr im Vogelsbergkreis. Damit liege der Kreis auf Platz 4 hinter Großstädten wie Offenbach, Kassel und Frankfurt und deutlich vor ähnlich großen, ländlichen Destinationen in Hessen.

Ein Gedanke zu “Neue Übernachtungsstatistik vorgestellt

  1. Man will der Vogelsberg-Region den aktuellen Zuwachs der Übernachtungszahlen auf das frühere Rekordniveau Anfang der 1990er Jahre ja nun wirklich gönnen. Aber 30 Prozent Auslastung der Übernachtungskapazität in den Häusern mit mehr als 10 Betten ist noch kein Grund für die Behauptung, der Vogelsberg stehe „blendend“ da. Andererseits sind Ferienhäuser, Ferienwohnungen und kleine Hotelpensionen mit unter zehn Betten in der Statistik gar nicht erfasst. Doch gerade diese kleinen Einheiten stellen einen erheblichen Teil des Übernachtungsangebots im Kreisgebiet und tragen zur Beliebtheit der Region bei, denn gerade bei älteren, Ruhe suchenden Gästen sind solche kleinen Einheiten gefragt. Wäre also die Statistik genauer und würde diese nicht erhebliche Teile des Angebots ausblenden, wäre der Erfolg des Tourismus in unserer Region rechnerisch noch weit beeindruckender. Dass die Anziehungskraft des Vogelsbergs sich allgemein erhöht hat, dürfte einerseits an der starken Zunahme der Zahl der Älteren in der Gesamtbevölkerung liegen, für die elementare Formen des Gesundheitstourismus (Wandern, Bewegung in jeglicher Form) immer wichtiger werden und die die schlichte Natur als Erholungsoase noch/wieder zu schätzen wissen. Hier könnte man die Nachfrage durch preiswerte Arrangements und vielleicht zusätzliche („einfache“, aber originelle) Formen der Unterbringung („Hütten“, „Glamping“) noch erheblich beleben, denn Rentner und Familien haben wenig Geld. Gleichzeitig ist zu beobachten, dass die Qualität und Vielfalt der Gastronomie gerade an den Tourismus-Hotspots (Hoherodskopf etc.) erheblich zugenommen hat. Die Menschen geben wieder mehr aus für Ausflüge, Essen Gehen usw. Dadurch lohnt sich das Investment in die Ausflugsgastronomie. Ansonsten ist es wie überall: Ideenreichtum und unternehmerisches Engagement zahlen sich aus, Beharren auf dem Gewohnten und Trägheit dagegen nicht. Dies ist an der Entwicklung des Tourismus von Ort zu Ort deutlich abzulesen. In der einstigen Tourismus-Hochburg Ulrichstein herrscht mittlerweile tote Hose. Die Nachbargemeinde Grebenhain dagegen ist aufgeblüht.

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