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MINT-Messe: Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule präsentieren Arbeiten im Hessischen LandtagMit dem Motor von „Roter Oktober“ direkt nach Wiesbaden

LAUTERBACH (ol). Dass das Lauterbacher Gymnasium einen Schwerpunkt auf die MINT-Fächer legt, auf Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik also, ist inzwischen kein Geheimnis mehr: Weite Kreise zieht die erfolgreiche Zusammenarbeit der AvH mit Akteuren der hiesigen Wirtschaft, und auch im Unterrichtsangebot macht sich dieses Engagement bemerkbar.

Aufbauend auf die AG „I am MINT“, die die Schule für die Mittelstufe anbietet, können sich Schülerinnen und Schüler der E-Phase in die AG „Naturwissenschaften interdisziplinär“ einwählen. „Hier geht es darum, sich Zeit für Experimente zu nehmen, die die üblichen Möglichkeiten im Unterricht übersteigen“, erläuterte Thomas Decher, seines Zeichens MINT-Koordinator und Fachlehrer für Chemie und Physik. Viele Schülergenerationen haben von diesem Angebot bereits profitiert, in dem sie ihr Wissen in den Bereichen Astronomie, Informatik, Chemie und Physik ausbauen und vertiefen konnten.

Nun nahm erstmals eine Abordnung der Schule an der MINT-Messe teil, die einmal im Jahr im Hessischen Landtag in Wiesbaden ausgerichtet wird. Federführend organisiert wird sie von der Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Hessen, einer Tochter der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft (BWHW). Unterstützt wird die Veranstaltung von den Verbänden HESSENMETALL, dem VCI (Verband der Chemischen Industrie), VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer) sowie dem Konzern Procter & Gamble und natürlich dem Hessischen Landtag, der zu diesem Anlass von Landtagspräsident Norbert Kartmann und der Landtagsvizepräsidentin Heike Habermann vertreten wurde.

Viel zu tun und zu sehen gab es auf der MINT-Messe im Wiesbadener Landtag für alle Besucherinnen und Besucher. Foto: Dersch

Sieben Schülerinnen und Schüler auf der MINT-Messe

Thomas Decher hatte schon öfter die Gelegenheit genutzt und in Wiesbaden geschaut, was andere Schulen aus Hessen im Gebiet MINT zu bieten haben. Beeindruckt von den Ideen und der Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern aller Schulformen und Altersgruppen, warb er bei seinen Kolleginnen und Kollegen der MINT-Koordination Thomas Dersch, Kristin Kirchner und Maximilian Sauer für die Teilnahme der AvH an der Messe, was auch innerhalb der Schulleitung auf ungeteilte Zustimmung stieß.


Und so machten sich am 13. November Victoria Ihle, Celine Reschke, Alysia Weinfurtner, Lene Müller, Nico Sonnenberg, Florian Helm und Paul Eidmann, allesamt Schülerinnen und Schüler der jetzigen Q1, die im letzten Jahr die AG „Naturwissenschaften interdisziplinär“ besucht hatten, mit ihren Lehrkräften auf den Weg in die Landeshauptstadt. Im Gepäck hatten sie verschiedene Versuchsanordnungen, an denen sie gearbeitet und geforscht hatten, sowie eine ausführliche Präsentation zu ihren Projekten. Die Vorstellung der Arbeiten vor dem anwesenden Publikum ist ein wichtiger Bestandteil der Messe und führt intensiv auf die gezeigten Exponate und Versuchsanordnungen hin. Für die Lauterbacher Schülerinnen und Schüler war die Veranstaltung im Landtag doch nicht nur vom Ambiente und der Organisation her ein Highlight. Sie profitierten auch von den Ideen anderer und stellten gleichzeitig ihre Projekte charmant und sehr kenntnisreich vor, wie ihnen von Matthias Rust, dem Geschäftsführer von SCHULEWIRTSCHAFT bestätigt wurde.

Verschiedene Versuche und Projekte präsentiert

„Wir hatten unser Sonnenteleskop mitgenommen und einen Versuchsaufbau aus Chemie – natürlich ohne Chemikalien, denn chemische Reaktionen aller Art waren im Landtag nicht erlaubt“, berichtete Nico Sonnenberg aus der Q1. Wie alle seine sechs Mitstreiter hat er inzwischen mindestens ein MINT-Fach als Leistungskurs belegt – auch ein Ergebnis des interessanten AG-Unterrichts, wie alle Schülerinnen und Schüler bestätigen. Unter der repräsentativen Auswahl an AG-Projekten stach besonders eines hervor, das auch viel Anklang bei den anderen Ausstellern und den Besuchern fand: Der Nachbau des U-Boot-Raupenmotors aus dem Film „Roter Oktober“. Die AG-Gruppe hatte unter Anleitung von Thomas Decher herausgefunden, dass dieser in der Tat ohne Schraube laufen kann.

„Dieser Versuch hatte aufgrund des Films einen hohen Wiedererkennungswert“, sagte Decher. Die Schülerinnen und Schüler indes freuten sich, nachdem die AG ja nun schon eine Weile vorbei war, die alten Versuche noch einmal aufzubauen und durchzuführen. Dabei profitierten sie auch von den Exponaten der anderen Schulen. Die Schülerin Celine Reschke begeistert sich noch im Nachhinein für einen Versuch, bei dem mit einem Luftballon in 37 Kilometer Höhe die kosmische Strahlung gemessen wurde, während ihre Mitschülerin Victoria Ihle besonders die Präsentationen spannend und inspirierend fand.

Die Schülerinnen und Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule präsentierten ihre Projekte vor einem großen Publikum im Landtag. Foto: Dersch

Großes Engagement im MINT-Bereich

Derart zufrieden waren aber nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch die MINT-Verantwortlichen der AvH zeigten sich sehr angetan von der Messe, für die sie sich auch im nächsten Schuljahr wieder bewerben wollen: „Die Messe gibt den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen“, erklärte Maximilian Sauer. Natürlich ist die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung aufwendig für alle Beteiligten, das Ergebnis aber ist es in jedem Fall wert. „Dazu kommt, dass hier die Verzahnung im MINT-Bereich mit den verschiedenen Institutionen und Verbänden deutlich wird. Und die Alexander-von-Humboldt-Schule ist hier inzwischen wirklich gut eingebunden.“


Schulleiterin Gitta Holloch antwortete begeistert auf die Frage, wie sie das Engagement ihrer Lehrkräfte und auch das der Schülerinnen und Schüler im MINT-Bereich findet: „Großartig! Ich bin sehr stolz auf diese Arbeit und ich freue mich sehr darüber, wie sie in der Öffentlichkeit und in den relevanten Gremien, unter anderem bei SCHULEWIRTSCHAFT wahrgenommen und gewürdigt wird.“