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Windkraft im Vogelsbergkreis: Verein "Schöner Ausblick" erfreut über kritische HaltungBürgerstimmen erreichen die Kreisvertreter

ALSFELD (ol). Der Verein „Schöner Ausblick“ begrüßt die kritische Haltung gegenüber den Windkraftanlagen des Vogelsbergkreises. „Die Bürger haben es geschafft! Endlich hat unsere Stimme die Kreisbehörden erreicht“, freute sich Dr. Sachiko Scheuing, die erste Vorsitzende des Vereines.

Die zehnfache Höhe der Windkraftanlagen als Mindestabstand zu Häusern habe der Verein seit 2010 befürwortet. Das teilte der Verein in einer Pressemitteilung mit. In Bayern ist die 10-fache Gesamthöhe als Abstand zu Wohnhäusern mittlerweile Gesetz und wird somit die dortige Bevölkerung von den negative gesundheitliche Folge der Anlagen geschützt. Da weder Herr Landrat Görig noch der Vogelsbergkreis die Planungshoheit darstellen, führe die Aussage leider nicht zur Entscheidung den Windkraftausbau im Vogelsberg zu stoppen. Trotzdem sende die Aussage ein deutliches Signal an den Wähler, „es reicht“

Der Verein verlange eine ähnliche Position der Stadt Alsfeld, die für die gehorsame Durchführung des Willens der schwarz-grünen Landtagskoalition ein Lob vom RP bekommen hat. Für die Bürger heiße es aber, dass der Wald abgeholzt, archäologische Funde zerstört und Trinkwasser in Verunreinigungsgefahr gebracht wurde. Eine systematische, gesundheitliche Gefährdung verursache durch die zu nah an Häuser gebaute Windkraftanlagen sei zu befürchten. „Demnächst werden Romrod-Zell, Altenburg, und Heidelbach direkte Opfern der großindustriellen Windkraftanlagen“, erklärte Jörg Köhler, 2. Vorsitzender. Die Anlagen stellen gesundheitliche Gefahren dar, seien teuer, und erzeugen so gut wie keine Energie in der windschwachen Region.

Weitere Windkraftanlagen für den Verein unbegreiflich

Es sei für den Verein desto mehr unbegreiflich, dass in Alsfeld weitere Anlagen gebaut werden – bei Pfefferhöhe, Fischbach, dem Homberg und noch mehr hinter Lingelbach. Auch nach dem Mediationsbeschluss habe der Verein zahlreiche Empfehlungen abgegeben, die die Bürger vor der Gefahr der Anlagen behüten könnten. Leider seien sie von der Mehrheit der Stadtvertreter nicht akzeptiert worden. „Ein attraktiver Standort für Geschäfte, Industrie und Bildungsstätten sieht anders aus als eine durch Windkraftgiganten umgezingelten Stadt“, sagte Köhler.

Zukunftsfähig mache man die Region stattdessen mit der Gestaltung als Zufluchtsstätte für alle Menschen die nicht mehr in den Großstädten arbeiten wollen und müssen. Die Zahl derer, die über das Internet im Home-Office arbeiten oder als Vertriebsmitarbeiter sich ihre Wohnstätte ganz bewusst wählen können, wachse täglich. Diesen Zukunftstrend dürfe man nicht verspielen. Die Voraussetzung dafür sei eine robuste Digitalisierungsinfrastruktur und nicht Windkraftanlagen. „Meine Kollegen arbeiten teilweise mit einer Internetgeschwindigkeit von 1Gps (1,000 Mbs) derweil ich mit einer Funkverbindung von 1Mbs Zuhause kämpfe“, erklärte Dr. Scheuing. Der Verein sei mit dem Kreis einig: die Verkehrsverbindungen sowie der Ausbau des Glasfasernetzes bis zu den weitesten Ecken des Vogelsbergs sseien von vitalem Belang. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg. Eine Breitbandförderungsinitiative wie in Schleswig-Holstein könne ein passendes Modell für unsere Region sein.



4 Gedanken zu “Bürgerstimmen erreichen die Kreisvertreter

  1. Sehr geehrte(r) Herr/Frau Lanz,
    es ist einfach auf die jetzige Koalition von CDU und UWA zu schimpfen. Die Ursache für diesen Ausbau liegt aber schon weiter zurück und zwar unter der SPD/ALA-Koalition. Damals haben wir, damit meine ich alle Stadtverordneten, in der Stadtverordnetenversammlung gegen den Regionalplan gestimmt und diesen zum Fall gebracht. Um Herr der Planung zu werden, haben wir angefangen, zusammen mit den BI’s, einen eigenen Teilflächennutzungsplan Windkraft zu erstellen (war gar nicht billig), der sogar eine mehr an Fläche für Windkraft vorsah (+0,3%), als vom RP gefordert. Dieser wurde leider von Seiten des RP’s in Gießen abgelehnt, ein Grund war, zu wenige Flächen. Danach kam es zum sogenannten Mediationsverfahren. Die Stadtverordneten hatten die Auswahl, den Klageweg, gegen bestimmte Anlagen und für den eigenen Teilflächennutzungsplan, weiter zu beschreiten oder der Mediation zuzustimmen. Obwohl ich seinerzeit darauf Aufmerksam gemacht habe, dass durch die Mediation die Fläche von 2,5% auf über 5% steigt, wurde leider mit Mehrheit der Mediation zugestimmt, dies waren nicht nur Stadtverordneten von CDU und UWA. Beklagen Sie sich deshalb bitte auch bei denen, die der Mediation zugestimmt haben. Das RP hat sich damit schön aus seinem Versagen bei der Genehmigung der Anlagen in der sogenannten Fledermausfläche gestohlen und uns sogar noch eine mehr an Windkraft beschert.
    Noch ein paar Wort zum Artikel. Wir haben damals schon versucht ein Zeichen zu setzen, Klage gegen den Regionalplan, eigenen Teilflächennutzungsplan, mehr Abstand zur Wohnbebauung (auch 10 x Nabenhöhe) usw.. Hat alles nichts geholfen, da keinerlei Unterstützung von Seiten des VB’s kam und große Teile der BI’s ebenfalls für die Mediation waren.

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  2. Romrod-Zell ist nun nahezu fast von WKA’s umzingelt. Am neuen Bauplatz lässt sich die monströse Höhe der Anlagen nur erahnen. Solange diese von der Kernstadt Alsfeld gefühlt weit weg stehen, scheint es dort niemanden zu jucken. Rechtlich ist sicher nichts zu machen, tatsächlich ist die Wertschöpfung fragwürdig. In Presse-Verlautbarungen wird meist die Leistung einer Anlage angegeben. Jeder Elektriker im ersten Lehrjahr lernt den Unterschied zwischen Leistung und Arbeit. Zu beobachten sind rundum lange Stillstandzeiten, wo die dort erzeugte Energie augenscheinlich noch nicht einmal zur Beleuchtung einer Garage ausreichen würde. Der Vogelsberg mutiert zum Industriepark. Ein Trostpflaster wäre, wenn von den künstlich erzeugten und von den Stromkunden bezahlten Einnahmen, nicht wie bisher 100 % nach sonstwohin gehen, sondern z.B. die Schüler-Transportkosten und die Schul-Kantinen im VB gesponsert würden. Wenn die Schlagschatten-Dauer der jetzt im Bau befindlichen Anlagen über die zulässige Zeit hinaus gehen, dann kündige ich schon jetzt noch längere Stillstandzeiten an.Irgendwann kapiert auch der Letzte, dass man Geld nicht essen und trinken kann. Das mit den Trinken kapieren jetzt die Ulrichsteiner.

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  3. Wohnen und Leben unsere Alsfelder CDU und UWA Vertreter wo anders? Stellt euch mal an die Pfefferhöhe oder besser ans Naturfreundehaus und schaut auf Alsfeld. Ein schrecklicher Anblick!Überall Windräder von dehnen die Alsfelder noch nicht mal profitieren. Und es werden noch mehr.Und dann bitte sich umdehen. Es gab mal einen Artikel warum im Vogelsberg so viele Windräder aufgebaut werden. Weil es keine Gegenwehr von politischer Seite gibt und weil die falschen Leute hier wohnen. Man könnte auch so sagen nur kleine „dumme Bürger“ und Bauern die die ihre Chance sehen was nebenbei zu verdienen. Und auch die polnische Ausrichtung von Alsfeld und VB. Der grüne Minister in Hessen hat alle grünen Werte über Bord geworfen und die Alsfelder CDU und UWA samt Bürgermeister sind leichte Beute. Die Bürger reines Stimmvolk.Vor der Wahl wird das blaue vom Himmel versprochen. Nach der Wahl hat man max. 2 bis 3 Jahre Zeit gegen die Bevölkerung Politik zu machen. Dann kommt die Zeit alles schön zu reden und zu sagen ich habe nichts gemacht z.B wird dann gesagt das Land war Schuld. Fahren sie mal durch den Vogelsberg ich sehe mehr „Windräder wie Bäume“. Fahren sie mal Richtung Taunus,man sieht nur Bäume. Nur welche Leute wohnen im Taunus???
    Die Überschrift des Artikels „ Bürgerstimmen erreichen die Kreisvertreter“ ist genau das was ich beschrieben habe. Rückzug bis zur nächsten Wahl.

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  4. Windkrafträder sehen wunderschön aus und tun was gutes, alle die was gegen saubere Energie haben, machen sicht echt zum AFFEN in einer Zeit der Kilma Erwärmung.

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