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Aktion "Ein Smiley für die Verkehrssicherheit": vier Gemeinden erhielten ihr gratis Dialog-Display„Dialog ist das Zauberwort im Straßenverkehr“

LAUTERBACH (bk). „Ach guck mal, der Georg ist wieder zu schnell gefahren“: Mit diesem „sozialen Druck“ sollen Dialog-Displays auf Verkehrssünder aufmerksam machen, sagte Jürgen Baer vom ADAC Hessen-Thüringen. Am Freitagvormittag wurden in den Stadtwerken Lauterbach die vier Dialog-Displays an die Vogelsberger Siegergemeinden übergeben.

426 Gemeinden seien im Rahmen der Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“ angeschrieben worden. Das teilte Martin Fischer von der Landesverkehrswacht Hessen bei der Übergabe in den Stadtwerken Lauterbach mit – 287 hatten tatsächlich eine Bewerbung zurückgeschickt. Mit diesen Teilnehmerzahlen habe man zwar nicht gerechnet, sie seien aber mit ein Grund dafür, dass auch 2018 eine erneute Aktion stattfinden würde.

In diesem Jahr standen 48 Dialog-Displays zur Verlosung parat. Aus dem Vogelsbergkreis hatte es direkt zwölf Bewerber gegeben, die großes Losglück für sich beanspruchen konnten. Denn vier der zwölf Teilnehmer wurden als Gewinner ausgelost. Vergleichsweise schlecht hatte es die Fuldaer Region getroffen. „19 Kommunen aus Fulda haben teilgenommen. Wie viele haben gewonnen? – Null“, erklärte Gerhard Brink, Vorstandsmitglied der Landesverkehrswacht.

Die Aktion „Ein Smiley für die Verkehrssicherheit“

Die Verkehrssicherheitsaktion des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung des ADAC Hessen-Thüringen sowie der Landesverkehrswacht Hessen sei ein riesiger Erfolg. Genau deshalb würde sie auch im nächsten Jahr erneut stattfinden. Es sei wichtig die Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen zu erhöhen.

Denn fast 70 Prozent aller Verkehrsunfälle in Deutschland, bei denen Verletzte zu beklagen seien, würden sich innerhalb geschlossener Ortschaften ereignen. Als Hauptunfallursache sehe man nicht angepasste Geschwindigkeit. Aber auch mangelnde Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer, sei einer der Hauptgründe. Dabei seinen die Opfer oft die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, Fußgänger, ältere Menschen und Kinder, so laut Fischer. Auf den Schutz dieser Gruppen ziele das Dialog-Display besonders ab.

Die Vertreter der vier glücklichen Gewinner-Gemeinden konnten heute ihre Dialog-Displays von der Landesverkehrswacht Hessen in Empfang nehmen. Dazu gab es einen Verkehrshinweisbanner zum Schulanfang. Foto: bk

Das sagen die Gemeindevertreter zu dem Gewinn

Für die Großgemeinde Grebenhain war Bürgermeister Sebastian Stang anwesend. Seine Dankbarkeit drückte er in klaren Worten aus: „Wir hatten sowieso vor ein weiteres Dialog-Display anzuschaffen“, erklärte Stang und freute sich ganz besonders über den Gewinn. Der Nutzen ginge dabei definitiv „an die zweite Kindertagesstätte vor der das Display aufgestellt werden soll“, um die Verkehrsteilnehmer an das richtige Verhalten zu erinnern. Auch der Banner zum Schulanfang, den es als Geschenk noch dazu gab, würde direkt seinem Zweck zugeführt und „an passender Stelle angebracht“, wie Stang berichtete.

Auch die Gemeinde Mücke, vertreten durch Bürgermeister Matthias Weitzel zeigte sich sehr erfreut. „Blitzen dürfen wir ja erstmal nicht mehr“, gab er lächelnd kund und berief sich dabei auf das kürzlich getroffene Blitzerurteil. „Wir werden ja immer gleich als Wegelagerer verschrien, wenn wir mal Verkehrskontrollen machen“, ergänzte Weitzel und bedankte sich aufrichtig für den Gewinn.

Für Lauterbach kam Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller, der zunächst die anwesenden Gäste begrüßte. „Wir blicken auf ein immer gutes Miteinander zur Verkehrswacht zurück“, erinnerte er sich. Gab mit seiner Aussage „Wir nehmen das sehr ernst“, jedoch sogleich kund, welchen Stellenwert die Sicherheit von Schulen und Kindergärten für Lauterbach habe und worum es an diesem Termin wirklich ging.

Da Bürgermeister Heiko Stock aus Lautertal erkrankt war, kam der erste Beigeordnete Manfred Hofmann zur Übergabe. Er bedankte sich wie alle anderen sehr erfreut über den Gewinn.

Doch was ist eigentlich ein Dialog Display?

Das Dialog-System gibt es in verschiedenen Varianten. Bei dem gewonnen Dialog Display handelt es sich um ein Gerät, welches die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit eines Verkehrsteilnehmers misst und diese in Bezug zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit setzt. Hält der Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit ein, erscheint auf dem Display ein freundlicher Smiley. Wenn nicht, leuchtet ein negativer Smiley auf. „Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass das „Lob- und Tadel-Prinzip“ deutlich besser wirkt, als eine einfache Geschwindigkeitsanzeige“, erklärte Fischer.

„Zwar kann ein Nichteinhalten der zulässigen Geschwindigkeit durch das Dialog-Display nicht geahndet werden“, die Verkehrsteilnehmer würden jedoch „durch eine unmittelbare positive oder negative Rückmeldung auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht“, vertiefte Fischer die Vor- und Nachteile des Systems. Diese Vorgehensweise zeige positive Entwicklungen. Auch Auswertungen seien möglich. „Man kann erkennen, wie viele Verkehrsteilnehmer sich genau richtig und welche falsch verhalten“, lies Fischer die Anwesenden wissen.

Das „Geschwindigkeits-Beeinflussungsgerät“, wie es früher mal hieß, hätte seinen Sinn verfehlt. Vergessen würde häufig, dass „Dialog das Zauberwort im Straßenverkehr“ sei. Weshalb das System nun eben auch Dialog-Display hieße, wie Brink näher erläuterte. „Ein Bitte und Danke kann nicht schaden und auch ein kurzes Handheben als Entschuldigung kommt im Straßenverkehr besser als bei Fehlern einfach Schuldbewusst zur Seite zu gucken.“

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