Soweit das Auge reicht: Windräder im Vogelsberg Fotos: Siegbert Ortmann, Lauterbach

Fotogalerien1

VHC-Lauterbach wanderte über die Höhen des VogelsbergesWindräder soweit das Auge reicht

LAUTERBACH (ol). Eine ganztägige Wandertour stand am vergangenen Sonntag auf dem Programm des Vogelsberger-Höhen-Clubs, Zweigverein Lauterbach und wurde von 23 Teilnehmern trotz der gleichzeitig stattgefundenen Prämienmarktveranstaltung in Lauterbach auch recht gut angenommen.


Die 15-km lange, überwiegend hügelige Strecke von Hartmannshain in die Vulkanstadt Gedern verlief durch reizvolle Landschaft in der südwestlichen Vogelsbergregion und spiegelte die früher einmal unverfälschte Natur am Rande des Naturparks Hoher Vogelsberg noch immer wieder.

Für wahre Naturfreunde bleibt ein Trost

Aber durch die Errichtung zahlreicher Windkraftanlagen hat sich das Landschaftsbild inzwischen längst der neuen Zeit angepasst, denn auf fast jeder Anhöhe drehen sich Windräder und die weiten Horizontlinien werden durch diese Industriedenkmäler der neuesten Generation unverkennbar durchbrochen und dominieren heute das Blickfeld von fast jedem Aussichtspunkt im Hohen Vogelsberg. Für den wahren Naturfreund bleibt aber ein Trost: die Windräder mögen, weithin sichtbar, den freien Ausblick in die ursprüngliche Landschaft stören – aber nur jetzt, nur solange diese Windenergie auch gebraucht wird. Sobald sie nicht mehr gebraucht wird, weil sich irgendwann andere Energiequellen erschließen werden, können die gigantischen Windkraftanlagen wieder abmontiert werden, vollständig und ohne das in der lokalen Betrachtung irgendwas Negatives zurückbleibt.

Über den Höhen des Vogelsberges.
Foto: Siegbert Ortmann

Sinnbild für eine fortschrittliche Gesellschaft ?

Vielleicht könnten dafür die landschaftszerstörenden Auswirkungen des Baues der Eisenbahnlinie von Bermuthshain nach Gedern um 1900 ein sichtbares Beispiel dafür sein, dass die damaligen massiven Eingriffe in die Natur heute längst  verschwunden und vergessen sind und  auf der alten Bahntrasse jetzt mustergültige Rad- und Wanderwege den Erholungswert dieser Region erkennbar gesteigert haben. Hinzu kommt, dass nach Meinung der VHC’ler aus Lauterbach durch die zunehmende Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten für erneuerbarer Energien eine Kultur des Landschaftsbildes mit Windkraftanlagen sich entwickelt, welche in keinster Weise mehr als verfremdend oder als Verspargelung der Landschaft angesehen wird, sondern als Sinnbild für eine fortschrittliche, energiebewusste Gesellschaft seht.

Gesamte Wandergruppe bei der Schlußrast in Gedern
Foto: Siegbert Ortmann

Lauterbacher VHC genoss Wanderwege trotz Windräder

Diese Einstellung hat dann auch Wanderführer Siegbert Ortmann veranlasst, trotz der tatsächlichen Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Landschaftsbildes mit den vielen Windrädern im Hohen Vogelsberg keinen Hinderungsgrund für die Auswahl gerade dieses Wanderweges von Hartmannshain nach Gedern zu sehen. Und die Lauterbacher VHC’ler genossen diese Wanderroute in der ansonsten unberührten Natur einer überwiegend unbekannten Gegend des Vogelsberges und fanden Freude an herrlich blühenden Orchideen auf den Bergwiesen entlang des Wegesrandes und den üppig blühenden Fingerhutflächen in den auf urigen Pfaden durchlaufenden ausgedehnten Wäldern des hohen Vogelsberges. Auch ein imposanter historischer Grenzstein am Wegesrand mit den Initialen „GH“ (Großherzogtum Hessen) gen Westen und „KP“ (Königreich Preußen) gen Osten erweckte natürlich die Aufmerksamkeit der vorbeiwandernden VHC’ler. Und die beschaulichen und idyllisch gelegenen Dörfchen Völzberg und Volkartshain zeugten von einer ins frühe Mittelalter zurückreichenden Besiedlung dieser landwirtschaftlich geprägten Gegend und taten ein Übriges, um die Wanderung insgesamt  zu einem unvergesslichen, nachhaltigen Naturerlebnis zu machen. So waren die Teilnehmer bei der gemütlichen Schlussrast im Schloß-Hotel in Gedern rundum sehr zufrieden mit dem schönen und abwechslungsreichen Wandertag „über die Höhen des Vogelsberges“.

Wanderführer Siegbert Ortmann vor dem Dörfchen Volkartshain
Foto: Siegbert Ortmann

Ein Gedanke zu “Windräder soweit das Auge reicht

  1. Zitat: „Hinzu kommt, dass nach Meinung der VHC’ler aus Lauterbach durch die zunehmende Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten für erneuerbarer Energien eine Kultur des Landschaftsbildes mit Windkraftanlagen sich entwickelt, welche in keinster Weise mehr als verfremdend oder als Verspargelung der Landschaft angesehen wird, sondern als Sinnbild für eine fortschrittliche, energiebewusste Gesellschaft seht.“

    Wer so etwas schreibt und sich wohl noch als Naturliebhaber im Vogelsberger Höhenclub ausgibt, der hat mit Natur und Landschaft offensichtlich nicht wirklich viel im Sinn.

    Zitat: „Aber durch die Errichtung zahlreicher Windkraftanlagen hat sich das Landschaftsbild inzwischen längst der neuen Zeit angepasst,“

    Wie kann sich das Landschaftsbild angepasst haben? Es wurde brutal vergewaltigt, von Leuten die in den EEG Subventionen sich suhlen möchten.
    Selbst die 10 fache Anzahl von Windrädern ist nicht in der Lage zuverlässig Strom zu produzieren und dadurch konventionelle Großkraftwerke zuverlässig zu ersetzen.
    Und wenn es mal wirklich in 20-30 Jahren Speicher geben sollte, dann sind alle Heute gebauten Windräder wieder Schrott. Aber einige Wenige haben ganz toll an den Subventionen verdient und alle Vogelsberger sind die Verlierer. Sie verlieren ihre Landschaft, ihr Geld und die Vögel sogar ihren Lebensraum.

    13

    5

Comments are closed.