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Nach Monaten sind die Umbauarbeiten fast endgültig abgeschlossenBergwacht Schotten baut eigenes Einsatzfahrzeug

SCHOTTEN (mf). Als sich die Bergwacht Schotten Mitte letzten Jahres auf die Suche nach einem neuen geeigneten Einsatzfahrzeug begab, war noch nicht ganz abzusehen, wie schwer das Unterfangen tatsächlich sein würde. Nach dann doch erfolgreicher Suche und vielen Stunden Arbeit in Eigenleistung steht das neue Einsatzfahrzeug inzwischen zum Einsatz bereit.

Die Bergwacht ist in Notsituationen immer dann gefragt, wenn der reguläre Rettungsdienst aufgrund unwegsamen Geländes oder anderweitig schwierigen Bedingungen nicht an den Einsatzort gelangen, oder dort nicht adäquat agieren kann.
In der Praxis können das lebensbedrohliche Abstürze im Gebirge, ein gebrochenes Bein auf der Skipiste oder ein Unfall bei der Arbeit im Wald sein.

So leistet auch die Bergwacht Bereitschaft Schotten jährlich über 80 Einsätze. Gerade jetzt im Winter, wo der Hoherodskopf voller Touristen aus allen Nähten platzt, ist die Versorgung durch die Bergwacht fast an der Tagesordnung. Um den Menschen allerdings effektiv helfen zu können, braucht es neben den vielen ehrenamtlichen und gut ausgebildeten Helfern, auch die nötige Ausrüstung.

Als Mitte letzten Jahres eines der Einsatzfahrzeuge aufgrund von Rostschäden nicht mehr weiter eingesetzt werden konnte, hatte man versucht dessen Einsatzbereitschaft durch Reparaturen weiter zu gewährleisten – das hatte ein paar Jahre zuvor auch funktioniert. Zuerst meldete sich eine Werkstatt, die das alte Fahrzeug freiwillig und unentgeltlich in Reparatur nehmen wollte. Als in diesem Zuge aber die Ausmaße der Schäden offenbar wurden, war recht schnell klar, dass ein neues Ersatzfahrzeug beschafft werden muss.

Im November 2016 hat die Bergwacht Schotten dann einen VW T5 4Motion erworben, der in den vergangenen Monaten mühsam zum Rettungsfahrzeug umgebaut wurde. Das Fahrzeug wurde komplett „entkernt“ – also alle Sitze, Beläge und Verkleidungen entfernt – sodass wiederum alle Makel und Roststellen an der Karosse beseitigt werden konnten.

Bergwacht Schotten

Mitglieder der Bergwacht beim Verlegen der Kabelbäume. Foto: Andreas Schlaich

Im Notfall geht es für die Bergwacht zu Fuß weiter zum Einsatzort

Im Anschluss musste das Fahrzeug mit aller Technik wieder neu aufgebaut werden: Funkanlage, klappbarer Tragetisch, Dachaufnahmesystem, ein Regal für die Ausrüstung oder ein Klappsystem für die Entnahme bestimmter Rettungsgeräte. Vieles davon wurde durch Mitglieder selbst gebaut.

Künftig wird der Allradler in unwegsamen Gelände eingesetzt. Gerade dort, wo der Rettungswagen nicht hinkommen kann, besteht so die Möglichkeit den Patienten effektiv vor Ort zu versorgen und aus dem Einsatzgebiet bringen zu können. Ein Luftrettungssack für den Abtransport durch einen Hubschrauber, aber auch eine Gebirgstrage ist ebenfalls am Fahrzeug montiert, um zur Not auch zu Fuß zum Patienten zu gelangen und ihn entsprechend in steinigem Terrain aus seiner Situation zu befreien.

Bergwacht Schotten

Der neue VW T5 der Bergwacht Schotten. Foto: mf

Mit Unterstützung aber vor allem Eigenleistung

Um das Projekt realisieren zu können, war natürlich finanzielle Unterstützung nötig. Diese kam unter anderem seitens der Hessischen Landesregierung in Form von 5.000 Euro aus Lotto- und Troncmitteln, überreicht durch Staatsministerin Lucia Puttrich. Zusätzlich haben das Gesundheitssportzentrum Wupas in Schotten und der Kiosk „Zur schönen Aussicht“ auf dem Hoherodskopf, den Aufbau durch die Spende einer Sondersignalanlage unterstützt. Die restliche Finanzierung des Fahrzeugs wurde aus eigenen Mitteln der Bergwacht Schotten übernommen.

Weiteres rund um die Arbeit der Bergwacht Schotten findet man auf deren Facebook-Seite.