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In Kürze wird mit der Telekom gesprochen – Mandat für Verhandlungen von 29 Kommunen in den beiden Landkreisen erteiltbigo fordert Transparenz und Verbindlichkeit

VOGELSBERGKREIS (ol). „Natürlich hat die Ankündigung der Telekom die Sachlage im Ausbaugebiet der Breitbandinfrastrukturgesellschaft Oberhessen GmbH (bigo) verändert“, so der Geschäftsführer und Vogelsberger Landrat Manfred Görig (SPD). Jedoch seien Aussagen der Telekom, wie die jüngste Ausbauankündigung für den Wetteraukreis, unter den Kommunen bundesweit verrufen.

„An vielen Orten in Deutschland will die Telekom mit solchen – oft täglich wechselnden und bewusst verwirrenden – Verlautbarungen vor allem unerwünschte Aktivitäten beim Breitbandausbau durch Kommunen torpedieren“, so die Einschätzung des bigo-Geschäftsführers, wie er in einer Pressemeldung berichtet.

Die Erfahrung zeige, dass nach Einstellung kommunaler Aktivitäten, der Elan des großen Unternehmens Telekom dann „schnell erlahmt und der Ausbau in weite Ferne rückt“.

Bisher seien alle größeren Ausbauvorhaben der Telekom hinter den wohlklingenden Ankündigungen zurückgeblieben „und die Kommunen müssen sich dann anschließend unter erhöhtem Einsatz von öffentlichen Mitteln nochmals darum kümmern“. Insgesamt sei auch der Ausbaustandard der Telekom geringer, als bei kommunalen Ausbauprojekten. Von daher seien die jüngsten Ankündigungen der Telekom bislang „nicht mehr als schöne Worte, die wir jetzt konsequent auf den belastbaren Gehalt prüfen wollen“, kündigt Görig an.

Görig verweist in diesem Zusammenhang auf die bekannten Telekom-Ausbauvorhaben im ländlichen Bereich in der Region, wo entgegen der pressewirksamen Aussagen im Vorfeld nach der Durchführung eines flächendeckenden Telekom-Ausbaus noch unversorgte Gebiete übrig geblieben sind, für die anschließend unter Einsatz von öffentlichen Geldern teure Lösungen gesucht werden. Dies sei nach Meinung des bigo-Geschäftsführers auch nicht erstaunlich, gehe es doch dem Marktführer Telekom darum, seine Position durchzusetzen und Gewinn zu erzielen, währen bei der bigo und ihren kommunalen Gesellschaftern die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse, also die Daseinsvorsorge, im Vordergrund stehe. Diese beiden Ziele seien eben nicht einfach zu vereinbaren.


Nahezu alle Bürgermeister ländlicher Gemeinden hätten in den letzten Jahren genau dieselben Erfahrungen im Kontakt mit der Telekom gemacht: Ein Interesse am Ausbau bestehe auf dem flachen Land in der Regel nicht, teilweise würden sogar Anfragen der Kommunen an das Telekommunikationsunternehmen noch nicht einmal beantwortet. Der jetzige Sinneswandel bei der Telekom wäre ohne die Aktivitäten der bigo undenkbar.

Görig kündigt an, sehr kurzfristig mit der Telekom in Gespräche einzutreten, denn die 29 Städte und Gemeinden aus Wetterau- und Vogelsbergkreis, für die die bigo den Breitbandausbau sicherstellen soll, haben ihr das Mandat für entsprechende Verhandlungen erteilt. „Wir wollen ausloten, was die Ankündigungen der Telekom tatsächlich bedeuten, welche Gebiete trotz der Ankündigungen nicht vom Ausbau profitieren sollen, welcher Ausbauzeitraum verbindlich zugesagt werde und ob man hier zu einem gedeihlichen Miteinander finden kann.“ Der Maßstab sei, möglichst keine Lücken beim Breitbandausbau übrig zu lassen, den Ausbau kurzfristig vorzunehmen und den hohen und zukunftsfähigen Ausbaustandard der bigo zu bewahren. Kurz gesagt: „Wir brauchen Transparenz und Verbindlichkeit von der Telekom“, so Görig.

Unbeschadet dessen kündigt der bigo-Geschäftsführer an, den Eigenausbau nach der Winterpause in 2017 zu beginnen und möglichst Ende des Jahres 2017 auch abzuschließen. „Und zwar sowohl für den Wetteraukreis als auch für den Vogelsbergkreis,“ stellt er klar. „Es geht jetzt darum zu klären, ob die Telekom hier nur nach Wegen sucht, die bigo-Aktivitäten zu verhindern oder ob sie wirklich ein ernstzunehmender Partner für die Kommunen ist, der sich auf Augenhöhe an unseren berechtigten kommunalen Zielen messen lässt.“


4 Gedanken zu “bigo fordert Transparenz und Verbindlichkeit

  1. Herr Herr Görig haben sie sich bemüht mit der Telekom, im Vorfeld (vor Bigo)über den Ausbau zu einigen? Ich befürchte dass Bigo ein „Tot geborenes Kind“ ist. Kosten ,Steuergelder in den „Sand „gesetzt. Normalerweise müssten sie doch einen guten Draht zur Telekom haben?

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  2. Mit Entsetzen lesen ich diesen Artikel und in dessen Zusammenhang die optische Darstellung mit Bild. Herr Görig behauptet, dass eine Telekom ihre Aktivitäten bremse , sobald ein anderer Anbieter die Arbeit einstelle. Fakt ist, daß die kommunalen Anbieter alles daran gesetzt haben, die Vorarbeiten der privaten Breitbandanbieter zu torpedieren, indem sie hunterttausende von Euro in Förderungen aus kommunalen Mitteln in deren selbst auserwählten Anbieter und letztlich in die BIGO gesteckt haben. Längst haben private Anbieter den Ausbau aus eigenfinanzierten Mitteln so weit vorangetrieben, dass Bandbreiten verfügbar sind, die weit mehr als ausreichend sind. Was dem Fass in diesem Artikel jedoch den Boden ausschlägt und an grenzenloser Unverschämtheit von Herrn Görig nicht mehr zu überbieten ist, ist das Titelbild seines Artikels, auf dem ein Mitarbeiter eines kleinen, privaten Breitbandanbieters zu sehen ist, der von BIGO und Stadt Alsfeld seit Jahren per „Dauerfeuer“ torpediert wird, indem diesem die Eingangsvoraussetzung schon in der damaligen Ausschreibung des ursprünglichen Ausbauverfahrens unmöglich gemacht wurde. Genau dieser Anbieter stellt mittlerweile fast flächendeckend um Alsfeld herum zwischen 30 und 100 Mbit/Sekunde zur Verfügung. Es handelt sich um die Firma Delta Web in Alsfeld. Diese bietet zum günstigen Preis stabiles und leistungsfähiges Internet und einen super freundlichen Service an. Städtisch geförderte Unternehmen und BIGO dagegen haben bisher nur 6- Stellige Summen gekostet und dabei noch keine messbaren Leistungen für den Bürger erbracht.

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    1. Das Bild stammt aus unserem Archiv. Das es von Delta Web ist wusste ich nicht. Dann werde ich es wohl tauschen.

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