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Regenüberlaufbecken muss für rund 705.000 Euro saniert werdenJU informierte sich bei Alsfelder Stadtwerken

ALSFELD (ol). Am vergangenen Donnerstag hat eine Delegation der Alsfelder Jungen Union gemeinsam mit dem CDU-Vorsitzenden Alexander Heinz und Bürgermeister Stephan Paule die Stadtwerke Alsfeld besucht.

Der „JU-Stadtverordnete“ Frank Jungk ist seit April Mitglied der Betriebskommission der Stadtwerke. Dies nahm der Vorsitzende Eric Planz zum Anlass, die Kläranlage und das zur Sanierung anstehende Regenüberlaufbecken „An der Au“ zu besichtigen, teilte die Junge Union in einer Pressemeldung mit.

Der Technische Betriebsleiter Rainer Merle habe zuerst den Aufbau der Alsfelder Kläranlage gezeigt. Zwischen 60 und 300 Liter treffen pro Sekunde in der Anlage ein, wobei mittlerweile auch die Abwässer der Stadtteile Altenburg, Liederbach, Schwabenrod, Münch-Leusel und Eudorf in Alsfeld gereinigt werden, erklärte Merle.

Nach der Rechenanlage und dem Sandfang gelangt das von Grobstoffen und Sand gereinigte Abwasser in den Teil der Kläranlage, wo die im Wasser gelösten Inhaltsstoffe durch Bakterien abgebaut werden. Die sich dabei vermehrenden überschüssigen Bakterien werden im Faulturm in ein feucht erdiges Substrat (Klärschlamm) umgewandelt. Dabei entsteht Methangas als Abfallprodukt, welches in einem Blockheizkraftwerk  (BHKW) verbrannt und daraus Strom gewonnen wird, so Merle weiter.

Seit einigen Jahren erfolge die Zugabe von tierischen und pflanzliche Abfallfetten, wodurch sich die Gasproduktion um bis zu 400 Prozent steigern lässt. Zudem sei Merle mit seiner Mannschaft „hinter her“ den Energieverbrauch der Anlage zu senken. So sei der Verbrauch von 726 tausend Kilowattstunden im Jahr 2006 im vergangenen Jahr auf 535 tausend Kilowattstaunden gesenkt worden. Das BHKW erzeuge mittlerweile über 55 Prozent der benötigten Energie, wobei bis zu 65 Prozent angestrebt werden.

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Rainer Merle zeigt und erklärt Frank Jungk eine Rissschablone am Regenüberlaufbecken „An der Au“.

Anschließend stellte Merle das zur Sanierung anstehende fast 45 Jahre alte Regenüberlaufbecken „An der Au“ vor, mit einem Speichervolumen von 1.900 Kubikmeter. Aufgrund von Alterung und damaligen Baumängeln (zu geringe Betondeckung) seien Risse entstanden, die das Becken gefährden. Daher soll mit einer „Becken-in-Becken“-Konstruktion saniert werden. Mit rund 705.000 Euro Kosten sei dies noch die günstigste Version zur Sanierung des Beckens.

„Unsere Aufgabe ist es, möglichst kostengünstig und effizient zu arbeiten“, so Merle. „Schließlich tragen die Kosten alle Alsfelder Bürger durch ihre Abwassergebühren.“

Die Anwesenden seien sichtlich erstaunt gewesen, mit welcher methodischen Herangehensweise in den Stadtwerken Alsfeld anstehende Aufgaben unter Beachtung von Kosten und Wasserqualität gelöst werden.