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Hessenstiftung lud zum Auftakt des Hessischen Vätertags ins Haus des Hessischen Handwerks einHandwerk hat familiären Boden

VOGELSBERGKREIS (ol). Sind die Backstube, die Metallwerkstatt, die Mühle, die Schreinerei, der Frisörsalon Orte, an denen sich Kinder tummeln? Wie weit geht Familienfreundlichkeit im Handwerk?

Die hessenstiftung – familie hat zukunft, der es um ein familienfreundliches Hessen und die Zukunft der hessischen Kinder geht, hat die Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Hessischen Vätertag in das Haus des Hessischen Handwerks gelegt. Aus gutem Grund: das Handwerk hat nicht nur goldenen Boden, sondern steht meist fest auf familiärem Fundament.  Das berichtete die Pressestelle der Vogelsbergkreises in einer Pressemitteilung.

Handwerker kümmerten sich als Väter um ihre Kinder und zeigten ihnen etwas von der eigenen Arbeit. Das sei bereits bei den Grußworten deutlich geworden. So eröffnete der Präsident des Hessischen Handwerkstages, Bernd Ehinger: „Es passt, dass zum Hessischen Vätertag erstmals auch Handwerksbetriebe angesprochen wurden. Der Tag ist eine hervorragende Möglichkeit, nicht nur für die moderne Vaterschaft und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu werben, sondern auch deutlich zu zeigen, wie viel ‚Familie‘ im Handwerk beheimatet ist. Handwerksbetriebe sind oft Familienbetriebe, Familien- und Väterfreundlichkeit ist längst ein Wettbewerbsvorteil bei der Fachkräftesicherung geworden.“

Der Beiratsvorsitzende der Hessenstiftung, der hessische Familienminister Stefan Grüttner, betonte: „Wenn der Funke vom Handwerksvater überspringt, dann gelingt in solchen väter- und familienfreundlichen Unternehmen auch die Nachfolge besser. Meine tiefe Überzeugung ist, dass gute Vorbilder durch nichts zu ersetzen sind und heute ist ein guter Tag, um hierfür bei den Vätern zu werben: seien Sie Ihren Kindern gute Vorbilder, dann finden sie ihren Weg im Leben.“

Dass Vaterschaft und Meisterschaft zusammenhängen, weil es um die generationsübergreifende Begeisterung und Leidenschaft geht, zeigte Johannes Rahe in seinem Vortrag. Der Unternehmer und Stifter aus Osnabrück war eingeladen, seine seit drei Jahren laufende „Generationenwerkstatt“ darzustellen, in der sogenannte Unruheständler und Jugendliche motivierend an der Werkbank zusammengebracht werden.


In einer Diskussionsrunde mit betrieblichen Beispielen erläuterte Stefan Simon, wie flexibel er auf die familiären Belange seiner Beschäftigten eingeht und gerade so Väter an die Bäckerei Simon in Waldbrunn-Ellar binden kann. Für den Metallbau Huhle in Wiesbaden konnte Günter Huhle die generationenübergreifende Betriebsführung in der Familie herausstellen. Die von Huhle ausgegangene Unternehmensinitiative Windelgeld spiegele den Geist der Förderung von jungen Familien im Betrieb. Georg Englert war der letzte Müller der Stiftsmühle in Taunusstein. Im Vorfeld des Vätertags hatte er das Industriedenkmal als „Generationenmühle“ geöffnet.

Hintergrund: Der 19. Juni ist der Termin des internationalen Vätertags. In Hessen bündelt an diesem Tag die hessenstiftung – familie hat zukunft seit vier Jahren Aktionen zum „Hessischen Vätertag“, mit dem sie auf die Bedeutung von Vaterschaft für Familie und Gesellschaft hinweist. Aktionsideen von zehn Organisationen werden mit insgesamt 5.000 Euro unterstützt. In diesem Jahr hat die Stiftung erstmals auch Handwerksbetriebe zur Teilnahme aufgefordert. Die Veranstaltung wurde unterstützt vom Hessischen Handwerkstag, von der Firma Metallbau Huhle und von IKKclassic.