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SERIE Altes Alsfeld, Teil 5 – Vertraute Altstadtansichten ganz fremd – Mit Bilder-RätselAls der Bahnhof noch Alsfeld repräsentierte

ALSFELD (aep). Wer in den historischen Fotos stöbert, die der Alsfelder Geschichts- und Museumsverein in den beiden Bildbänden zusammenstellte, der entdeckt viele Ansichten, die als bekannt ins Auge springen. In der historischen Stadt wurden seit jenen Tagen vor 100 bis 140 Jahren wenige Staßenzüge und Häuser wirklich verändert. Dennoch: Der genaue Blick offenbart grundlegende Änderungen.

Zum Beispiel die Ansicht des Alsfelder Bahnhofs von 1916 – entstanden also während des Ersten Weltkriegs. Das erst ein Jahr vorher fertiggestellte, große Gebäude versinnbildlichte damals großen Fortschritt, und alleine die Wuchtigkeit des Bauwerks zeigt die Bedeutung des Verkehrsmittels Bahn in jener Zeit. Dazu fällt auf: Keine Türschilder weisen auf eine fremde Nutzung, es diente alleine dem Bahnverkehr, wahrscheinlich mit einer der üblichen Bahnhofsgaststätten.

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Die Obergasse vor 1907.

Die Bahnhofstraße davor war ausladender angelegt, als der spärliche Straßenverkehr erfordert hätte – und hatte damals schon gewisse Ähnlichkeit mit dem Busbahnhof, der sich heute dort befindet. Allerdings war dieses Stück Straße offensichtlich dafür nicht gedacht, zeigen die Reihen von Bäumen, die heute, 99 Jahre später, nicht mehr existieren. Die Bahnhofsstraße war offensichtlich weniger pragmatisch als repräsentativ angelegt, wohl nach dem Motto: Reisender, steigst du in Alsfeld aus, bekommst du eine wohlhabende Stadt geboten. Dieses Gefühl vermitteln Bahnhof und -straße heute sicherlich nicht mehr.

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Die Obere Fulder Gasse um 1900.


Umgekehrt machen Alsfelds Altstadtstraßen heute bedeutend mehr her, wird beim genauen Blick auf eigentlich vertraute Ansichten deutlich. Die Obere Fulder Gasse zum Beispiel war aus der Perspektive mit der Walpurgiskirche im Hintergrund bereits im 19. Jahrhundert offensichtlich ein städtebaulich interessantes Motiv. Die Straßenflucht der Wohnhäuser selbst bietet kaum Blickfang – zeigt aber ein interessantes Detail: Links und rechts des Straßenpflaster lief noch die Liederbach in Rinnen durch die Stadt.

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Die Mainzer Gasse im Jahr 1893, aufgenommen wahrscheinlich von E. Roepke, Wiesbaden

Und dann die Obergasee oder die Mainzer Gasse: Beides sind auf den mehr als 100 Jahre alten Ansichten sehr vertraute Straßenschwünge und offensichtlich Einkaufsstraßen, aber längst nicht so einladend wie in heutiger Zeit. Das Wort „Shopping“ war noch nicht erfunden.

Rätsel-Foto Nummer fünf: wieder spannende Stadtführung zu gewinnen

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Eine Allee, stattliche Häuser: eine Alsfelder Straße im Jahr 1910. Aber welche? Ein Tipp: Für diese Straße wurde ein Stück Stadtmauer beseitigt, und sie führte aus der Stadt.

Auch beim fünften Rätselbild der Serie kann man mit der richtigen Antwort direkt wieder die Teilnahme an einer der offenen Stadtführungen des TouristCenter Alsfeld gewinnen (Teil vier siehe hier), die wir unter den richtigen Antworten verlosen. Und aus allen richtigen Antworten aller Rätsel-Teile ziehen wir am Ende den Gewinner einer der beliebten Nachtwächterführungen mit bis zu 15 Teilnehmern.


Das ist nur eine der Führungen, die das TCA im Programm hat: Das TouristCenter bietet mittlerweile 20 verschiedene Stadtführungen mit verschiedenen Themen an, von denen die Nachtwächterführung eine der beliebtesten ist. Eine Teilnahme ist die Gelegenheit, vielleicht mit Familie, Bekannten, Kollegen einen lustigen und informativen Abend in Alsfeld zu erleben. Antworten bitte per E-Mail an: redaktion@oberhessen-live.de.

Auflösung: Bei dem Bild Nummer vier handelt es sich um die Hofstatt in Alsfeld, die einst parallel zur Stadtmauer verlief. Heute noch ist es als Sackgasse mit den kleinen, liebevoll dekorierten Fachwerkhäusern auf der einen Seite eines der schönsten Gässchen Alsfelds. Wegen der eher einseitigen Verteilung der Häuser gab es einst eine Legende zur Hofstatt: Dort würden die Pfannkuchen nur auf einer Seite gebacken. Dieses Mal war das Rätsel mit dem Bild sichtlich schwieriger, denn unter den Antworten waren doch einige Fehlversuche, die das Bild eher dem Schnepfenhain oder Grabbrunnen zuordneten.  Gewonnen hat übrigens Sigrun Wagner.