Gesichter auf Tellern: eine der vielen Ideen der Kinder für die Ausstellung. Fotos: hr

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Ausstellung der Gerhart-Hauptmann-Schule in der VR Bank HessenlandHöchst bunter Querschnitt aus dem Kunstunterricht

ALSFELD (hr). Da war was los, Dienstagabend in den Schalterräumen der VR-Bank. Wo sonst diskrete Ruhe herrscht, feierten die Kinder des Fachbereichs Kunst der Gerhart-Hauptmann-Schule die Eröffnung ihrer Ausstellung: Laut, bunt und lebendig, so Ralph Kehl vom Vorstand der VR-Bank, der die jungen Künstlerinnen und Künstler, Eltern und Lehrer begrüßte.

Zuvor hatte die Blockflötengruppe der Klasse 2b unter Leitung von Frau Beate Rheinländer die dritte Ausstellung dieser Art musikalisch eröffnet. Erster Stadtrat Jürgen Udo Pfeiffer und Schulleiterin Hannelore Hartl dankten der VR-Bank für die Bereitschaft, ihre Schalterräume den jungen musikalischen und gestalterischen Talenten erneut als Bühne zur Verfügung zu stellen.

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Bei der Eröffnung: Die Klasse 2b mit Beate Rheinländer beim Blockflötenkonzert.

Die ausgestellten Werke zeigen einen Querschnitt aus dem Kunstunterricht der Jahrgangsstufen eins bis sechs. Die Auswahl sei nicht einfach gewesen, so Frau Zinn, Leiterin des Fachbereichs Kunst an der GHS in ihrer Ansprache an das zahlreiche Publikum. Aber jeder Stil und jedes geschaffene Werk, auch die Verworfenen, hätten ihre Berechtigung, Kunst sei subjektiv und experimentell.

Werke in vielen verschiedenen Techniken

Die Ausstellung umfasst Werke in vielen verschiedenen Techniken und Ideen, die offensichtlich mit Phantasie und Freude umgesetzt wurden: Abbildungen und Gegenstände aus Ton, Bast oder Pappmache, darunter Figuren, die den berühmten „Nanas“ von Nike de Saint Phalle nachempfunden sind; Bilder in unterschiedlichen Malstilen, aber auch dreidimensional unter Verwendung zusätzlicher Materialien auf dem Malgrund.
Selbstgestaltete Fotoalben, Bunt- und Bleistiftzeichnungen, Katzengesichter, mit Wachskreide gemalt „wie Hundertwasser“, sind ebenso zu sehen wie originelle Skulpturen, bunte Bastuntersetzer baumelnd an den krummen Zweigen eines Korkenzieherhasels, schlichte Stühle, deren glatte Oberflächen vollständig mit Landkarten oder Bildern von Büchern wie bedruckt aussehen.

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Viele Hände, viel bunt: Die Werke sprechen von viel Fantasie.

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Hervorzuheben ist auch die Idee, das Bushaltestellenhäuschen an der Gerhart-Hauptmann-Schule innen auszuschmücken mit großflächigen geometrischen Farbflächen in Gelb, Rot, Blau und Weiß. Eine Foto-Dokumentation „Vorher-Nachher“ zeigt den gestalterischen Prozess.
Den Spaß an der Gestaltung kann man nicht erlernen, der ist Teil der Begabung, sagte Frau Zinn, und fügte ein Picasso-Zitat hinzu: Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele. Und das Joseph Beuys-Zitat, dass jeder Mensch ein Künstler ist – man möchte es gerne glauben wenn man die spielerische Kreativität der Kinder bestaunt, wäre nicht das Beibehalten der Lust am künstlerischen Tun mit Bleistift, Papier und Farbe beim „Erwachsen“ so schwierig.
Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Juni in den Räumen der VR-Bank in der Marburger Straße zu sehen.

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Darauf muss man erst einmal kommen: ein Landkarten-Stuhl.

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Zahlreiche Besucher waren bei der Eröffnung dabei.