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Der Hessische Familientag 2015 kommt nach OberhessenAlsfeld bekommt den Hessentag in klein

ALSFELD. Vor vier Jahren gab Alsfeld den Hessentag zurück. 2015 kommt das Landesfest nun doch nach Oberhessen. Das heißt, es ist nicht der richtige Hessentag. Es ist sein kleinerer Bruder: Alsfeld ist Austragungsort des Hessischen Familientages. Ein eintägiges Fest, an dem sich, wie der Name schon sagt, alles rund um die Familie dreht. Um die 16 000 Besucher soll das Event nächsten Sommer in das Städtchen bringen.

 

Zehn Interessenten gab es, drei haben schließlich eine Bewerbung abgegeben. Alsfeld setzte sich mit seinem Konzept gegen Hofheim am Taunus und Fulda durch. Neben dem unbeeinflussbaren Auswahlkriterium der geografischen Lage – von bislang sieben Familientagen fand noch keiner in der Region statt, punktete Alsfeld vor allem mit zwei Dingen: Der Familienfreundlichkeit und der Bereitschaft seiner Vereine, bei der Austragung des Festes zu helfen, sagte Stefan Grüttner, Hessens Staatsminister für Soziales und Integration, beim Pressetermin am Mittwoch im Alsfelder Rathaus.

„Gute Vorraussetzungen, um Familie zu leben“

Der Familientag ist ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums, der jeweils austragenden Stadt und der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie. „Hier sind gute Vorraussetzungen, um Familie zu leben“, sagte Matthias Wilke, der Vorsitzende der Stiftung, bei dem Pressegespräch. Ziel der eintägigen Veranstaltung sei nicht der Kommerz – alle Veranstaltungen sind für Besucher kostenlos – sondern das Thema Familie, ihre Bedeutung und ihre Bedürfnisse in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen. Unterhaltung sei auf dem Fest nicht das wichtigste, es gehe viel mehr ums Netzwerken und den Informationsaustausch. Karl Kübel, so erzählte Wilke, habe mit dem Erlös aus dem Verkauf seiner Möbelfabrik die Stiftung gegründet, weil er seine Familie als Ursprung und Fundament seines Erfolges erkannte.

Es ist offiziell: Matthias Wilke von der Karl Kübel Stiftung, Bürgermeister Stephan Paule und Staatsminister Stefan Grüttner verkündeten am Mittwoch die Vergabe des Familientages an Alsfeld.

Es ist offiziell: Matthias Wilke von der Karl Kübel Stiftung, Bürgermeister Stephan Paule und Staatsminister Stefan Grüttner verkündeten am Mittwoch die Vergabe des Familientages an Alsfeld.


Zentrum des Geschehens soll der Alsfelder Marktplatz sein. „Wir versuchen aber das gesamte Stadtgebiet mit einzubeziehen“, sagte Bürgermeister Stephan Paule. Paule zeigte sich stolz, das Fest mit „landesweiter Bedeutung“ nach Alsfeld geholt zu haben. Gut 120 000 Euro soll das Event kosten. Die Stadt Alsfeld will sich mit 52 000 Euro beteiligen, wobei die eine Hälfte aus echtem Geld und die andere Hälfte in Form von Organisation – also beispielsweise Arbeiten der Stadtreinigung oder dem Bereitstellen von Wasser – geleistet werden soll.

Schutzschirm ist kein Gegenargument

Die Ausgaben seien durchaus mit dem Schutzschirm vereinbar, waren sich Stephan Paule und Minister Stefan Grüttner einig. Zum einen, weil Alsfelds Haushalt schon genehmigt sei und zum anderen, weil die hessische Landesregierung mit dem Tag ein klares Zeichen für die Bedeutung der Familie setzen wolle. Ein bestimmtes Familienbild soll mit dem Tag übrigens nicht gefördert werden: Klassische Familien sollen sich genau so angesprochen fühlen wie Alleinerziehende oder schwule und lesbische Paare. Der genaue Termin des Familientages wird noch bekannt gegeben.

Im Video: Der Familientag 2009 in Korbach

Von Juri Auel – mehr über den Autor