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Wahlen des Kinder- und Jugendparlaments stehen anWo nur Jugendliche eine Stimme haben

VOGEDLSBERGKREIS. Bald ist es wieder soweit, Ende Mai dürfen die Jugendlichen der Region wieder wählen, und zwar nur sie. Es ist ein Urnengang, der allein den Jugendlichen vorbehalten bleibt: die Wahl zum nunmehr 11. Kinder- und Jugendparlament des Vogelsbergkreises, kurz KJP genannt. Was kaum jemand weiß: Diese politische Jugendvertretung hat sogar Antragsrecht im Vogelsberger Kreistag.

Zusammengesetzt aus allen 19 Städten und Gemeinden, werden dabei ganz nach dem Motto „Nur gemeinsam sind wir stark“ die Interessen der Vogelsberger Jugendlichenzusammengebracht und vertreten. Dass sich einmischen wichtig ist, weiß hier jeder, schließlich sollen die Ideen, Ängste und Wünsche der gut 5000 Wahlberechtigten nicht überhört werden. Das funktioniert so:

Die Suche nach geeigneten Kandidaten

Für jeden Bezirk gibt es je nach Einwohnerzahl ein bis drei junge Abgeordnete, die auf der Website des KJP vorgestellt werden. Bevor gewählt werden kann, steht allerdings noch ein wichtiger Schritt bevor, die Kandidatensuche. Zu diesem Zweck besuchen aktuell die noch amtierenden KJPler sämtliche weiterführende Schulen des Kreises.

Was ist das KJP? Wie arbeitet es? Was hat es für Ziele?

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Das KJP tagt. Als Zuhörer mit am Tisch übrigens Jürgen Ackermann, der Vorsitzende des Kreistag.

Jeweils eine Schulstunde lang stellen sich die Abgeordneten vor, berichten über ihre Erfahrungen und stehen den Interessierten Rede und Antwort. Unterstützt werden sie dabei von Mitarbeitern des Jugendbildungswerkes. „Wir hoffen sehr für die nächsten zwei Jahre aus möglichst allen Städten und Gemeinden Abgeordnete zu finden, auch aus den kleineren, wie Grebenhain oder Romrod “, berichtet Angelina Schalamow, Jugendbildungswerk.

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Auch das gibt es: gemeinsame Aktionen. Hier eine Fahrt zum hessischen Landtag nach Wiesbaden.

Schließlich sind die Abgeordneten Sprachohr einer großen, vielschichtigen Interessengruppe. Wählen und sich im KJP engagieren können alle Kinder- und Jugendlichen ab der siebten Klasse bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs. Im Vogelsbergkreis gibt es diese Beteiligungsmöglichkeit nun seit 22 Jahren, damit ist dieses KJP das deutschlandweit älteste seiner Art. Gearbeitet wird stets an aktuellen Themen, die die Jugendlichen selbst einbringen.

Die CleverCard beschäftigt den Kreistag

Neben der Schaffung von Jugendräumen, Aktionstagen für Kinder oder ähnlichem, mischt das KJP auch politisch kräftig mit. Dass die Anliegen der Jugendlichen nicht ungehört bleiben, bewies das KJP zuletzt in 2013 mit einer Antragsstellung im Kreistag zum Thema „Öffentlicher Personennahverkehr“. Die Forderung nach einer CleverCard bis zum Bildungsabschluss wird aktuelle noch behandelt. Darüber hinaus entstand die Idee eines „Politikercafés“ (Beschreibung?), um den Austausch zwischen Kreitagspolitikern und Jugendlichen zu fördern.

Von Sina Bittner