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Prävention gegen Gewalt: Drohung mit Führerscheinverlust„Letzte Warnung gelbe Karte!“

HOMBERG/EFZE (ol). „Letzte Warnung gelbe Karte!“ So lautet der Name eines neuen Präventionsprojekts, das jetzt im Schwalm-Eder-Kreis auf den Weg gebracht wurde. Gemeinsam wenden sich dabei der Kreis und die Polizei Nordhessen an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 30 Jahren, die durch Agression oder Drogenkonsum aufgefallen sind. Ihnen droht der Verlust des Führerscheins.

 Der Staatssekretär im Hessischen Innenministerium, Werner Koch, Landrat Frank-Martin Neupärtl sowie Polizeipräsident Eckhard Sauer stellten das neue gemeinsame Projekt „Gelbe Karte“ am Mittwoch der Öffentlichkeit vor. Die „Gelbe Karte“ sei ein weiterer Baustein in der Präventionsarbeit des Schwalm-Eder-Kreises und des Polizeipräsidiums Nordhessen. „Mit der „Gelben Karte“ wird üblicherweise im Sport durch den Schiedsrichter eine Verwarnung wegen grober Verstöße gegen die Spielregeln oder wegen unsportlichen Verhaltens angezeigt“, erläutert Staatssekretär Koch in seiner Ansprache und ergänzt: „Diese Art der Verwarnung ist ein gängiger Begriff und wird überall verstanden.“

Bei dem Projekt stehen junge Menschen im Fokus, die wegen einer erheblichen Straftat oder durch Straftaten im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr ihre Eignung als Kraftfahrzeugführer in Frage stellen“, so Polizeipräsident Sauer. Dies gelte insbesondere dann, wenn Anhaltspunkte für ein hohes Aggressionspotential bestehen. Im Klartext heißt das: Wer zum Beispiel als junger Mensch einen anderen gewaltsam „abgerippt“ hat, an einer massiven Schlägerei beteiligt war oder unter Drogeneinfluss angetroffen wurde, ist Anwärter auf eine „Gelbe Karte“.

Durch Zusendung einer „Gelben Karte“ werden die Betroffenen eindringlich darauf hingewiesen, dass die Fahrerlaubnisbehörde im Wiederholungsfall die Beibringung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens anordnen kann. Anhand dieses Gutachtens wird dann von der Behörde über die Erteilung einer neuen oder auch Entziehung einer bestehenden Fahrerlaubnis entschieden.

„Bei der „Gelben Karte“ handelt es sich um ein auf gelbes Papier gedrucktes Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde des Schwalm-Eder-Kreises“, erklärt Landrat Frank-Martin Neupärtl. Darin werde den Betroffenen der Vorwurf klar erläutert und auch aufgezeigt, welche Folgen ein weiteres Fehlverhalten haben kann. Die Angeschriebenen haben anschließend die Chance, durch ein entsprechendes Wohlverhalten in der Folge dafür zu sorgen, dass der angedrohte Entzug der Fahrerlaubnis gar nicht erst bittere Realität für sie wird.


Die Drohung verspreche Wirkung, meinte der Landrat: „Der Führerschein stellt für viele Menschen ein Statussymbol dar, das mit einer gewissen Unabhängigkeit und Freiheit verbunden ist. Der Verlust der Fahrerlaubnis bedeutet deshalb eine merkliche Einschränkung für die Mobilität der Betroffenen- gerade in unserem ländlichen Raum“, stellt Landrat Neupärtl heraus.