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Umzug vom ehemaligen Hafu in die alte Heimat am BGS-Gelände für Ende Oktober/Anfang November geplant„Postverteilzentrum“ in Alsfeld wird wieder auf Vordermann gebracht

ALSFELD (akr). Seit über acht Monaten sind die Alsfelder Postzusteller nun schon im ehemaligen Hafu untergebracht, nachdem das „Postverteilzentrum“ Mitte November vergangenen Jahres in Flammen stand. Doch voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November soll es wieder zurück in die alte Heimat gehen, denn der Zustellstützpunkt in der Konrad-Adenauer-Straße wird seit einiger Zeit wieder auf Vordermann gebracht.

Es war der 14. November 2019 als um 20.44 Uhr die Leitstelle des Vogelsbergkreises den Alsfelder Brandschützern einen Brand in einer Lagerhalle in der Konrad-Adenauer-Straße meldete. Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, stellte sich heraus: Das Postverteilzentrum stand in Flammen. Bei der Ankunft der Einsatzkräfte, so berichtete es Einsatzleiter und Alsfelds Stadtbrandinspektor Daniel Schäfer damals, sei bereits eine Fläche von 20 auf 20 Metern durch das Dach gebrannt.

Nach und nach rückten immer mehr Feuerwehren zu dem Großbrand auf dem ehemaligen BGS-Gelände aus. Über 110 Einsatzkräfte wurden zur späten Stunde gezählt – und die kamen nicht nur aus Alsfeld. Auch die Feuerwehr aus Homberg Ohm eilte mit einer zweiten Drehleiter zur Hilfe, um die Flammen von oben zu bekämpfen. Trotz Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung, konnten die Feuerwehrleute den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Die Nachlöscharbeiten sowie die Suche nach Glutnestern dauerte allerdings noch einige Stunden an.

Das Dach der Halle stand komplett in Flammen. Foto: akr

Einen Tag nach dem großen Brand machten sich Experten des Hessischen Landeskriminalamts auf die Suche nach der Ursache des Feuers. In den Fokus rückte dabei eine Ladestation für Elektrofahrräder. Im Laufe des Mittags bestätigte dann die Polizei, dass das Feuer tatsächlich rechts am Eingang ausgebrochen ist – und damit an der Stelle, an der Akkus für Elektrofahrräder aufgeladen und gelagert wurden. Von Außen war das Ausmaß des Brandes bis auf einige zersprungene Fensterscheiben und Rußreste kaum zu erkennen. Im Inneren sah das ganze jedoch anders aus. Kabel hingen von der Decke, der Boden war nass, die Wände schwarz gefärbt, Teile der Einrichtung verbrannt.

Sieben Monate nach dem Brand

Es ist der 30. Juni. Knapp sieben Monate später sieht das alles schon ganz anders aus. Es gibt keine zersprungenen Fenster mehr, es hängen keine Kabel mehr von der Decke und auch von den Rußresten ist dank einer neuen Verkleidung nichts mehr zu sehen. Lediglich ein verschmortes Kabel, das vor dem Eingang liegt sowie der an manchen Stelle kaputte Boden und die angebrannten Rohre an der Decke erinnern an den Brand im November vergangenen Jahres zurück.

Ein Blick auf die Rohre, die an der Decke verlaufen. Diese werden jetzt erneuert. Fotos: akr

Die alte Heimat der Alsfelder Postzusteller, die seit dem Brand im ehemaligen Hafu untergebracht sind, wird nämlich wieder hergerichtet. Seit einige Wochen sind in und an der Lagerhalle in der Konrad-Adenauer Straße die Arbeiter bereits fleißig am werkeln. „Der Eigentümer der Halle lässt sie wieder aufbauen“, freut sich Angelo Micino, Leiter des Zustellstützpunktes in Alsfeld. Der Umzug sei noch für dieses Jahr anvisiert, „voraussichtlich Anfang November, aber man kann ja nie sagen, ob dieser Termin dann auch klappt“, erklärt Micino.

Bis es so weit ist, stehen aber noch einige Arbeiten auf dem Programm. Das Dach und die Fassade samt Verkleidung wurde bereits erneuert und auch das Team für den Trockenbau war schon fleißig. „Es geht mit großen Schritten voran“, lächelt Karl-Heinrich Lippert, von der Firma Lippert Sanitär- und Heizungsbau aus Lingelbach. Nachdem am Montag die Trockenbauer abgereist sind, kann sich die Firma Lippert nun um die Rohrleitungen für die Sanitäranlagen und Heizungen kümmern und auch der Elektriker endlich seine Arbeit in Angriff nehmen.

Die Trockenbauer sind gerade mit ihrer Arbeit fertig geworden.

„Beim Brand sind die Heizungsrohre, die unterhalb der Decke verlaufen, verglüht, die Dichtungen durchgebrannt“, erklärt Lippert. Deshalb müssen die Rohre jetzt erneuert werden. „Ein paar Wochen Arbeit stehen noch an“, sagt er. Unter anderen müssen später dann auch noch die Toiletten und Waschbecken angeschlossen werden. Die gleichen Arbeiten hat er übrigens bereits vor fünf Jahren schon einmal gemacht, genau am selben Ort und zwar als der Neubau errichtet wurde.

Weitere Arbeiten fertiggestellt

Es ist Montag, der 27. Juli. Knapp einen Monat später sind nun auch die Arbeiten an der Elektrik und den Rohrleitungen der Heizungen und Sanitäranlagen abgeschlossen. Von den einstigen Brandlöchern im Boden ist auch nichts mehr zu sehen, denn dieser wird gerade neu verlegt. Gut die Hälfte der Halle ist bereits mit dem neuen Boden bekleidet. „Wir sind froh, wenn es fertig ist“, lächelt Angelo Micino, der an diesem Tag gemeinsam mit Felix Pfirrmann, dem Eigentümer des Gebäudes, der Baustelle einen Besuch abstattet.  Pfirrmann, der auch Ingenieur und Architekt ist, reist ungefähr einmal die Woche aus Ludwigshafen an, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen.

Angelo Micino und Felix Pfirrmann.

Im Februar diesen Jahres standen die Abbrucharbeiten der Halle auf dem Programm, seit April der Wiederaufbau. „Das Innenleben und die Hülle wurden komplett ausgetauscht, auch wegen der ganzen Schadstoffe. Nur die Bodenplatte und die Anlieferungshalle blieben“, erklärt Pfirmann. Das sei ihm aber schon bewusst geworden, als er einem Tag nach dem Brand sein Eigentum unter die Lupe nahm. „Das sah für mich nach ein Mal komplett neu aus. Ich wollte es aber auf jeden Fall wieder aufbauen lassen“. Er hatte Glück, denn die Stahlträger waren bis auf einen alle in Ordnung. Der Aufbau konnte starten. Bislang belaufen sich die Kosten dafür auf rund eine Millionen Euro.

Umzug für Ende Oktober/Anfang November geplant

Seit April wird die Halle nun also schon wieder auf Vordermann gebracht. Nächste Woche sollen die Malerarbeiten starten und die Fliesen im Bad verlegt werden. Darüber hinaus müssen noch zwei Fenster eingebaut werden. Dann ist man eigentlich so gut wie fertig. Zumindest so weit, dass der eigentliche Umzug zurück in die Heimat starten kann – und darauf freut sich Micino schon sehr. Als Übergangslösung sei die das ehemalige Hafu-Gebäude schon gut gewesen – aber eben nicht ideal. „Die Halle in der Konrad-Adenauer-Straße wurde ja damals extra für uns gebaut, für uns zugeschnitten“, erklärt Micino. „Deshalb sind wir auch froh, wenn wir bald wieder zurück können“, lächelt er. Voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November soll es so weit sein.

Dann wird es auch eine komplett neue Einrichtung geben, schließlich war auch diese nach dem Brand unbrauchbar – schon allein wegen der ganzen Giftstoffe. „Für unsere Übergangslösung wurden wir glücklicherweise schnell mit Spenden von anderen Niederlassungen unterstützt“, erklärt Micino. So konnte nicht mal 48 Stunden nach dem Brand die Post wieder zugestellt werden – wenn auch etwas improvisiert. „Zur neuen Einrichtung gehören dann auch feuerfeste Ladeschränke“, erklärt Micino. Außerdem gebe es auch neue Akkus von einem neuen Hersteller. Sollte einer der neuen Ladeschränke belegt sein, stehe fest: „Im Gebäude werden jedenfalls keine Akkus geladen“. Damit so etwas auf keinen Fall noch einmal passiere.

Ein Gedanke zu “„Postverteilzentrum“ in Alsfeld wird wieder auf Vordermann gebracht

  1. wieder mal Klasse Arbeit der Feuerwehr aber die Brandursache wird viel zuwenig erwähnt es ist nämlich der Irrsinn die Mobilität auf Elektrofahrzeuge umzustellen

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