Aktionen0

Portraitaktion „Wir sind Alsfeld" - Heute mit: Peter Kellendonk - Inhaber „Marktcafé“Der Mann, der schon für François Mitterand kochte

SONDERTHEMA|ALSFELD (bk). Berühmtheiten trifft man im beschaulichen Alsfeld eher selten, auch wenn das durchaus auch vorkommt. Für den Marktcafé Inhaber Peter Kellendonk war der hohe Besuch jedoch während seiner Zeit in Frankfurt. Dort hat der gelernte Koch so einiges erlebt. Was das war, das verrät er im Rahmen der Portraitaktion „Wir sind Alsfeld“, verrät.



In Alsfeld gibt es viele Geschäfte. Ein Fakt, den man so stehen lassen könnte, wenn nicht viele der Unternehmen eins gemeinsam hätten: Bekannte Gesichter – auch „Chefs“ genannt. Die meisten teilnehmenden Unternehmen von Erlebnis.Alsfeld haben diesen gewissen Charme eben genau wegen ihrer Persönlichkeiten die Ihnen innewohnen. Selbst wenn man den Namen nicht kennt, so grüßt man sie doch auf der Straße, wenn man ihnen begegnet – einfach, weil sie sind, wie sie sind.

Erlebnis.Alsfeld wagt in Zusammenarbeit mit Oberhessen-live und merciPhotography einen Blick hinter die Unternehmensfassaden und holt den Menschen zurück in den Vordergrund. Denn ohne den Gründer oder Besitzer des jeweiligen Unternehmens gebe es dieses vermutlich gar nicht. Sie machen das Einkaufen in Alsfeld zu etwas Besonderem. Sei es durch ihre freundliche, charmante Art, oder durch ihr kompetentes Fachwissen – „Wir sind Alsfeld“ zeigt die Unternehmer, wie man sie normalerweise nicht zu sehen bekommt und wirft einen Blick zurück in die manchmal kuriose Vergangenheit der Unternehmer.

Peter Kellendonk, der Inhaber vom Alsfelder „Marktcafé“

Die Liebe verschlug den in Oberhausen am Rhein geborenen Peter Kellendonk nach Alsfeld. Doch wie es manchmal eben ist, verändern sich Gefühle im Laufe der Zeit. Doch das Geschäft bleibt Kellendonk erhalten. War es doch auch ein langer Weg, ehe er nach Alsfeld kam. Über viele Stationen hinweg, darunter der Tegernsee, der Odenwald sowie Heilbronn, Stuttgart, Weinheim und Frankfurt, fand er den Weg nach Alsfeld. 1999 übernahm er dann das vom Schwiegervater gegründete Unternehmen. Auch seine Tochter Johanna Kellendonk arbeitet im Marktcafé im administrativen Bereich mit.

Die Selbstständigkeit war Peter Kellendonk im Grunde auch schon in die Wiege gelegt, denn sein Vater führte einen eigenen Gastronomiebetrieb. So hat er schon von klein auf praktisch vorgelebt bekommen, wie es ist ein eigenes Unternehmen zu haben. „Als Selbstständiger hat man eine dreieinhalbfach höhere Verantwortung, als der Arbeitnehmer. Ansonsten ist Vieles gleich“, erklärt Kellendonk, der als gelernter Koch und Küchenmeister schon so manchen namenhaften Gast bekochen durfte.

Zum Beispiel beim Gipfeltreffen 1987 in Frankfurt: Damals wurde vorher genau überprüft, wann wer arbeitet. „Es lief alles nur mit Ausweis“, erinnert sich Kellendonk. Dazu seien die Fenster verbarrikadiert und die Kanaldeckel zugeschweißt worden. Schließlich war der französische Staatspräsident François Mitterrand unter den Gästen.

Speiseeiszubereitung ist seine Leidenschaft

Auch für Alfred Herrhausen, den ehemaligen Chef der Deutschen Bank hat Kellendonk bereits gekocht. Den Fahrer für Herrhausens Wagen hatte Kellendonk mal in einer Bar getroffen und ihn gefragt, ob sie keine Angst vor Anschlägen hätten. Doch er habe nur verneint und gemeint, dass man ja wechselnde Nummernschilder und gepanzerte Limousinen hätte. „Vier Wochen später ist es dann passiert“, sagt Kellendonk leicht bedrückt. Damit meint er das Attentat, bei dem Herrhausen ums Leben kam. Am frühen Morgen des 30. November 1989 wurde der Mercedes des Deutschen Bank Chefs durch eine Bombe der Roten-Armee-Fraktion, kurz RAF, in die Luft gesprengt.

In Zukunft wird sich beim Marktcafé einiges ändern: Wer aufmerksam durch Alsfeld läuft, hat es auch schon gemerkt, denn das Marktcafé bietet an manchen Tagen längere Öffnungszeiten und seit längerem gibt es auch Speiseeis zu kaufen. Das ist dem Hobby des geprüften Speiseeisherstellers geschuldet, denn die Herstellung von Eis ist Kellendonks ganz persönliche Leidenschaft. Dazu ist er geprüfter Ernährungsberater und steht gerne für Beratungen zur Verfügung. Für die Zukunft erwartet die Gäste und Kunden noch einiges an Veränderungen. „Wir werden peppiger und moderner. Unser neues Motto: Mit allen Sinnen genießen.“ Man darf gespannt sein, was da noch alles kommt.

Lesen Sie auch:

Portrait 1: Uwe Wunderlich, Inhaber der Gaststätte „Mainzer Tor“: „Bei jedem Schnitzel weiß ich, das ist mein Geld“

Portrait 2: Stefanie Wittich, Inhaberin von „merci Photography“: Mit Herz und absoluter Leidenschaft ans Werk

Portrait 3: Helmar Bünnecke, Inhaber von „Buch 2000 – Buchladen am Rathaus“: Ein Mann mit vielen Talenten und Interessen

Portrait 4: Petra Koblischek, Inhaberin vom „Zum Schwalbennest“: „Egal was kommt, das lächeln wir einfach weg“

Portrait 5: Andreas Stöppler, Inhaber vom „Sport-Studio Müller“: Als Lauterbacher Jung in Alsfeld Karriere gemacht

Portrait 6: Udo Rahn, Inhaber von „Stadtbäckerei Rahn“: Qualität und Handwerk seit 65 Jahren in Alsfeld

Portrait 7: Silke Blankenhagen, Inhaberin von „Sport Kober“: „Es ist ein abwechslungsreicher und interessanter Job“

Portrait 8: Bernd Durchardt, Inhaber von „Duchardt Raumausstattung“: Ein Unternehmen für (fast) alle räumlichen Situationen

Portrait 9: Stefanie Planz, Inhaberin von „Märchenhaftes Bed & Breakfast“: Bei ihr wird man märchenhaft verzaubert

Portrait 10: Siena Ochs, Inhaberin von „Parfümerie Mainzer Tor“: „Alsfeld hat einfach eine besondere Gemütlichkeit“