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Zwei Monatsmittelwerte der Stickoxidmessungen des HLNUG stehen festNeuigkeiten zu Alsfelds schlechter Luft

ALSFELD (ls). Alsfeld hat schlechte Luft. Das fanden Naturschutzbünde der Region im März bei inoffiziellen Messungen heraus und entfachten damit bei den Alsfelder Bürgern und in der Lokalpolitik große Diskussionen. Auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zog nach und startete mit offiziellen Messungen. Die ersten beiden Monatsmittelwerte stehen jetzt fest – und auch die sind hoch.

Rückblick: Ende März wurde es öffentlich: Alsfeld sollte die höchsten Stickoxid-Werte in ganz Hessen haben. Damals hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz, kurz BUND, und der Verkehrsclub Deutschlands (VCD) in der Schellengasse und der Alicestraße den Gehalt von Stickstoffdioxid in der Alsfelder Luft gemessen. Das Ergebnis sorgte für große Diskussionen: Konkret wurden in der Schellengasse 53,5 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) festgestellt. In der Alicestraße waren es 27 – allerdings, so teilte der BUND mit, waren dort die Messröhrchen in ihrer Position verändert worden – was eventuell die Messergebnisse beeinträchtigen könnte.

Nachdem sich dann noch die Lokalpolitik mit verschiedenen Lösungsansätzen in die Luftdiskussion einmischte, einigte man sich in der Stadtverordnetenversammlung im April letztendlich auf einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen. Demnach sollte der Magistrat beauftragt werden, sich mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie auseinander zu setzen, das Messungen vornehmen und die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentieren soll. Im Mai dann begannen die offiziellen Messungen des HLNUG. Die Messeinheit befindet sich in der Schellengasse – genauer: am Postgebäude. Es wird also nur an einer Stelle gemessen – nicht wie bei den inoffiziellen Untersuchungen an zwei. Damals erklärte eine Sprecherin des HLNUG auf Nachfrage von Oberhessen-live, dass man in Alsfeld nur eine Messstelle für nötig halte. Mindestens bis Ende des Jahres soll die Messung laufen.

Im März lud Bürgermeister Stephan Paule als Reaktion zu den inoffiziellen Messungen zu einer Pressekonferenz ein. Lesen Sie hier den Artikel dazu. Foto: archiv

Jetzt – fast drei Monate nach Beginn der offiziellen Messungen – bringt die Initiative „Alsfeld minus Fremdenverkehr“ die die Werte erneut ins Gespräch: In einer Pressemitteilung verkündet sie, dass „die ersten Messergebnisse des HLNUG die deutliche Grenzüberschreitung bestätigen“. So seien im Mai 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) und im Juni 47 Mikrogramm Stickoxid in Alsfelds Luft gemessen worden. Es handele sich dabei um vorläufige Werte, die bei Anpassungen am Jahresende nochmal geringfügig korrigiert werden könnten. „Das ändert aber nichts an den Grenzwertüberschreitungen und der Notwendigkeit, ins Handeln zu kommen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.


Monatsmittelwerte noch nicht aussagekräftig genug

Auf Rückfrage beim HLNUG bestätigte man Oberhessen-live die ersten Messergebnisse. Es handele sich dabei allerdings um Monatsmittelwerte – der Grenzwert von 40 Mikrogramm beziehe sich aber auf den Jahresmittelwert und somit seien die Ergebnisse noch nicht vollkommen aussagekräftig. Dennoch: Die Werte liegen deutlich höher als 40 Mikrogramm und die Wahrscheinlichkeit, dass der Jahresmittelwert ein ähnliches Ergebnis zeige, sei nicht gering.

„Normalerweise ist die Stickoxidkonzentration in der Luft im Sommer immer etwas niedriger als im Winter. Jetzt zeigt sich hier bereits eine erhöhte Konzentration für Mai und Juni. Da ist es möglich, dass die Werte in den Wintermonaten nochmal ansteigen. Das wird sich aber dann erst zeigen, wenn die Werte langfristig gemessen werden“, erklärte Professor Dr. Stefan Jacobi auf Nachfrage. Unter den Teppich kehren wolle man nichts, dennoch würden die zwei Monatsmittelwerte allein noch nicht aussagekräftig genug sein, da bedürfe es den Jahresmittelwert, betonte er nochmals.

Mit Plakaten und Atemschutzmasken machten die Alsfelder Umweltverbände Anfang des Jahres die Bürgerinnen und Bürger darauf aufmerksam, dass sich die enorm hohe Stickoxidbelastung nicht nur in Großstädten und den Medien abspielt, sondern ein ernst zu nehmendes Problem ihrer Atemluft ist. Foto: privat

Für die Initiative „Alsfeld minus Fremdenverkehr“ steht eine mögliche Lösung bereits fest: Die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in den Städten und Kommunen. Hier habe die Alsfelder Stadtpolitik noch viel Luft nach oben. Erst Ende Juni ist die Stadt den Forderungen der Fahrradkampagne „Alsfelder Radbegehren“ nachgekommen und öffnete einige Einbahnstraßen in der Innenstadt für Fahrradfahrer. Die „einfache und kostengünstige Maßnahme“ werde allerdings nur „halbherzig betrieben“, wie in der Pressemitteilung kritisiert wird. Der Stadtkern und die Schulen seien mit dem Fahrrad noch immer schwer erreichbar und auch weiterhin gebe es keine durchgängige Route durch die Stadt.


10 Gedanken zu “Neuigkeiten zu Alsfelds schlechter Luft

  1. Ist dir warm, Julius? Siehst du um dich rum nur noch AfD‘ler? Wo hältst du dich denn den ganzen Tag auf? Vielleicht solltest mal nicht dem Höcke nacheifern, wenn du dich wunderst, dass überall nur noch Hetze ist. Deine Hetze ist auf einem Niveau, das ist schon unterirdisch.

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  2. Weil die AFD Schwachköpfe immer nur Lügen/Hetze betreiben, sind Meister der FAKE News, hier kriechen auch viele Subjekte rum.
    Die Deutsche Umwelthilfe wurde auch schon kontaktiert und gebeten endlich mit Zwangseldern gegen die Diesel Lobbyisten in ALsfeld vorzugehen.
    In den USA ist der Grenzwert für NOX bei 15, in Alsfeld haben wir über 50.
    Und immer noch versuchen sie hier rumzutricksen auf Zeit zu spielen, anstatt zu handeln in Form von Dieselfahrverboten wie in Hamburg/Stuttgart usw.

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  3. Ich bin sonst neutral aber bei diesem Kommentar von
    Julius 03.08.2018 um 18:47 Uhr glaube ich es auch.
    Was hat denn die AFD mit diesem Thema zu tun!

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  4. Ins „Schlösschen“ bzw Hinter Schloss und Riegel gehören die paranioden AFD Spinner die auch öfters ihren geistigen Dünnschiss von sich geben und von nichts ne Anhnung haben, aber alles besser wissen wollen :)))

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  5. @Gerhard
    Beleidigungen sind die Argumente jener,
    die über keine Argumente verfügen.
    Jean-Jacques Rousseau

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  6. Julius, weißt du eigentlich, dass es sogar Diesel-SUVs gibt? Will dich nicht erschrecken, aber so böse ist die Welt. Und die Tesla-Batterie produziert in der Herstellung leider auch so viel CO2 wie der Diesel auf den ersten 45.000 km… und dann muss sie soagar auch noch geladen werden, hoffe nur, die Energie ist da zu 100% grün.

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  7. Warum sieht mann diesen Artikel nicht auf der Hauptseite ?!

    Schluss mit „LARI FARI“ und Rumgetrickse, schütz die Bevölkerung und hört auf mit indirekter Lobbyarbeit.
    Diesel und SUV Fahrverbote sofort, sonsten drohen der STadt mächtige Zwangsgelder.

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