
Bildungsgewerkschaft warnt vor Folgen für Chancengleichheit und gesellschaftlichen ZusammenhaltGEW Alsfeld beteiligt sich an Protestaktionen gegen Bildungskürzungen in Gießen
ALSFELD/GIESSEN (ol). Die GEW Alsfeld kritisiert geplante Kürzungen im hessischen Bildungssystem und warnt vor negativen Folgen für Chancengleichheit, soziale Teilhabe und demokratischen Zusammenhalt. Besonders betroffen seien Schulen in sozial herausfordernden Lagen. Gemeinsam mit dem Kreisverband Gießen ruft die GEW zu Protestaktionen am 17. Juni in Gießen auf.
Der Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Alsfeld warnt in einer Pressemitteilung vor den Folgen der aktuellen Kürzungen im hessischen Bildungssystem. Besonders betroffen sind Schulen in sozial herausfordernden Lagen, die auf zusätzliche Förderangebote und eine ausreichende personelle Ausstattung angewiesen sind. Nach Ansicht der GEW gefährden die Einsparungen die Bildungsgerechtigkeit und verschärfen die ohnehin starke Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft.
„Wer ausgerechnet bei Fördermaßnahmen, dem Sozialindex und an integrierten Gesamtschulen kürzt, nimmt Kindern und Jugendlichen wichtige Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe. Bereits heute leiden viele Schulen unter erheblichem Lehrkräftemangel und steigenden sozialen Herausforderungen. Lehrkräfte arbeiten oft am Limit. Weitere Einsparungen sind deshalb das falsche Signal für die Zukunft des Landes“, erklärt Kreisgeschäftsführer Ralf Fei.
Die GEW Alsfeld sieht darüber hinaus die Zukunftsfähigkeit der demokratischen Gesellschaft in Gefahr. Bildung ist die zentrale Voraussetzung für Chancengleichheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine lebendige Demokratie. Wenn Unterstützungssysteme abgebaut werden, wächst die Gefahr sozialer Spaltung und politischer Entfremdung. Auch die GEW Hessen hat zuletzt davor gewarnt, dass Bildungskürzungen den demokratischen Zusammenhalt schwächen.
Besonders widersprüchlich erscheint der GEW Alsfeld in diesem Zusammenhang die aktuelle Debatte um das Aussetzen der geplanten BAföG-Reform. Während an Schulen und Hochschulen gespart wird, sollen zugleich notwendige Verbesserungen für Studierende aufgeschoben werden. Damit wird der Zugang zu Bildung für junge Menschen aus einkommensschwachen Familien zusätzlich erschwert. Wer ernsthaft von Chancengleichheit spricht, muss Bildungswege von der Kita bis zum Berufs- oder Hochschulabschluss verlässlich fördern, statt an mehreren Stellen gleichzeitig zu kürzen. Nur so lassen sich die demokratische Kultur stärken sowie die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes sichern.
Der Kreisverband der GEW Alsfeld fordert daher die hessische Landesregierung auf, die Kürzungspläne zurückzunehmen, nachhaltig in Kitas, Schulen, Hochschulen und die Ausbildung von Fachkräften zu investieren sowie sich auf Bundesebene für eine auskömmliche BAföG-Reform und die Finanzierbarkeit von Bildungsinvestitionen einzusetzen. Bildung darf nicht als vernachlässigbarer Kostenfaktor betrachtet werden, sondern muss als Investition in die Zukunft der Gesellschaft verstanden werden.
Der Vorstand der GEW Alsfeld fordert deshalb: die Rücknahme der bereits beschlossenen Kürzungen im Bildungsbereich, zusätzliche Zukunftsinvestitionen in die hessische Bildung,
eine auskömmliche BAföG-Reform zur Stärkung der Bildungschancen von Studierenden,
die Wiedereinführung der Vermögensteuer, sowie eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften, um die Finanzierung öffentlicher Bildungsaufgaben langfristig zu sichern.
Die Mitglieder des Kreisvorstandes fordern daher Lehrkräfte, Eltern und Lernende dazu auf, sich an den gemeinsamen Aktionen der Kreisverbände Gießen und Alsfeld zur Unterstützung dieser Forderungen zu beteiligen. Diese findet am Mittwoch, den 17. Juni, ab 13 Uhr am Kugelbrunnen in Gießen statt.
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