
Holzkunst zwischen Design und NaturKulturladen Schlitz zeigt Skulpturen von Eberhard Lacher
SCHLITZ (ol). Der Kulturladen Schlitz eröffnet eine Ausstellung mit Skulpturen des Designers und Künstlers Eberhard Lacher. Unter dem Titel „Am Rande des Möglichen“ zeigt der Künstler Arbeiten aus Holz, die aus der Auseinandersetzung mit dem Material entstehen. Die Vernissage findet am 18. Juli um 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.
Vom „Reifensofa“ zur Holzskulptur: Designer Eberhard Lacher zeigt mit seiner Ausstellung „Am Rande des Möglichen“ beeindruckende Skulpturen im Kulturladen Schlitz. Der Künstler, der in der Vergangenheit unter anderem in Paris und Berlin ausstellte, eröffnet seine Ausstellung am Samstag, den 18. Juli, um 19 Uhr mit einer Vernissage in Schlitz, berichtet der Kulturladen Schlitz in einer Pressemitteilung.

Foto: Eberhard Lacher
Eberhard Lachers Skulpturen entstehen aus dem unmittelbaren Dialog mit dem Material. Ausgangspunkt ist meist ein Brett oder ein massiver Holzblock, den er mit der Bandsäge aufschneidet. Durch diesen Eingriff legt er das innere Gefüge des Holzes frei – Schichtungen, Spannungen und Verdichtungen. Die Spuren des Arbeitsprozesses bleiben bewusst sichtbar und prägen die endgültige Oberfläche ebenso wie die Struktur des Materials selbst.
Aus den gesägten Segmenten entwickelt er räumliche Konstellationen: Skulpturen, Objekte und fragile Gebilde. Die Arbeiten bleiben überwiegend abstrakt, oft fragmentarisch und manchmal bewusst vergänglich. „Mich interessiert der Moment, in dem sich aus einem geschlossenen Körper ein offener Raum artikuliert – ein Raum, der sich zeigt, weil er zuvor verborgen war“, beschreibt der Künstler seinen Ansatz.

Foto: Eberhard Lacher
Lacher, Jahrgang 1949, hat einen Werdegang, in dem Handwerk und Gestaltung von Anfang an ineinandergreifen: Nach einer Ausbildung zum Modelltischler in einer Frankfurter Maschinenfabrik studierte er von 1973 bis 1977 Industrie Design an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Dort war er Mitglied der Des-In-Gruppe (1974–1980), die sich ganz dem Recycling-Design widmete – lange bevor Nachhaltigkeit zum Schlagwort wurde.
Das bekannteste Produkt der Gruppe, das aus alten Autoreifen gefertigte Reifensofa, steht heute im Neuen Museum für Kunst und Design in Nürnberg. Seine Arbeiten waren unter anderem im Internationalen Design-Zentrum Berlin und im Centre Pompidou in Paris zu sehen, zuletzt auch in der Stadtgalerie Neu-Isenburg mit der Ausstellung „Aus der Natur – Vom Wesen der Dinge“.
Von 1990 bis 2020 führte Lacher eine eigene Schreinerei in Offenbach-Rumpenheim, in der er 26 junge Menschen ausbildete und in der Handwerk und Kunst stets Hand in Hand gingen. Seit 2019 lebt und arbeitet er in Grebenhain im Vogelsberg, wo er auf einem umgebauten Bauernhof Werkstatt und Atelier eingerichtet hat und unter dem Namen Lacher-Werk+Kunst freiberuflich als Designer und Künstler tätig ist. Er ist Mitglied im Bund Offenbacher Künstler (BOK) und im BBK Osthessen.

Foto: Eberhard Lacher
Die Ausstellung wird am Samstag mit der Vernissage eröffnet. Das Event bietet neben der Kunst auch Gelegenheit zu Begegnung und Austausch in angenehmer Atmosphäre. Weitere Informationen gibt es unter www.kulasch.de sowie auf den Social-Media-Kanälen des Kulturladens Schlitz. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
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