
Wiederbelebungsschulung an der Albert-Schweitzer-Schule in Kooperation mit dem DRK AlsfeldSchon Siebtklässler können Leben retten
ALSFELD (ol). An der Albert-Schweitzer-Schule in Alsfeld haben Schülerinnen und Schüler des siebten Jahrgangs erstmals an einer Wiederbelebungsschulung teilgenommen. Organisiert wurde der Projekttag von der Schulgesundheitsfachkraft in Zusammenarbeit mit dem DRK-Ortsverband Alsfeld. Ab dem kommenden Schuljahr wird der Wiederbelebungsunterricht verpflichtend im Stundenplan verankert.
Der plötzliche Herztod kann Menschen zu jeder Zeit treffen. Oft sterben Betroffene, weil keine rechtzeitige Wiederbelebung erfolgt, bevor der Rettungsdienst eintrifft. Solche Situationen können überall eintreten – nicht nur zuhause in der Familie, sondern auch in der Schule, im Bus oder auf einer Party. Als Ersthelfer mit Kenntnissen in der Wiederbelebung sollten daher möglichst viele Menschen ausgebildet sein – denn durch den sofortigen Beginn einer Herzdruckmassage kann in bis zu fünfzig Prozent der Fälle eine Rückkehr zum selbstständigen Herzschlag erreicht werden „Bereits junge Menschen ab der siebten Klasse sind in der Lage, Erwachsene zu reanimieren“, sagt die Björn-Steiger-Stiftung, deren Initiative „HERZSICHER in der Schule“ genau da ansetzt. Diese Notwendigkeit erkannt hat auch die Landesregierung in Wiesbaden: Als erstes Bundesland hat das hessische Kultusministerium einen verpflichtenden Wiederbelebungsunterricht ab der siebten Jahrgangsstufe eingeführt; umgesetzt wird das landesweite Konzept mit der Björn-Steiger-Stiftung und der Deutschen Herzstiftung.

Foto: Traudi Schlitt
Diesem Auftrag ist die Albert-Schweitzer-Schule nun erstmals an einem Schultag im Juni nachgekommen, wie die Alsfelder Schule in einer Pressemitteilung bekanntgibt. Vor Ort organisiert hat ihn die Schulgesundheitsfachkraft Christina Hädrich in Kooperation mit dem DRK-Ortsverband Alsfeld, der mehrere ausgebildete Fachkräfte in den Mittelstufenstandort der Schule in der Schillerstraße schickte. „Ab dem kommenden Schuljahr wird dieser Unterreicht verpflichtend auf dem Stundenplan stehen“, kündigte Thomas Weidemann, der stellvertretende Schulleiter, an.
Der Tag startete mit einem für die Schülerinnen und Schüler hochinteressanten Theorieunterricht: Sie lernten das Herz, den Lebensmotor des Körpers, kennen und erhielten einen Eindruck, was die Ursachen für einen Zusammenbruch aufgrund von Herzversagen sein können und wie sie entsprechend reagieren sollten. Vermittelt wurden insbesondere die Schritte „Prüfen – Rufen – Drücken“, also Bewusstsein und Atmung kontrollieren, den Notarzt alarmieren und dann mit der Reanimation beginnen, bis der Notarzt kommt. „Es ist dabei auch erforderlich, Umstehende mit einzubinden, etwa um anzurufen, das Notarztfahrzeug einzuweisen oder sich in der Reanimation abzuwechseln, erläuterten die Experten des DRK. Auch die stabile Seitenlage, das richtige Absetzen eines Notrufs und die Durchführung des Heimlich-Handgriffs, eine lebensrettende Sofortmaßnahme bei drohender Erstickung, wurden hier eingeübt.

Foto: Traudi Schlitt
Zum aktiven Teil der Schulung fand sich der ganze Jahrgang in der Aula ein. Hier hatten die Mitwirkenden schon zahlreiche Dummies vorbereitet, an denen die Schülerinnen und Schüler intensiv üben konnten. Das taten sie zu lauter Musik, deren Takt den Rhythmus zum Drücken bei der Reanimation vorgab, beispielsweise „Atemlos“ oder „Stayin‘ Alive“. Auch die gegenseitige Unterstützung und das Abwechseln wurden hier eingeübt. „Dass die Björn-Steiger-Stiftung diesen wertvollen Unterricht mit der Bereitstellung dieser Materialien unterstützt, ist eine große Hilfe für uns“, sagt Christina Hädrich. Sie hofft, dass viele Schülerinnen und Schüler nach dem Studientag im Falle eines Falles helfen können. „Auf jeden Fall konnten wir ein Bewusstsein für Notfallsituationen schaffen, Berührungsängste abbauen und die wichtigsten Handgriffe vermitteln.“

Foto: Traudi Schlitt
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